Montag, 17.12.2018

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Kreative Ideen für Drahtesel

Auf einen Espresso mit ...Thomas Ostrowski zum "CycleHack" am 15. und 16. September auf AEG - 14.09.2017 21:44 Uhr

Thomas Ostrowski, der Hauptorganisator des dritten „CycleHack“, mit einem „gehackten“ — sprich: umgebauten — (Lasten-) Fahrrad. © Foto: Peter Romir


Herr Ostrowski, was, bitte, ist ein "CycleHack"?

Thomas Ostrowski: Mit "Hack" meinen wir in diesem Zusammenhang "Basteln", "Werkeln" oder "Umbauen". Es geht darum, Hindernisse für Fahrradfahrer durch kreative Ideen zu lösen. Das können Veränderungen am Gestell des Fahrrads sein, etwa damit man damit mehr transportieren kann, aber auch Ideen für Kampagnen, wie sich die Situation der Radler verbessern lässt.

 

Was passiert dann an den beiden Tagen genau?

Ostrowski: Am Freitag stehen wir von etwa 15 bis 18 Uhr vor der Klara-kirche in der Königstraße und beraten die Menschen rund ums Fahrrad. Dann geht es ab ins Fablab auf AEG, wo Freitagabend und Samstag gebastelt wird. Dafür kann man sich auf unserer Seite www.cyclehack.de anmelden.

 

Wer steckt hinter der Aktion?

Ostrowski: Der Nürnberger "CycleHack" wird vom Verein "BluePingu" organisiert — ein Verein, der die Zukunft ökologisch, fair und regional gestalten will. Das Event findet aber gleichzeitig in 30 Städten weltweit statt und alle Ideen werden am Ende ins Internet gestellt, so dass sie frei ausgetauscht werden können.

 

Wie lange gibt es denn die Aktion schon?

Ostrowski: Der erste "CycleHack" fand 2014 statt. Nürnberg ist jetzt zum dritten Mal dabei – als eine von nur drei deutschen Städten. Ich bin im letzten Jahr als Teilnehmer dazugekommen und war sofort begeistert. Vermutlich, weil ich schon immer gern an Fahrrädern gebastelt habe.

 

Wer ist Ihr Zielpublikum?

Ostrowski: Das ist absolut bunt gemischt, wobei es meist im Erwachsenenalter anfängt. Letztes Jahr hatten wir auch eine Bastelaktion für Kinder, aber die gibt es diesmal nicht. Dafür werden wir eine Video-Konferenzschaltung in eine andere Stadt machen, in der ein "CycleHack" stattfindet. Vermutlich in eine von Nürnbergs Partnerstädten – damit wird das Prinzip, dass das weltweit passiert, etwas anschaulicher werden.

 

Gab es denn in den letzten beiden Jahren Ideen, die sich durchgesetzt haben?

Ostrowski: Ja! So wurde letztes Jahr ein Gerät vorgeschlagen, mit dem Radfahrer Schlaglöcher kartografieren können, das jetzt in Serie gebaut wird: Wer in ein Loch fährt, drückt einen Knopf und die GPS-Koordinaten werden automatisch an einen Server übermittelt. Auf diese Tour kann man Karten erstellen. So etwas hilft später auch in Diskussionen mit Kommunen.

 

Im Vorfeld des Hacks sammeln Sie schon Probleme von Radfahrern. Wie steht es in Nürnberg damit?

Ostrowski: Es gibt noch viel zu tun. Manche Gegenden, wie etwa die Südstadt, sind für Radfahrer richtig gefährlich. Aber auch die Radstreifen am Ring sind nicht die optimale Lösung. Es gibt zwar einen "Runden Tisch Radverkehr", trotzdem ist Nürnberg hier vergleichsweise hintendran.

 

Gibt es denn eine Trendwende – weg vom Auto, hin zum Fahrrad?

Ostrowski: Das kann ich nicht wirklich erkennen. Was aber auffällt, ist, dass immer mehr Privatleute und Firmen das Rad als Lastenfahrzeug entdecken. In der Stadt kommt man damit viel schneller voran. Auch hier haben wir ein Angebot: "Klara" — das kostenlose Lastenfahrrad, steht beim Caritas-Pirckheimer-Haus in der Königstraße 64 und kann für maximal drei Tage ausgeliehen werden — Infos auf der Internetseite www.lastenradfüralle.de.

Kontakt und weitere Infos unter www.cyclehack.de 

Interview: PETER ROMIR

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