Artikel Kommentare Die Stones werden 50 Die Geschichte der weltberühmten Rockband (Teil 1) - 10.01.2012 19:00 Uhr BERLIN - Ein halbes Jahrhundert ist eine verdammt lange Zeit, nicht nur für Ehepaare, sondern auch für Rockbands. The Rolling Stones feiern 2012 ihr 50-jähriges Jubiläum — vermutlich mit einer Tournee. Seit einem halben Jahrhundert in Hassliebe miteinander verbunden: Mick Jagger und Keith Richards (hinten). © dpa Seit einem halben Jahrhundert in Hassliebe miteinander verbunden: Mick Jagger und Keith Richards (hinten). Foto: dpa „Wir sind wirklich gut in Schuss“, versicherte Keith Richards kurz nach Beendigung der Welttournee vor fünf Jahren. „Wir brauchen eine Pause, auch voneinander, aber was wir ganz bestimmt noch nicht brauchen, das ist die Rente.“ Nicht nur der 68 Jahre alte Gitarrist, sondern auch sein gleichaltriger Freund und Gegenpol Mick Jagger sowie die übrigen amtierenden Stones-Mitglieder Ron Wood (64) und Charlie Watts (70) dürften also mit einem breiten Grinsen die Nachricht quittiert haben, dass die britische Regierung am 1. Oktober 2011 das sogenannte „Verpflichtende Renteneintrittsalter“ hat fallen lassen. Seitdem muss auf der Insel niemand mehr nach Hause geschickt werden, wenn er 65 wird. Jeder kann so lange weiterarbeiten, wie er Lust hat. Zwar kann den fidelen Freiberuflern die Gesetzesänderung schnuppe sein, doch sieht es derzeit ganz danach aus, als wollten sich die Rolling Stones in den kommenden zwölf Monaten einen ganz besonders großen Sack voll Arbeit aufladen. Zumal: Wann, wenn nicht 2012? In diesem Jahr zelebrieren die Herren nämlich ihr 50-jähriges Jubiläum als Band. Die Goldene Hochzeit, gewissermaßen. Und sie scharren offenbar mächtig mit den Hufen.„Ich wüsste nun wirklich nicht, warum wir 2012 keine Show auf die Beine stellen sollten“, so Richards im vergangenen Herbst gegenüber der Musikzeitschrift, die fast so heißt wie die Band. „Ich zähle praktisch darauf. Es muss von mir aus auch gar nicht diese übliche Spektakel-Scheiße sein, aber irgendetwas müssen wir uns wirklich einfallen lassen.“ Hinter den Kulissen schachern bereits die großen globalen Tourneeveranstalter wie AEG, Live Nation und der langjährige Stones-Promoter Michael Cohl um die Rechte an einer Tour, die – sollte sie wirklich stattfinden – die umsatzstärkste in der Geschichte des Rock’n’Roll zu werden verspräche.Auch kamen die Musiker vor Weihnachten zum ersten Mal seit langem wieder alle für eine Bandbesprechung in London zusammen. Doch offiziell ist noch nichts. Insbesondere Mick Jagger zögert noch, wie es heißt. Er soll immer noch sauer sein auf Keith, der in seiner Autobiographie „Life“ ziemlich übel über Jagger abgelästert hat. Ach Gott, so geht das doch bereits seit einem halben Jahrhundert!Wie zwei Brüder„Mick und ich sind wie zwei Brüder“, so Richards. „Wir brauchen das einfach mit dem Gezanke, es ist nicht böse gemeint, aber manchmal schreien wir uns halt an, damit wir uns gut fühlen können. Ein bisschen Ernst ist da natürlich auch bei, oft handeln unsere Meinungsverschiedenheiten davon, dass wir unterschiedliche Vorstellungen haben, was die Rolling Stones eigentlich sind... Ich meine, über die Jahre haben wir alle oft genug versucht, das Stones-Band, absichtlich wie unabsichtlich zu zerreißen. Es ist uns nie geglückt.“ Was das bedeutet, ist dem Gitarristen klar. „Dieses Band ist offenbar größer und stärker ist als ihre Egos. Was wirklich etwas heißen will.“Rückblende. Mick Jagger war eigentlich ein schüchterner Junge. Immer ein bisschen zu schmal, ein bisschen zu klein, ein bisschen zu schmächtig. Nicht so einer von den wilden Typen wie Keith Richards, den er auf der Wentworth Primay School, also der Grundschule, in Dartford in der Grafschaft Kent, kennengelernt hatte. Schon damals war Richards der Frechere, der Verwegenere, auch der Coolere der beiden. Bis heute hat sich daran nicht viel geändert. Jahre später traf man sich wieder, auf dem Bahnhof in Dartford. Jagger, der mit vollem Namen Michael Philip heißt, war in Dartford zur Welt gekommen, befand sich aber auf dem Sprung nach London. Schließlich hatte er dort einen Platz ergattert an der „London School of Economics“, und ein ordentliches Wirtschaftsstudium hat noch niemandem geschadet, auch Jagger sollte das später noch erfahren.Sie haben den Rock’n’Roll neu definiert. Ach, im Grunde haben sie ihn überhaupt erst erfunden. „World’s Greatest Rock’n’Roll Band“ nennen sie sich ja selbst, und niemand würde ihnen im Ernst diesen Titel streitig machen wollen. Mittendrin: Mick Jagger, das omnisexuelle Wunderwesen. Bessere Sänger und bessere Songwriter hat es immer gegeben, aber halt keinen besseren Charismatiker, keinen helleren optischen Fixstern.Solche Rockstars wie Jagger werden ja heutzutage gar nicht mehr hergestellt. Musikalisch teilte er sich die Verantwortung mit seinem Kreativpartner Richards, Keith kam eher vom Blues, Mick eher vom Pop, zwischen diesen Polen blieb sich die Band lebenslang treu. Nach dem Treffen auf dem Bahnhof machen sie schnell Nägel mit Köpfen. Während Jagger zunächst weiter studiert, treibt Richards die Idee voran, rekrutiert weitere Mitglieder, darunter Brian Jones, der in den Anfangsjahren die Gruppe wesentlich prägte, dem Lebenswandel aber nicht gewachsen war und 1969 drogen- und alkoholkrank im heimischen Swimming Pool ertrank. Man schreibt die ersten Songs.Teil 2: Dinosaurier des Rock STEFFEN RÜTH zurück Seite drucken Seite versenden WhatsApp Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren E-Mail: Passwort: Passwort vergessen Registrieren E-Mail: zum Login Ihr Kommentar Name: Ihr Kommentar: Bitte beachten Sie unsere Netiquette. weitere Meldungen aus dem Ressort: Kultur vor 7 Stunden Eine Sams-Ampel für Bamberg vor 7 Stunden Geschichten und Mythen live erzählt vor 10 Stunden Publikum begeistert von Anderson und Jethro-Tull-Songs 28.11.2016 15:56 Uhr Die Zumutungen des Lebens 27.11.2016 16:58 Uhr "Shelley meets...": Im Schwitzkasten von der Bühne 27.11.2016 11:36 Uhr Epos, Musical, Glücksgriff: "Der Kaiser und die Gauklerin" 26.11.2016 06:00 Uhr So gut ist die Kinoszene in der Region wirklich aufgestellt 26.11.2016 06:00 Uhr Frohes Fest mit der Augsburger Puppenkiste