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Donnerstag, 13.12.2018

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Zu sechst auf dem Gipfel des Könnens

Jubiläumskonzert des Nürnberger Akkordeon-Ensembles - 12.11.2017 19:13 Uhr

Dieses Selbstbewusstsein ist nicht unbegründet: Das 1997 von Marco Röttig gegründete Ensemble erhielt 2010 beim 10. International World Music-Festival in Innsbruck den Ersten Preis in der höchsten Wertungsstufe.

Dass solche Meriten nicht unverdient sind, bewies das ausverkaufte Jubiläumskonzert im Foyer des Neuen Museums. Neben Marco Röttig gehört die Bass-Akkordeonistin Martina Janschak zum Urgestein der Formation. Die weiteren vier Mittelstimmen sind wie im Falle von Eva Pauler-Müller, die als Musikpädagogin in Erlangen arbeitet, mit Hochschulweihen oder hohen Preisen bei Musikwettbewerben (Bernd Kastl, Kerstin Neefischer) dekoriert. Gemeinsam ist allen Sechs zudem die künstlerische Mitwirkung im Nürnberger Akkordeon Orchester (NAO) unter der Leitung von Stefan Hippe.

Mit Werner Heiders "drauf los" beginnt das Jubiläumskonzert mit einer programmatischen Ouvertüre. Denn die Akkordeonmusik, so wie sie die Nürnberger verstehen, ist immer auf der Suche nach neuer Originalliteratur für das Instrument. Mit Philipp Haags (Jg. 1998) spannend nebelverschleiertem "Irrlicht" und Ian Watsons (Jg. 1977) pulsierendem "SIX" wartet der Abend gleich mit zwei hochvirtuosen und musikalisch herausfordernden Uraufführungen auf, welche die ganze Klangbreite des Instrumentes vorführen.

Natürlich darf das Akkordeonspiel auch gefällig sein: Die Ouvertüre zu Mozarts "Hochzeit des Figaro" im Arrangement von Stefan Hippe ist genauso ein Ohrenschmeichler wie die sentimentalen Ausflüge zu Albeniz und Piazzolla, in denen Stimmführer Marco Röttig deutlich macht, dass man nicht unbedingt zum Bandoneon greifen muss, um sich an den Rio de la Plata zu träumen.

Das Finale setzt zum Höhenflug an: Das Motion Trio des Polen Janusz Wojtarowicz legt derzeit neue Maßstäbe im Bereich der Akkordeonmusik, verbindet beispielsweise Clubsounds mit osteuropäischer Folklore: Das ist mitreißend, virtuos und unterhaltsam zugleich. Marco Röttig und sein Nürnberger Akkordeon Ensemble überspringen auch diese Messlatte mit Leichtigkeit: Mit 20 Jahren ist man einfach im besten Alter.  

Peter Löw

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