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Landtagspräsidentin Barbara Stamm zu Besuch in Feucht

Für die CSU-Prominenz stand die Familie im Mittelpunkt - 20.01.2013 19:05 Uhr

FEUCHT  - Beim Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbandes Feucht sprach Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags, über ein Thema, das der ehemaligen Erzieherin besonders am Herzen liegt: Den Wert der Heimat und der Familie. Dabei spürten die Zuhörer bereits den Kampfwind für die diesjährige Landtags- und Bezirkstagswahl aufkommen.

Barbara Stamm bei ihrer Rede im Zeidlerschloss.
Barbara Stamm bei ihrer Rede im Zeidlerschloss.
Foto: Der Bote
Barbara Stamm bei ihrer Rede im Zeidlerschloss.
Barbara Stamm bei ihrer Rede im Zeidlerschloss.
Foto: Der Bote

Zusammengekommen war das „Who-is-who“ der christsozialen, bayerischen Politik im renovierten Zeidlerschloss, um sich gegenseitig Zufriedenheit über das vergangene Jahr zu versichern und Themen für den Wahlkampf anzusprechen.

Unter den Gästen waren unter anderem Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler, die Mitglieder des Bayerischen Landtags Dr. Thomas Beyer, Kurt Eckstein und Hermann Imhof, das ehemalige Bundestags-Mitglied Hansgeorg Hauser, die Bezirksräte Barbara Titzsch und Norbert Dünkel, Landrat Armin Kroder, der Feuchter CSU-Ortsvorsitzende Axel-Wolfgang Schmidt, Kreisräte aus Feucht und zusätzlich Mitglieder des Marktgemeinderates.

Als ehemalige bayerische Sozial- und Gesundheitsministerin sprach Stamm über wahlkampfrelevante Themen und die Erfolge ihrer Partei. Die 68-Jährige begann ihre Rede mit einer Umfrage des Bayerischen Rundfunks, laut der 70 Prozent der Bayern zuversichtlich in die Zukunft schauen und 98 Prozent der Menschen gerne im Freistaat leben.

Dies, so Stamm, zeige die enge Verwurzelung mit der Heimat. Schließlich sieht die Lage in Bayern recht rosig aus: „Wir haben im Freistaat so wenig Arbeitslose wie noch nie. Die Jugend hatte noch nie so große Chancen auf einen Arbeitsplatz und das Wirtschaftswachstum stimmt – trotz der Krise.“ Dennoch versprach sie: „Wir werden nicht übermütig, heben nicht ab.“ Und: „Wir sind gut. Aber nicht so gut, als dass wir nicht noch besser werden könnten.“

Vereinbarkeit von Beruf und Familie


Mehr Kinder für Bayern Um den Wert der Heimat zu erhalten, ist die Eindämmung einer Gefahr von entscheidender Bedeutung: Der demografische Wandel muss gestoppt werden. Ein Anliegen, das der dreifachen Mutter besonders am Herzen liegt. „Wir müssen den Wert der Familie in der Gesellschaft erhalten“ lautet, ihr Credo. Eine „Diffamierung der Herdprämie“ hält sie für den falschen Weg.

Stattdessen sei das Erziehen von Kindern ein unglaublicher Wert, auf den nicht verzichtet werden könne. Geld für Kindergärten und Krippen sei wichtig, doch damit sei es längst nicht getan. Um die Kinderrate zu steigern, setzt sie auf eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch Väter wünschten sich mehr Zeit mit ihren Sprösslingen.

Doch es geht längst nicht nur um die Frage der Betreuung. Eltern bräuchten Sicherheit, dazu zählten ein fester Arbeitsvertrag und günstiger Wohnraum. Letzteres, so die Landtagspräsidentin, sei ein Pfund, mit dem jede Gemeinde wuchern könne und der besonders junge Familien in die Kommunen lockt. So betonte sie abermals: „Schauen Sie mal wie familienfreundlich wir sind.“

Marlene Mortler stieß bei ihrem Grußwort ins gleiche Horn wie ihre Parteikollegin: „Wer glaubt, Familie wird immer unwichtiger, dem will ich widersprechen. Sie ist die Keimzelle unserer Gesellschaft.“ Bezirksrätin Titzsch lobte die Schönheit Frankens vom Aischgrund bis zur Hersbrucker Schweiz und Hermann Imhoff freute sich bei seiner Begrüßung auf die persönliche Begegnung am Neujahrsempfang.

Schließlich schätze er diese – trotz moderner Kommunikationswege wie Twitter. Er hofft auf einen sachlichen und fachlichen Wahlkampf in diesem Jahr. Gegen eine persönliche Diffamierung wie in den USA sprach er sich aus. Das Grußwort von Feuchts Bürgermeister Konrad Rupprecht fiel bewusst kurz aus. Schließlich stehe bei ihm der Wahlkampf erst im nächsten Jahr an. „Deshalb will ich es hiermit bewenden“, sagte er augenzwinkernd und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Feuchts Goldenes Buch ist vier Kilogramm schwer

Vor dem Gang zum Zeidlerschloss hatte sich Stamm im Rathaus ins Goldene Buch des Marktes eingetragen – bereits zum zweiten Mal. Damit ist sie auf gutem Wege das Sprichwort „Aller guten Dinge sind drei“ zu erfüllen. Das Goldene Buch der Gemeinde bringt satte vier Kilogramm auf die Waage – und auch sein Inhalt ist von gewichtiger Natur: Über die Jahre brachten viele berühmte Persönlichkeiten in dem Dokument ihre Unterschrift zu Papier.

So unterzeichnete Barbara Stamm bereits 1995 als Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit; nun, 18 Jahre später, als Präsidentin des Bayerischen Landtages. Erster Bürgermeister Konrad Rupprecht freute sich sehr über den Besuch der Unterfränkin und brachte ihr in seinen Grußworten sowohl die Historie des Ortes als Zeidlergemeinde als auch das aktuelle politische Geschehen in Feucht nahe.

Stamm bezeichnete die Kommunalpolitik als „das große Herzstück der Politik“ und hob dabei besonders hervor, dass diese ohne das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Gesellschaft unentgeltlich einsetzen, nicht möglich wäre. Außerhalb des Protokolls nutzte die Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich zum Abschluss des Neujahrsempfang die Gelegenheit, der Landtagspräsidentin den diesjährigen Orden zu verleihen. Mit einem dreifachen „Feucht - Fröhlich“ sowie „Franken - Helau“ fand der offizielle Teil des Empfangs sein Ende. 

kap/db


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