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Hommage an die Piaf und die Dietrich

Neues Musik-Projekt der Fürther Pianistin Béatrice Kahl und der Nürnberger Schauspielerin Elke Wollmann - 02.02.2017 09:19 Uhr

Die Pianistin Béatrice Kahl (sitzend) hat mit der Staatstheater-Schauspielerin Elke Wollmann ein neues Liedprogramm entwickelt. © Foto: Ludwig Olah


Als sie vor fünfeinhalb Jahren der Liebe wegen von Hannover nach Fürth kam, war es sicher auch ihre musikalische Vielseitigkeit, die sie schnell in der neuen Wahlheimat Franken ankommen ließ. Jazz, Pop, Soul – stilistisch lässt sich Béatrice Kahl ungern festlegen. „Vielseitigkeit war schon immer meine große Stärke“, sagt die Niedersächsin, die in ihrem musikalischen Leben so gut wie jede Stilrichtung im U-Musik-Bereich abgedeckt hat.

Sie schätzt Abba, aber ebenso den HipHopper Blowfly, sie spielte in Coverbands, arbeitete viel im Studio, trat mit Größen wie Max Mutzke und Thomas Quasthoff auf und war sogar mal mit den norddeutschen Shanty-Rockern Santiano auf Tour.

Hilfreich war es, dass Béatrice Kahl einer musikalischen Familie entstammt. „Mein Papa hatte wenig Geld, doch das Equipment war immer vom Feinsten.“ Mit sieben Jahren gab es Klavierunterricht, und später bastelte Béatrice Kahl am liebsten an ihren Keyboards und Samplern herum oder stand auf irgendwelchen Bühnen und spielte.

An dieser Begeisterung hat sich bis heute wenig geändert. Noch immer mutiert die 44-Jährige von jetzt auf gleich zum Technik-Nerd, wenn es um alte Orgeln geht. Ihr Herzstück: Eine Hammond A-100 aus den 60er Jahre – ein gut 100 Kilo schweres analoges Tastenmonster, das ölgetrieben ist und für das sie sich eine transparente Heckklappe hat bauen lassen, damit man in das mit einem Leuchtschlauch erhellte Innere gucken kann. Der Sound, der Geruch, die Haptik – alles Dinge, die man nicht mal eben so am Keyboard oder am Rechner simulieren kann. Eine beeindruckende Narbe an ihrem Arm zeugt von dem Stromschlag, den ihr das Ding einst verpasst hat.

Zahlreiche Projekte

„Mit Musik, die einfach nur so vor sich hin plätschert, kann ich nichts anfangen. Das muss schon Essenz haben!“, sagt Kahl. Mit diesem Ansatz geht sie auch reine Auftragsarbeiten an: Werbejingles oder Industrieaufträge. Ansonsten hat die Musikerin eine Vielzahl an Projekten laufen, fremde und eigene. Bei dem Münchner VocalPop-Quartett String Of Pearls ist sie die einzige Instrumentalmusikerin und begleitet die drei Sängerinnen.

Dann ist da das Projekt b.groovy, mit dem Kahl Lounge-Sound im Spannungsfeld von Jazz, Pop, Soul und Latin anbietet – klassische Dienstleistermusik, passend auf den jeweiligen Anlass zugeschnitten. Ihre Liebe zu besagtem Hammond-Monster lebt sie mit dem Orgelquartett Funky Swirl aus.

„Halleluja, I Just Love My A-100“ heißt hier das Motto, wenn alte Nummern von Stevie Wonder, Quincy Jones oder Earth Wind & Fire im Sound des legendären amerikanischen Tasteninstruments neu erzählt werden. Und schließlich ist da noch die Thilo Wolf Big Band, das Langzeit-Herzensprojekt ihres Liebsten, bei dem sie ebenfalls mitmischt.

Am Freitag, 3. Februar, feiert das jüngste Projekt von Béatrice Kahl Premiere. Ab 20 Uhr ist sie zusammen mit Schauspielerin Elke Wollmann im Hubertussaal in Nürnberg (Dianastraße 28) mit ihrem Liederabend „Billie, Edith und Marlene“ zu erleben. Es ist das zweite gemeinsame Programm von Kahl und Wollmann nach der erfolgreichen „Hommage an Édith Piaf“. Hinter den Frauennamen verbergen sich drei Künstlerinnenschicksale des letzten Jahrhunderts, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Billie Holiday, Édith Piaf und Marlene Dietrich. 

STEFAN GNAD

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