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Für Breimöpse und Brezenvernichter

Sarah Heike entwirft unter dem Label-Namen „Frogroggas“ freche Kindermode - 29.12.2010 19:00 Uhr

Modedesignerin Sarah Heike mag es bunt und frech. © Stefan Hippel


„Was mit Mode“ wollte Sarah Heike schon immer machen. Seit sie ein kleines Mädchen war, hatte die mittlerweile 26-Jährige einen ziemlich eigenen Kopf, was die Auswahl ihrer Kleidung anbelangt.

„Froggels“ heißen Sarah Heikes Knuddelmonster.


Heute ist Mode ihr Beruf. Vor zwei Jahren gründete sie ihr Label „Frogroggas“. Der Name darf ruhig Fränkisch ausgesprochen werden. Denn die Figuren, die sie während der Ausbildung zeichnete, hatten oft knubbelige Froschfinger, was eine Freundin zu der Bezeichnung inspirierte: „Du immer mit deinen Frogroggers!“. Echt Frenglisch also. „Der Name ist Fluch und Segen zugleich“, sagt Sarah Heike. Ein Zungenbrecher einerseits, andererseits haben Kunden gleich einen Anküpfungspunkt. Sie fragen, woher der Name kommt und schon ist man im Gespräch.

Zuletzt zum Beispiel im Nürnberger Fembohaus bei der Kunsthandwerker-Ausstellung, wo Sarah Heike ihre „Fashion für freche Früchtchen“ verkaufte. Der Schwerpunkt Kinderbekleidung, den sie auch auf der Modeschule Esmod in München gewählt hatte, hat den Vorteil, dass er selten ist. Die Idee entstand eher zufällig. Irgendwann merkte die aus Erlangen stammende Designerin einfach, dass ihr Entwürfe für die Kleinsten besonders locker von der Hand gehen: „Ansonsten hatte ich es eigentlich gar nicht so mit Kindern.“

Heute kreiert sie Lätzchen, auf denen „I love Kekse“ oder „Breimops“ steht oder T-Shirts mit der Aufschrift „Brezel Vernichtungs Kommando“. Der Start in die Selbständigkeit begann allerdings mit den spitzzahnigen „Froggels“. Die kleinen Stoffgesellen sind eindeutig für das aufgeweckte Kind von Welt, das sich nicht nur mit großäugig glotzenden Bambis und knuddeligen Teddybären umgeben will. „Ich hatte zwei für meine Patenkinder angefertigt, und die waren so begeistert, dass ich in die Monstermassenproduktion gehen musste“, erzählt Sarah Heike. Im März 2009 meldete sie dann ein Nebengewerbe an, seit Oktober dieses Jahres entwirft sie hauptberuflich Mode. Kein leichtes Unterfangen, zumal die Designerin von ihrem Zuhause aus in der Südstadt arbeitet: „Ein eigenes Atelier wäre der nächste größere Schritt.“ Momentan konzentriert sie sich noch auf Maßanfertigungen und Unikate, bald sollen jedoch auch eigene Kollektionen dazu kommen, etwa für die Taufe oder Blumenstreu-Outfits für Hochzeiten.

Trotz der Pfiffigkeit ihrer Produkte fahren nicht die jungen Mütter, sondern vor allem die Omas auf die Mützchen oder Kleider ab: „Ich glaube, die wissen echte Handarbeit auch noch mehr zu schätzen.“ Manche sind so begeistert, dass sie ihr sogar ihre Knopfsammlungen überlassen.

Ab Größe 134 ist für Sarah Heike übrigens Schluss: „Dann finden die Kids meine Klamotten nicht mehr cool.“ Alle Jüngeren sind derzeit in zwei Lager gespalten: Die Jungs stehen auf alles, was mit Piraten zu tun hat, und die Mädchen wollen Prinzessinnen werden. Manchmal kann die Welt so einfach sein.

www.frogroggas.de
  

SUSANNE HELMER

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