Mittwoch, 21.11.2018

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Ai Weiweis Doppelgänger in Erlangen

Aktion zur Kunstpalais-Schau: Chinese reagierte auf die Solidaritätswelle - 18.06.2013

Michael Werner (re. unten) lud in Erlangen zur Solidaritäts-Aktion für Ai Weiwei. Viele „Doppelgänger“ kamen. © Böhner




„Eine Ausstellung ohne den Künstler, das geht gar nicht“, dachte sich der Konzeptkünstler Michael Werner aus der Oberpfalz und lud „Ai-Weiwei-Doubles“ zu einem Solidaritäts- Fotoshooting ins Kunstpalais. Dort läuft bis zum 4. August die sehenswerte Ausstellung „Freiheit!“, in der auch Ai Weiwei vertreten ist.

Wer bei der Aktion von Werner mitmachen wollte — und es waren über 100 Unterstützer —, der hielt sich die Fotokopie eines Ai-Weiwei-Porträts vor das Gesicht und ließ sich alleine oder in der Gruppe ablichten. „Die Resonanz in Erlangen war wunderbar“, sagt Werner, der ähnliches schon in Berlin, Hamburg, München, Köln und Dortmund organisiert hat. Auch Italien, Frankreich, Holland, Spanien, Österreich und die Schweiz sind aktuell bei der Kunstaktion dabei. Großes Aufsehen erzielte sie auch im vergangenen Jahr bei der Documenta in Kassel.

Die Botschaft die dahintersteckt ist klar: „Die Menschen vertreten den Künstler dort, wo er selbst nicht hin kann“, sagt Werner. Mit diesem Konzept greift der Oberpfälzer aber auch ein Prinzip auf, das viele Arbeiten Ai Weiweis auszeichnet: „Die Leute sind eingeladen mitzumachen“.

Doch auch, wenn Michael Werner das Projekt ins Rollen gebracht hat, ist es nicht an seine Person gebunden: „Man kann sich die Masken kostenlos im Internet herunterladen und sich damit irgendwo in der Welt fotografieren lassen“, erklärt der 51-Jährige, der ankündigt: „Die Kunstaktion geht solange weiter, bis Ai Weiwei wieder überall selbst auftreten kann.“

Durch die Aktion im Kunstpalais, die im Internet dokumentiert ist, ist es ihm jetzt auch erstmals gelungen, direkt mit Ai Weiwei in Kontakt zu treten. „Jetzt weiß ich, dass er meine Aktionen mitbekommt und kann ihm auch direkt Botschaften senden“, sagt Werner voller Freude und Stolz. Als „völliger Neuling“ habe er sich einen Twitter-Account zugelegt und inzwischen die überschaubare Anzahl von 73 Followern. Aber einer davon ist der berühmte Ai Weiwei.

Fotos der Erlanger Aktion unter www.freeweiwei.de

  

ruf

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