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Sepp Dürr, kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, geht sogar noch weiter: „Wenn es konservatorische Bedenken gibt, dann kann das Bild nur einmal auf die Reise gehen und sollte als Dauerleihgabe im Germanischen Nationalmuseum bleiben“, beantragt er mit ironischer Spitzfindigkeit in der heutigen Plenumssitzung des Landtages.
Den Hintergrund stellte er gegenüber unserer Zeitung klar: „Dieses Gezerre um einzelne Werke oder Kultureinrichtungen, das da derzeit läuft, finde ich absurd. Wir brauchen eine grundsätzliche fachliche Debatte über eine kulturelle Landes-Entwicklungsplanung.“ Mit Blick auf die Drohung von Karl Freller (CSU), die Zustimmung zum Münchner Konzertsaal zu verweigern, falls Dürer nicht nach Nürnberg reisen darf, sagt Dürr: „Diese Gegenrechnerei bringt doch nichts. Wir müssen sehen, was für unsere kulturelle Identität in ganz Bayern wichtig ist. Da ist der Freistaat dann auch bei der Finanzierung gefragt.“ Das gelte für ein Spitzenorchester wie das des Bayerischen Rundfunks und seinen geplanten Konzertsaal genauso wie für eine Dürer-Schau in Franken.
Die Landesregierung „verschanze“ sich hinter der Wittelsbacher-Stiftung als Eigentümerin des Dürer-Bildes. „Dabei sitzt ein Vertreter des Kunstministeriums im dreiköpfigen Stiftungsrat“, so Dürr.
Die SPD stellt in ihrem Dringlichkeitsantrag fest, es „müsse für die Alte Pinakothek in München hinnehmbar sein, dass Besucher des Museums im betreffenden Zeitraum auf das Bild verzichten müssen.“ Wenn die Haller Madonna aus der National Gallery of Art in Washington oder Dürers Studie „Konstruktion eines idealen Kopfes“ von der British Library in London anreisen könnten, sei das wohl auch für Dürers Bildnis aus München möglich.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.