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Liebeserklärungen an den kreativen Süden

Bei den ersten „Südart-Ateliertagen“ öffnen 25 Künstler ihre Werkstätten - 27.03.2012

Zwei von 25 Künstlern, die am kommenden Wochenende ihre Ateliers öffnen: Die Malerin Gabriele Kleindienst (li.) experimentiert gerne mit Materialien und Farbe. Ihr Nachbar im Atelierhaus in der Wodanstraße 5 ist der Bildhauer Wolfgang Christel. © Hagen Gerullis


Die Idee reifte zwei Jahre lang: „Wir wollten zeigen, wie vielfältig die Kunstaktivitäten in der Südstadt sind. Aber wir wussten auch: Wir wollen es gut machen oder gar nicht“, sagt Evelyn Hesselmann vom Organisatorenteam. Gut heißt: Ein vielfältiges und doch übersichtliches Angebot entwickeln — mit einem ebenso handlichen wie informativen Flyer, der den Weg zur Kunst weist. In drei bis vier Stunden, so der Anspruch der Organisatoren, sollen sich die Besucher zu Fuß von Atelier zu Atelier bewegen und dabei das ganze Angebot kennenlernen können.

„Klein, aber fein“, heißt unser Motto, sagt Mitorganisator Georg Behninger, der sein Atelier in der Pillenreuther Straße hat. Bei dem Rundgang von Malern zu Bildhauern, von Fotografen zu Grafikern sollen die Besucher auch „die schrulligen und die schönen Seiten des Viertels entdecken“, sagt Hesselmann. Schließlich existiere im Süden Nürnberg, gleich hinter Bahnhof und Staatstheater, seit langem eine bunte, vielfältige und lebendige Kunstszene. In den Hinterhöfen des ehemaligen Arbeiterviertels hätten sich etliche Ateliers etabliert, die man aber beim Spaziergang durch die Straßen kaum erkennt. Als Augenöffner sollen die ersten Südart-Ateliertage dienen.

Charmantes Multi-Kulti

Insgesamt öffnen am kommenden Wochenende 25 Künstler ihre Werkstätten. Hier kann man sich über die jeweilige Arbeitsweise informieren, mit den Kreativen ins Gespräch kommen und Fragen stellen. Zu Beispiel die, wie es ein Bildhauer schafft, in einem nur 12 Quadratmeter „großen“ Atelier Skulpturen aus Gips, Jurakalk oder Marmor zu fertigen. „Leicht ist es nicht, man muss vor allen Dingen immer Ordnung halten“ , gesteht Wolfgang Christel. Seit 2006, als er seinen Job als Werbegrafiker bei der Quelle verlor, arbeitet er professionell als freier Künstler in der Ateliergemeinschaft LaborArtorium in der Wodanstraße. Seine Nachbarin hier ist unter anderem die Malerin Gabriele Kleindienst. Noch wohnt sie zwar in der Nordstadt und kommt nur zum Arbeiten in den Süden, gesteht aber: „Mir gefällt es hier mittlerweile so gut, dass ich auch hier wohnen will.“

Die Loblieder, die viele der Künstler auf den Charme der Multi-Kulti-Südstadt singen, klingen echt und kommen von Herzen: „Die Gegensätze des Viertels sind für mich eine große Inspiration“, sagt der Zeichner und Illustrator Anton Hanschel. Im Vergleich zur ruhigen, bürgerlichen Nordstadt sei der Süden rauer. „Und die Künstler kennen sich hier besser untereinander.“ Für die aufwendigen Ateliertage hätten alle an einem Strang gezogen — und das sehr kollegial, betont er. Georg Behninger schwärmt von „seiner Südstadt“: „Ich liebe sie“, sagt der Bildhauer, der hofft, dass mit den „Südart-Ateliertagen“ auch Vorurteile über die „Bronx von Nürnberg“ abgebaut werden.

Wolfgang Christel ist Bildhauer und arbeitet in der Nürnberger Südstadt.


Eröffnet werden die ersten Südstadt-Kunsttage am Freitag, 30. März, um 19 Uhr im Südpunkt (Pillenreuther Straße 147). Hier gibt es eine zentrale Überblicksschau, in der jeder Künstler ein Werk präsentiert. Die Künstlerauswahl hat sich durch persönliche Kontakte ergeben. „Als sich unser Vorhaben herumgesprochen hat, haben sich aber auch Kollegen bei uns gemeldet“, sagt Hesselmann. Mitmachen werden unter anderem die Bildhauer Stefan Atzl, der Maler Reinhard Bienert, der Fotodesigner Mark Fischer und der „Powerpainter“ Walter Bauer, der sein Atelier im Z-Bau hat. Und wenn wir schon bei Kulturinstitutionen im Süden sind: Auch das Kunst- und Kurhaus Katana ist dabei: Am 1. April um 15 Uhr gibt es dort (Wilhelm-Spaeth-Straße 18) bei freiem Eintritt eine Lesung von Philipp Moll. Und die Creperie Yachet Mad (Brosamerstraße 12) zeigt, was ihre Mitarbeiterinnen künstlerisch so drauf haben...

Am Samstag, 31. März, von 14 bis 19 Uhr und am Sonntag, 1. April, von 11 bis 18 Uhr sind die Ateliers geöffnet. Auf dem Faltplan sind sie in einer Straßenkarte verzeichnet, außerdem werden Plakatständer vor jedem Kunstort den Weg weisen. Die kostenlosen Flyer liegen unter anderem in der Tourismuszentrale am Königstor aus.

Weitere Informationen im Internet unter www.südart-ateliertage.de

BIRGIT RUF

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