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Reizüberflutung mit den Orsons

Zwischen Kopfschütteln und Kopfnicken: Die neue Platte "Das Chaos und die Ordnung" - 12.10.2012 21:50 Uhr

NÜRNBERG  - Die Orsons sind seit ein paar Jahren die zuverlässigsten Naturoptimisten und Liebesverteiler. Wenn die vier Herren des Labels Chimperator sich an Musik machen, dann steckte da bisher viel Quatsch drin, der einerseits Kopfschütteln verursachte und anderen ein Kopfnicken abverlangte.

Die Orsons veröffentlichten "Das Chaos und die Ordnung".
Die Orsons veröffentlichten "Das Chaos und die Ordnung".
Foto: Universal Music
Die Orsons veröffentlichten "Das Chaos und die Ordnung".
Die Orsons veröffentlichten "Das Chaos und die Ordnung".
Foto: Universal Music

Letzteres meist mit einem breiten Grinsen zusammen. Die Orsons sind überhaupt putziger als K.I.Z. und wenn jemand das Wort "Scheide" in den Mund nimmt, dann mit dem gleichen Kichern, mit dem es Fünftklassler im Aufklärungsunterricht vorlesen würden. Doch daneben bedeuten die Orsons auch, dass vier Köpfe sich auf einen musikalischen Kompromiss einigen müssen. War das früher der unbedingte Wille, dass jede Stimme möglichst in jedem Track auftaucht, haben sich Maeckes, Plan B, Kaas und Tua davon mittlerweile verabschiedet.

Und somit ist ihre dritte Platte nicht nur ein Schritt nach vorne, sondern vor allem auch zur Seite. Denn es lässt sich bei fast jedem Track ablesen, aus wessen Feder er stammt oder wer ihn auf "Das Chaos und die Ordnung" gedrückt hat. Dass Maeckes und Tua nicht die größten Spaßvögel auf ihren Soloalben sind, sollte mittlerweile bekannt sein. Doch trotzdem gibt es "Rosa, Blau, Grün", in dem irgendwie doch wieder alles verläuft. "Nehmt euch ruhig das größte Spielzeug", ist da die Ansage und auf dieser merkwürdig geschrumpften Polka samt Autotune kommt das ziemlich gut.

Die Kunst der Orsons ist vielleicht, dass daraus kein wirkliches Spannungsfeld entsteht, sondern die Dinge vollkommen normal nebeneinander stehen. "Unperfekt" und "Vodka Apfel Z" sind schlicht unterschiedliche Facetten des Kollektivs.

Über fünfzehn Tracks klappt das, doch vielleicht wären ein paar Seitenwege nicht unbedingt nötig gewesen. Denn der Anschluss von "Jetzt" an den Rest der Platte passt nicht so ganz, weil die Atmosphäre in diesem Track ziemlich einzigartig ist. Und alles passt für den Moment. Jetzt bitte keinen Scherz. Wir sind hier nicht in Kuckuckswolkenheim. Was nicht ist, kann schon sein. Nur muss es das nicht immer.

Wertung: 6 von 10 Platten 

Björn Bischoff


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