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Mord und Mitgefühl: So wird der Münster-"Tatort" heute

Kommissar Thiel und Professor Boerne ermitteln wieder - 25.09.2016 11:09 Uhr

Wie steht es um Prof. Boerne (Jan Josef Liefers, vorne rechts)? Während Prof. Götz (Peter Jordan, hinten rechts) die Feiergesellschaft in Schach hält, kümmert sich Silke Haller (ChrisTine Urspruch, vorne links) um ihren Chef. © WDR/Wolfgang Ennenbach


Wenn ein Krimi mit dem Satz "Ich will ihn umbringen" beginnt, dann fragt man sich natürlich: Wen denn um Himmels Willen?! In dieser Kolumne bemühen wir uns ja stets, nicht zu viel zu verraten, aber da es im neuen Münsteraner "Tatort" namens "Feierstunde" sehr schnell klar wird, sei es hier auch gesagt: Professor Boerne (Jan Josef Liefers) muss weg.

Zumindest wenn es nach seinem Wissenschaftlerkollegen Götz (Peter Jordan) geht. Doch während diese Fantasien alle nur im Kopf stattfinden, verliert Götz' schwerkranke Frau selbigen durch einen Schuss mitten ins Gesicht.

Was sich dann auftut, ist ein Fall, der für Münsteraner Verhältnisse ungewohnt nachdenkliche Töne anschlägt. Themen wie Sterbehilfe, die (ungerechte) Verteilung von Forschungsgeldern und der Mensch als empathiefähiges oder eben -loses Wesen werden da gestreift. Und nicht zuletzt die uralte Frage, ob man jemanden töten darf, um unzählige andere Leben zu retten.

Aber keine Angst, wer Figuren wie Thiel (Axel Prahl), Alberich (Christine Urspruch) und Boerne, diese Blasiertheit auf zwei Beinen, im Repertoire hat, wird bei aller Tragödie immer auch die Kurve zur Komödie kriegen. Drehbuchautorin Elke Schuch und Regisseur Lars Jessen gelingt das hervorragend.

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Den Realitätscheck sollte man mit dieser "Feierstunde" vielleicht nicht unbedingt machen, aber wer auf dokumentar-ähnliche Kriminalfälle steht, der sollte den Münster-"Tatort" sowieso großräumig umfahren. Doch wer das ungleiche Duo Thiel/Boerne normalerweise einfach nur für grotesk albern hält, könnte diesen Sonntag einigermaßen versöhnt werden. An der einen oder anderen Stelle wird’s sogar richtig rührend. 

Susanne Helmer

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