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Der Name selbst ist klar: Darin stecken das althochdeutsche „hag“, was so viel wie Einfriedung oder Dornengebüsch bedeutet, sowie das alte „butte“ oder „butzen“, was man mit Klumpen oder Gefäß ins Neuhochdeutsche transportieren kann. Und wie ein Gefäß nimmt die Frucht der Hundsrose tatsächlich die vielen steinharten Samen auf. Das heißt: Frucht stimmt natürlich nicht: Der „Butzemann“ des Kinderliedes ist nur eine Scheinfrucht. Zumindest botanisch gesehen.
Der Blütenboden der Rosenblüte hat sich bei der Fruchtbildung hochgewölbt und die eigentlichen Samen eingebettet in feine Härchen, das Juckpulver der Kinderzeit, in einer äußerst aromatischen, vitaminreichen und wohlschmeckenden Hülle verpackt.
Dass man aus Hagebutten Hiefenmark machen kann, das wunderbare „Krapfenblut“ bei Faschingskrapfen, ist zumindest in Süddeutschland seit Jahrhunderten bekannt. Bei der Herstellung des tiefroten hocharomatischen Marks gehen allerdings doch etliche Inhaltsstoffe verloren. Insbesondere der bei rohen Früchten schier unglaubliche Vitamin-C-Gehalt nimmt deutlich ab.
Hagebutten haben es aber auch sonst noch in sich: Insbesondere die rohen Früchte sind ein ausgezeichnetes Mittel gegen Rheuma und Arthrosen. Was die Volksmedizin auch schon seit Jahrhunderten wusste, wurde inzwischen in zwei wissenschaftlichen Studien bestätigt: Den Erkrankten ging es nach Einnahme von Hagebutten-Präparaten deutlich besser. Nebenwirkungen hat das „Heinzerlein“, wie einer der vielen Namen der Hagebutte ist, nicht. Dafür hilft es auch noch bei Venenleiden und Zahnfleischbluten. Gerade im Winter ist Hagebuttentee ein wohlschmeckender Vitaminspender.
Dass derart Gutes auch von der Tierwelt geschätzt wird, ist wohl selbstverständlich. Die Hundsrose wird (als Strauch natürlich) von 103 Kleinlebewesen als Futterstrauch genutzt. Die Raupen von 31 Schmetterlingsarten nagen an Blatt und Blüte. Und 27 Vogelarten naschen an den Vitamin-Früchten. Und sorgen so nebenbei für die Verbreitung der Wildrose. Denn nur, wenn die Samen die Vögelmägen passiert haben und wieder ausgeschieden werden, können sie keimen.
Auch andere Rosenarten weisen die fleischigen aromatischen Früchte auf. Und alle sind essbar. Allen voran die bis zu drei Zentimeter dicken Scheinfrüchte der Kartoffelrose (Rosa rugosa). Mit ihren großen kräftig gefärbten Blüten ist die Rose, die ursprünglich von der nordasiatischen Halbinsel Kamtschatka stammt, immer beliebter geworden. Kaum eine Straße, an der die Kartoffelrose inzwischen nicht wuchern darf. Mit vielen negativen Folgen: Die Asiatin wächst dermaßen stark, dass sie einheimische Rosenarten regelrecht erdrückt. Und auch bei den Tieren ist die Kartoffelrose nicht sonderlich beliebt. Die Blätter etwa sind viel zu hart für die Insektenraupen.
Wer sich die aufwändige Arbeit machen will, selbst Hagebuttenmarmelade oder süßscharfe Hagebuttensaucen für Fondues herzustellen: Gesammelt werden die Scheinfrüchte zwar im Oktober und November vor dem ersten Frost. Aber auch jetzt haben sie ihren Reiz. Wenn sie weich von der Kälte sind, lassen sie sich wunderbar direkt vom Strauch essen. Eine Aromakur aus der Natur.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.