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Landtagswahl: So wird in Fürth und im Landkreis gewählt

Von der Erst- und Zweitstimme bis zum Überhangmandat: Fakten im Überblick - 20.08.2018 11:00 Uhr

Der Stimmkreis 510 umfasst eineinhalb Landkreise, zur 509 gehören neben Fürth noch Zirndorf, Oberasbach und Stein. © NN-Infografik


Zwei Stimmkreise

Stadt und Landkreis Fürth gehören zu zwei von 91 Stimmkreisen im Freistaat. FN-Leser wohnen entweder im Stimmkreis 509 – er umfasst die Städte Fürth, Zirndorf, Oberasbach und Stein. Oder in 510: Zu ihm zählen die restlichen elf Kommunen des Landkreises Fürth sowie der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Die jeweiligen Direktkandidaten finden Sie unten auf dieser Seite.

Erst- und Zweitstimme

Der Bürger hat bei der Landtagswahl eine Erst- und eine Zweitstimme. Im Grunde wie bei der Bundestagswahl, dennoch gibt es wesentliche Unterschiede.

Die Direktkandidaten

Damit alle bayerischen Regionen im Parlament vertreten sind, wird aus jedem Stimmkreis wie bei der Bundestagswahl mit der Erststimme ein Abgeordneter direkt gewählt. Das bedeutet: Es ziehen 91 direkt gewählte Abgeordnete ins Maximilianeum ein.

180 Mandate

Insgesamt sind für den Landtag aber 180 Sitze zu vergeben. Wie kommen die übrigen 89 zustande? Die Antwort: über die Listen der Parteien in den sieben Wahlkreisen – diese sind gleichbedeutend mit den sieben Regierungsbezirken. Ausschlaggebend hierfür ist nicht allein die Zweitstimme, sondern die Summe aus Erst- und Zweitstimme. Anders als bei der Bundestagswahl sind die Erststimmen der unterlegenen Direktkandidaten also nicht "verloren", sondern werden ihren Parteien gutgeschrieben. Die Erststimme hat folglich deutlich mehr Gewicht als bei der Bundestagswahl.

Bewegung auf der Liste

Die Zweitstimme hat bei der Landtagswahl eine personalisierte Funktion, da nicht nur eine Parteienliste, sondern auch ein einzelner Kandidat gewählt wird. So kann der Wähler die von den Parteien vorgegebene Reihenfolge beeinflussen, Bewerber mit vielen Stimmen können nach vorne katapultiert werden und haben bessere Chancen, in den Landtag einzuziehen. Überhangmandate möglich

Überhangmandate entstehen dann, wenn eine Partei mehr Direktmandate in den Stimmkreisen gewinnt, als ihr durch ihren Anteil an der Gesamtstimmenzahl zustehen. Dadurch steigt die Gesamtzahl der Abgeordneten auf über 180. Zuletzt war das von 2008 bis 2013 der Fall.

Die Fünf-Prozent-Hürde

In den Landtag können nur die Parteien einziehen, die mindestens fünf Prozent der Gesamtstimmen erhalten haben. Trifft das nicht zu, bekommt selbst der mit der Erststimme direkt gewählte Kandidat kein Mandat.

Bezirkstagswahl am selben Tag

Zeitgleich stimmt der Bürger am 14. Oktober auch über die sieben bayerischen Bezirkstage ab. Es gelten die gleichen Wahlgrundsätze wie für den Landtag. Allerdings gibt es keine Fünf-Prozent-Sperrklausel.

Die Wahlbenachrichtigung

Alle Stimmberechtigten, die am Stichtag 2. September 2018 bei einer Gemeinde in Bayern für eine Wohnung gemeldet sind, werden von Amts wegen in das Wählerverzeichnis eingetragen und erhalten von ihrer Gemeinde bis 23. September eine Wahlbenachrichtigung.

Briefwahl beantragen

Auf der Rückseite dieser Wahlbenachrichtigung befindet sich ein Wahlscheinantrag, mit dem die Briefwahlunterlagen bei der zuständigen Gemeinde angefordert werden können.

Hinweis der Redaktion: In der ersten Fassung stand, dass es in Bayern 90 Stimmkreise und somit auch 90 Direktkandidaten gibt. Wir haben den Fehler korrigiert: München hat wegen gestiegener Einwohnerzahlen einen zusätzlichen Stimmkreis hinzubekommen, es sind damit 91 Stimmkreise (und Direktkandidaten) in Bayern. 

Johannes Alles

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