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Green Day Klappe die Erste: "¡Uno!"

In einer Trilogie feuern die Kalifornier bis Januar gleich drei neue Alben auf den Markt - 28.09.2012 15:08 Uhr

Green Day bescheren ihren Fans in diesem Jahr eine ganze Trilogie: Los ging's am 21. September mit "¡Uno!"

Green Day bescheren ihren Fans in diesem Jahr eine ganze Trilogie: Los ging's am 21. September mit "¡Uno!" © ap


Das Ergebnis der Studio-Arbeit im Akkord heißt „¡Uno!, ¡Dos!, ¡Tré!” und soll laut Lead-Sänger Billie Joe Armstrong als Punkrockspektakel epischen Ausmaßes die Musikwelt aus den Schuhen heben. Den Auftakt macht "¡Uno!" – ein Album, von dem die Band selbst sagt, dass es dem klassischen Green-Day-Sound weitgehend treu bleibt.

Der erste Titel „Nuclear Family“ fühlt sich entsprechend wohlig-vertraut an, es gibt viel in Achteln durchgepauktes Gitarrengerumpel im Hintergrund und insgesamt eine schön-eingängige Melodie mit Ohrwurmpotenzial. Auch „Stay the night“ und „Carpe Diem“ belassen den Green Day-Fan im Zustand heimeligen Zuhause-Seins – keine Überraschungen, aber auch keine Enttäuschungen.

Zwei kleine Wachrüttler sind „Let yourself go“ und „Loss of Control“: ein aggressiverer Text gespickt mit ein paar „bösen“ Wörtern, dazu der ein oder andere ins Mikro gekreischte Satz und ein drängender Takt – schon erinnert uns Green Day daran, dass wir es hier übrigens mit echten Punkrockern zu tun haben. Warum sie ihre Fans andererseits auf einen Ausflug in die Welt des Pop-Rocks entführen, ist allerdings schwer zu verstehen: Mit einem verräterischen „Wohooo“-Ruf im vierten Takt lässt „Kill the DJ“ beispielsweise von Anfang an keinen Zweifel daran, dass sich da ein Partyhit anbahnt, zu dem die Popos nur so wackeln sollen. Ob’s nun gefällt oder nicht, der Song ist wohl ein ehrbarer Versuch, alte Muster ein bisschen aufzupeppen und auf neue – und ungewohnte – Weise das Feierbiest aus den Fans der Kalifornier heraus zu kitzeln.

Zum Abschluss ein Ruf nach Liebe

Den fulminanten Abschluss des ersten Streichs der Green Day - Trilogie soll “Oh Love” machen. Der Song wurde bereits als Single ausgekoppelt und dürfte dem ein oder anderen schon über den Weg gelaufen sein. Als Kracher zum Schluss lässt sich der mit seinem brav dahinwippenden Rhythmus, dem fast gospelartigen Refrain und der seichten „Where’s the love“ – Thematik beim besten Willen nicht bezeichnen. Stattdessen gibt’s leichten Gute-Laune-Rock zum Mitklatschen – mehr ein Betthupferl als ein Stimmungsmacher – aber zum fröhlich Dazu-Zappeln reicht’s allemal.

Über die epischen Ausmaße des Albums lässt sich also streiten – die Titel sind bis auf ein, zwei Ausreißer Richtung Pop unverkennbar Green Day, die Texte machen es sich irgendwo zwischen Teenie-Schmerz und versuchter Punk-Aggression gemütlich; dabei lässt der angekündigte große Knall natürlich auf sich warten. Trotzdem muss nicht immer alles auf höchstem Niveau tänzeln und vor Tiefsinnigkeit triefen, um Spaß zu machen – und das gilt auch für "¡Uno!".

Unsere Bewertung: gut gemeinte 6 von 10 Schallplatten 

Katharina Brenner

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