Mittwoch, 20.03.2019

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Knaben, bleibt standhaft

17.12.2017 20:03 Uhr

Himmlische Klänge" war der Titel des Weihnachtskonzerts der Nürnberger Symphoniker in der Meistersingerhalle unter der Leitung des tschechischen Dirigenten Jakub Martinec. Das Konzert am Samstag (das am Sonntag zweimal wiederholt wurde) erwies sich allerdings im ersten Teil noch sehr irdisch.

Die kleinen und schon größeren Mitglieder des tschechischen Knabenchors aus Hradec Králové (Königgrätz) sind leider nicht immer präzise zusammen und a cappella überzeugender als mit Begleitung. In der Tat geschah im 7. Weihnachtslied, Bachs "Jesus bleibet meine Freude", Unglaubliches. Die Violine fängt viel zu schnell an, die Orgel zieht mit, der Chor nicht ganz. Plötzlich poltert es: einer der Sänger ist umgefallen. Kurz darauf ein zweites Poltern: ein zweiter Sänger ist zusammengebrochen.

Schnell werden die beiden von der Bühne geführt, der Rest des Chors bewahrt Ruhe, singt weiter, als sei nichts gewesen. Ein paar Weihnachtslieder werden ausgelassen, und das ist gut so. Bei "Jingle Bells" sitzt schon der dritte Knabe kreidebleich auf den Stufen. Betroffen geht das Publikum in die Pause, bis es vom Intendanten Lucius Hemmer beruhigt wird: Den Umgefallenen geht es wieder gut.

Mit der Ouvertüre zu Mozarts "Zauberflöte" leiteten die Symphoniker den zweiten Konzertteil ein. Das Highlight des Abends war aber sicher John Rutters "Suite lyrique" für Harfe und Orchester mit der erst 27-jährigen Harfenistin Agnès Clément. Klar, kräftig und knackig zupft sie die Saiten und gestaltet die Musik ausgezeichnet aus. Rutters Komposition von 1981 ist rhythmisch und melodisch sehr ansprechend, Martinec und die Symphoniker lassen Clément den nötigen Spielraum. Schade, dass das Stück nur 18 Minuten dauert!

Als Zugabe folgt ein weiteres Stück des englischen Komponisten: Rutters an "Star Wars" und Carl Orff erinnerndes Gloria für Chor und Orchester ist ein echter Rausschmeißer, der Knabenchor ist jetzt entspannter, die Darbietung verläuft unfallfrei. Und auch das Publikum gab "Oh Du Fröhliche" sauber und textsicher zum Besten gibt.  

Sonja Samberger

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