Arbeit kann manchmal purer Stress sein: Das Handy klingelt Sturm, die Mailbox quillt über und der Chef hat schlechte Laune. Doch mit ein paar einfachen Regeln lässt sich der Dauerdruck im Job besser bewältigen. Ratschläge dazu gibt Professor Dirk Windemuth vom Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.
Stille Stunde
Eine Stunde am Tag sollten Chefs und Angestellte nicht erreichbar sein, um voll konzentriert zu arbeiten. Das Handy wird am besten abgeschaltet, der Festnetz-Anschluss auf einen Kollegen umgeleitet und eine automatische Abwesenheits-Nachricht für eingehende Mails eingerichtet. An der Tür sollte ein Schild ungebetene Gäste abwimmeln. „In der stillen Stunde kann man endlich in Ruhe komplexe Sachverhalte bearbeiten“, erklärt Windemuth. Normalerweise werden Büroangestellte im Job oft unterbrochen — dann zieht sich die Arbeit in die Länge. Das sorgt für Frust.
Mailflut stoppen
In Amtsstuben und Betrieben werden nach Einschätzung des Psychologie-Professors viel zu viele Mails verschickt. Das lenkt ab — und das Wichtige wird am Ende doch überlesen. Deshalb sollten überflüssige Newsletter abbestellt werden und Kollegen nur dann Mails weitergeleitet bekommen, wenn das wirklich absolut nötig ist. Das gilt auch für den Chef: Es ist eine Illusion zu glauben, dass Vorgesetzte alle Mails ihrer Abteilung ganz nebenbei lesen und sich die Informationen merken können. Wenn dann etwas falsch gemacht wird, sagt der Mitarbeiter zu seinem Chef: „Das habe ich Ihnen doch als Kopie geschickt“ Dann droht Streit im Büro.
Kein Multitasking
Beim Telefonieren Mails lesen, nebenbei chatten und zwischendurch noch Kollegen Kommentare zurufen — das kann nur schiefgehen, sagt Windemuth. „Niemand kann Multitasking, auch Frauen nicht.“ Deshalb rät er dazu, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Dadurch vermeiden Berufstätige, Fehler zu machen.
Termine einhalten
Wenn Besprechungen zu lange dauern, müssen andere Meetings verschoben werden — dadurch zieht sich der Arbeitstag mitunter bis in den Abend. Zu später Stunde lässt die Konzentration aber nach, und die Fehlerquote erhöht sich. Damit wächst auch die Unzufriedenheit. Deshalb empfiehlt Windemuth, Konferenzen so kurz wie möglich abzuhalten und Termine einzuhalten: „Man muss pünktlich mit Besprechungen anfangen und auch pünktlich aufhören.“
Pausen einlegen
Niemand kann stundenlang konzentriert durcharbeiten, sagt Windemuth. Deshalb rät er, jeweils nach einer Stunde Arbeit eine Pause von fünf Minuten zu machen. Diese Zeit können Arbeitnehmer zum Beispiel für einen Gang in die Teeküche oder eine Stippvisite beim Kollegen nutzen.


Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
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