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Der Trabant war für die marode DDR das ideale Fahrzeug: technisch ausgereift, weil schon seit gut 35 Jahren fast unverändert im Bau, anspruchslos, unverwüstlich, unrostbar — die Karosserie war mangels teurem Blech aus baumwollverstärktem Phenoplast — (Renn-)Pappe eben.
Das Fahrgefühl: unbeschreiblich! Ein knatterndes 600-ccm-Zweitakt-Motörchen mit 26 PS trieb den 620 Kilogramm leichten Wagen über die Vorderräder erstaunlich flott voran. Wie in einem Gokart mit einem Hauch von Luxus bretterte der Reisende mit dem Trabi über die Bodenwellen. War er schnell genug, glitt die „Gehhilfe“ (DDR-Spott) geradezu sanft über den bröckelnden Asphalt.
Die Straßenlage war überraschend stabil — wie der Käfer als Kübelwagen eignete sich auch der Trabant Kübel gut fürs Gelände. Für Volksarmee und Grenztruppen war er unverzichtbar.
Vor genau zwanzig Jahren lief der letzte volkseigene Volkswagen in Zwickau vom Band. Optisch fast unverändert, werkelte in ihm ein moderner 40-PS-Viertaktmotor aus Wolfsburg. Der Staat war fast pleite und griff zu dieser Notlösung, um das murrende Volk bei Laune zu halten. So war der letzte Trabi ein Symbol für den bevorstehenden Zusammenbruch der letzten Diktatur auf deutschem Boden.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.