Samstag, 17.11.2018

|

zum Thema

Nürnberg wird geflutet

Schaufenster-Aktion der Kulturinitiative Volksbad - 08.06.2012 16:01 Uhr

                             

Fotografin Betina Helmer, Architekt Günter Reichert von der Kulturinitiative Volksbad (Mitte) und Ladenbesitzer Helmut Raab vor dessen Geschäft in Johannis. Die Schaufenster zieren nun Unterwasserfotos. © Mark Johnston


Was haben zwei Unterwasser-Badenixen auf dem Schaufenster eines Zeitschriftenladen in Johannis zu suchen? Wer genau hinschaut, sieht, dass die eine Zeitung liest und die andere eine Zigarette in der Hand hält, also sehr wohl zu dem Geschäft in der Mühlgasse 2c passen. Nachts wird die Auslage von innen ausgeleuchtet.

Mit der Street-Art-Aktion „Flooded City“ bringt die Kulturinitiative Volksbad.de das Thema Volksbad wieder ins öffentliche Bewusstsein. Die traurige, unendliche Geschichte der 1994 geschlossenen Einrichtung empfinden schließlich viele Bürger als Skandal. Mit dem Argument, die Sanierung sei zu teuer, gibt sich der erste Vorsitzende Günter Reichert nicht zufrieden. Der Architekt verweist darauf, dass bis heute unter anderem die Erhebungen zu den Nutzflächen und der Statik fehlen.

Bilderstrecke zum Thema

Die Geschichte des Nürnberger Volksbads

Ein extra Bad für Hunde, ein vorläufiger der heutigen Whirl-Pools, Massage und Wellness: Das Nürnberger Volksbad hatte einige Attraktionen zu bieten. Seit 1994 liegt das Bad aber im Dornröschenschlaf.


Er selbst hat — folglich natürlich mit einigen Unbekannten — eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt und ist überzeugt: „Wenn man nur eins der drei Becken flutet und außerdem denkmalgerecht einen Gastronomiebetrieb einführt, dann kann das Volksbad wirtschaftlich arbeiten.“

Ziel ist es, 20 bis 30 Schaufenster mit den großformatigen, lichtdurchlässigen Bildern von Fotografin Betina Helmer zu plakatieren. Fest gebucht sind momentan fünf weitere, unter anderem wird das Café „La Ola“ in der Hochstraße verschönert. In der Fürther Blumenstraße ist bald außerdem eine nächtliche Videoinstallation geplant. Ideengeber Günter Reichert will subtil, aber nachhaltig auf das Thema aufmerksam machen: „Dafür müssen die Passanten das Kleingedruckte lesen.“ Da erfährt man, worum es bei der Kampagne geht.

Ladenbesitzer, die mitmachen wollen (es müssen auch nicht immer Unterwasserfotos sein), können sich an info@kulturinitiative-volksbad.de wenden.


  

SUSANNE HELMER

6

6 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Kultur