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„Da wundere ich mich auch immer.“, lacht Rainer Pirzkall, der gleichzeitig Sänger und Rapper der Band ist, die aus allen Flecken der Welt stammen. Wie sollen zehn Köpfe unter einen Hut gebracht werden? Doch irgendwie haben Carlos Reisch dieses Künststück drauf, denn für ihren warmen Sound, der auch auf ihrem Debüt zu hören ist, braucht es einen Vibe innerhalb der Band selbst. Es ist zu hören, dass sich die Musiker verstehen.
Fast 12 Monate haben die Aufnahmen zum ersten Album gedauert. Diese begannen im MUZ-Studio, von diesem Material schafften es immerhin drei Tracks auf die Platte. Doch schnell wurde umdisponiert. „Es hatte ganz einfach taktische Gründe.“ Der Rest von „Need to dance“ entstand dann bei Markus Kühn, der mehr Raum und Equipment bot. Der gute Draht zur Musikzentrale blieb trotzdem erhalten.
Die Band startete bereits 2005 als instrumentales Trio, verzichtete aber noch auf eine Stimme und hatte sich ganz dem Groove verschrieben. Doch stetig kamen neue Mitmusiker hinzu. „Ende 2008 gab es den Neuanfang. Da waren wir erstmalig mit zehn Leuten am Start.“ Aus den Anfangstagen stammen heute noch Titus Lesczcynski am Bass und Michael Otto an der Gitarre.
Und auch wenn es nur noch zwei Musiker unter zehn sind, die aus der Ursprungsbesetzung stammen, so ist doch eindeutig auf „Need to dance“ zu vernehmen, dass die Band eine Einheit ist, die sich versteht und sich einen eigenen Sound erspielt hat. Der Groove der Anfangstage entwickelte sich stetig weiter. „Als ich dann dazu kam, kam dann noch eher die textliche, sprachliche Komponente hinzu, da wurde es HipHop-lastiger. Dann kamen die Mädels hinzu und es wurde souliger.“
Dabei sind die Einflüsse zahlreich. Da wären die unterschiedlichen Herkünfte der Bandmitglieder, aber auch Musiker wie Joe Coltrane und Erykah Badu, die jeweils für die Entwicklung und Erdung ihrer Genres stehen. Pirzkall selbst gerät auch bei den Roots oder Q-Tip ins Schwärmen.
Dass sich diese ganzen Einflüsse zum Flow bündeln, der „Need to dance“ seinen pulsierenden Funk verleiht, erscheint dann fast logisch. An allen Ecken pumpen die Bläser, der Gesang der Damen im Background hebt an und Pirzkall lässt seine Verse fallen. Der Track „Control of your mind“ klackert etwa so über seinen staubtrockenen Beat, bevor der Refrain dahin fliegt. „Das Album ist eine Momentaufnahme. Das zweite Album wird anders“, verrät Pirzkall schon mal. „Im Prinzip war es immer Jammen im Proberaum und dann entsteht irgendwas.“ Für den nächsten Wurf wird die Sache neu angepackt und vier bis fünf Bandmitglieder machen sich vorab ans Schreiben der Tracks.
Doch Musik ist hier mehr. Es geht nicht nur um Groove, sondern auch um ein Lebensgefühl, das transportiert werden will. „Wir sind also nicht nur ausgewählte Musiker, sondern auch ein Freunde-Cluster. Das merkt man ja sicher auch an der Musik und den Texten. Locker und beschwingt.“, sagt Pirzkall mit einem Lachen. „Wir glauben, dass unsere Musik das Bedürfnis anregt, sich zu bewegen.“ Nach der knappen Stunde, die „Need to dance“ rotiert, ist klar, dass dies keine Glaubensfrage mehr ist. Der Flow ist ins Ohr gesetzt.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.
