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Im Bett mit kleinen Monstern

30.07.11

Hausstaubmilben sind nur unter dem Mikroskop sichtbar und nur für Allergiker gesundheitsschädlich.

Sie haben acht Beine und ein monsterähnliches Gesicht. Glücklicherweise sind Milben nur unter dem Mikroskop zu sehen. Wenn nur ihr Name genannt wird, schüttelt es die meisten Menschen: Die Vorstellung, mit ihnen Bett und Wohnung teilen zu müssen, löst Unbehagen oder sogar Ekel aus.

„Dabei gehören Milben seit der Urzeit zum menschlichen Umfeld und haben mit mangelnder Sauberkeit nichts zu tun“, sagt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Für Menschen, die nicht allergisch reagieren, sind die Tierchen vollkommen harmlos – nicht aber für Menschen mit einer Hausstaubmilben-Allergie.

„Bei einer solchen Unverträglichkeit werden die Symptome durch den Kot der im Hausstaub lebenden Milben ausgelöst“, erklärt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund. Die Kotbällchen trocknen aus und zerfallen in sehr kleine Teilchen, die sich mit dem Hausstaub verbinden. Dieses Gemisch atmet der Mensch ein – und das kann zu allergischen Reaktionen führen.



Milben gedeihen am besten im Bett, wo es schön warm und etwas feucht ist, erläutert die Stiftung Warentest in Berlin. Dort bekommen sie als bevorzugte Nahrung auch noch jede Menge Hautschuppen ab. So sei es unvermeidlich, dass sich bis zu 1,5 Millionen der winzigen Tiere in unseren Betten sammeln können.

Studien zufolge wird in einer Matratze nach sieben Jahren ein Höchstmaß an Allergenen erreicht. Deshalb rät die Stiftung Warentest, die Matratze aus Gesundheits- und Hygienegründen alle sieben bis zehn Jahre auszuwechseln. Auch für Schwalfenberg ist „die Sanierung des Bettes die wichtigste therapeutische Maßnahme“.

Allergiker sollten Matratzen mit allergendichten Überzügen, sogenannten Encasings, beziehen. Das Bettzeug und die Bettwäsche müssen regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Bei einer schweren Allergie bietet es sich zudem an, allergendichte Zwischenbezüge zu benutzen, rät die Expertin.

Mit dem größten Fehler rechnet aber kaum jemand: „Ein ordentlich gemachtes Bett erleichtert den Milben das Überleben“, erläutert Schwalfenberg. Denn die über Nacht durch Schwitzen angesammelte Flüssigkeit kann unter der zusammengelegten Bettdecke nicht richtig entweichen und die hohe Luftfeuchtigkeit in der Decke und Matratze bleibt erhalten.

Deshalb sollten nach dem Aufstehen zuerst die Decke zurückgeschlagen und die Schlafräume gelüftet werden. Die Matratze muss währenddessen unbedeckt sein, damit auch aus dieser die Feuchtigkeit entweichen kann.

In Kinderbetten liegen häufig Kuscheltiere – und diese sind wie Kissen, Decken und Matratzen voller Milben. Um die Stofftiere zu säubern, sollten sie für 24 Stunden in die Kühltruhe gelegt werden, rät Schwalfenberg. Allerdings beseitige dies nicht den Milbenkot, sondern töte nur die Tierchen. Effektiver sei es, Teddy und Co. regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen.

Kleidung sollte nicht in Bettnähe ausgezogen werden, rät die Stiftung Warentest. Denn beim Ausziehen der Hosen und Blusen werden viele Hautschüppchen durch die Luft gewirbelt. Früher wurde Allergikern außerdem empfohlen, den Teppichboden zu entfernen und glatte, wischbare Bodenbeläge zu verlegen. „Diese Empfehlung kann nicht mehr generell gegeben werden“, sagt Schwalfenberg. Für Allergiker seien glatte Böden nur dann besser, wenn sie mindestens alle zwei Tage feucht gewischt werden. Ob dieser Reinigungsaufwand wirklich zu realisieren ist, sei fraglich.

„Teppiche haben sogar Vorteile für Hausstauballergiker“, sagt Ernst Schröder, Geschäftsführer des Deutschen Teppich-Forschungsinstituts. Denn die in jeder Zimmerluft enthaltenen Staubteilchen werden, wenn sie zu Boden sinken, von den Florfasern festgehalten. Der Staubanteil in der Luft in Räumen mit Teppichböden sei dadurch geringer als in Zimmern mit glatten Böden.
  





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