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Bezeichnungen, die heute so mancher Trendsetterin Gänsehaut und sehnsuchtsvolle Träume bereiten: Rouge Noir, Black Satin, Jade, Black Pearl oder auch Particulière heißen einige Farben der Kosmetikfirma Chanel, der es mit einer schlauen Werbestrategie gelang, dass um 13 Milliliter farbige Flüssigkeit ein Riesenhype gemacht wird. Denn eigentlich ist doch alles schon einmal da gewesen. Helles Rot. Dunkles Rot. Mittel-Rot. Rosa. Pink. Rotbraun.
Aber die Kunst liegt in der Vermarktung. Man macht aus den Fläschchen einfach limitierte Editionen, lässt die Models bei den großen Schauen damit herumlaufen und lanciert dann einen so genannten „Erstverkaufstag“. Das kennt man von Büchern oder von CDs. Aber nun auch Nagellacke..?
Es funktioniert offenbar bestens. Die Trendfarbe dieses Frühjahrs hieß „Mimosa“, ein eitergelber Lack, der so rasch ausverkauft war wie Grillfleisch an einem sonnigen Samstag. So richtig los ging die Hysterie aber schon 1994. Da nämlich kratzte sich die Schauspielerin Uma Thurman in „Pulp Fiction“ mit ihren in Chanel Nr. 18 „Rouge Noir“ lackierten Nägeln und die Frauen wurden verrückt. Der Lack war innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Weltweit.
Heute ist Peter Philips Global Creative Direktor für Chanel Make-up. Und er ist für eine Lackhysterie nach der anderen verantwortlich. Er hat auch die Nuance 505 (Particulière) „geschaffen“, wie es anerkennend heißt. Den Farbton hatte er an die pastellfarbene Frühjahr-/Sommerkollektion 2010 angelehnt und damit einen Riesenerfolg erzielt.
Das war schon sein zweiter Coup, nachdem er 2009 mit dem froschigen Grünton „Jade“ die Damenwelt entzückte. Die Londoner Times schrieb damals jubelnd vom „Volltreffer“, den Philips gelandet habe, angesichts der untypischen Farbe, die bald zum Kultobjekt avancierte. Als dann vergangenes Jahr „Particulière“ in ausgewählte Parfümerien kam, eine Farbe, die an Omas braun-lila Wollstrümpfe erinnert, wurde in der Welt der Modebewussten eine Massenhysterie ausgelöst.
Die Deutschland-Sprecherin der Parfümerie Douglas berichtete damals, man hätte das Hundertfache verkaufen können, Frauen hätten sie privat angerufen, um an den Lack zu kommen. „Das war total verrückt“, schilderte die Sprecherin. Und die Frauenzeitschrift Glamour prophezeite, dass „Fingerfarben“ nun Trend-accessoires würden. Eurovision-Songcontest-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut etwa trug die Nägel bei ihren Auftritten tiefschwarz lackiert. Das sieht man ja inzwischen auch reichlich oft.
Die neuen Nagellacke für Herbst/Winter 2011/12 gibt es übrigens jetzt zu kaufen. Hier scheint „Peridot“, das an die grün-braun-gold schimmernde Haut einer Kröte erinnert, sehr en vogue zu sein. Zumindest will man uns davon überzeugen.
Welcher Lack aus der neuen EdelKollektion sich wirklich durchsetzt, lässt sich bald bei eBay feststellen: Dort nämlich kann man die im Laden bereits ausverkauften Fläschchen, die sonst um die 20 Euro kosten, zum fünffachen Preis ersteigern. Wer so viel nicht ausgeben mag, aber dennoch im Trend sein will, greift zu den günstigeren Marken, die mit der gleichen Farbpalette nachziehen. Lackierte Fingernägel tragen ja kein Logo.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.