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Martin (Peter Schneider) ist ganz schön am Hund. Frisch aus der Therapie entlassen, entpuppt sich das Versprechen, in seinen alten Job zurückkehren zu können, als Lüge. Im Keller seiner Ex-Freundin, wo er seine Sachen untergestellt hat, betrachtet der Mathematiker ein letztes Mal die Fotos aus seinem alten Leben – um sich dann erneut Dämon Alkohol in die Arme zu werfen. Doch dann begegnet er dem kleinen russischen Straßenstreuner Viktor (Timur Massold) – und zieht mit ihm in den Wald, wo er nach langer Zeit erstmals wieder so etwas wie Glück empfindet. Schon bald allerdings gerät Martins Welt erneut ins Wanken.
Als einer der wenigen politischen Regisseure in diesem Land macht Hans Weingartner („Die fetten Jahre sind vorbei“) keinen Hehl daraus, wem in diesem bedrohlichen, immer undurchsichtiger werdenden Psycho-Spiel zwischen Realität und Wahn seine Sympathien gehören. Die Arbeitswelt ist böse, nur am Busen der Natur kann man Freiheit schmecken – da bin ich Mensch, da darf ich’s sein!
In der Stadt sind die Farben rausgedreht, draußen im Wald dafür umso voller und kräftiger. Doch nicht nur, wenn Martin nackt durch die Botanik läuft, kratzt der so ambitionierte wie überkandidelte Film hart an der gemeinen Sozialromanik.
Auch sonst erschließt sich leider nicht so ganz, worauf der Filmemacher mit dem Hang zum Plakativen hinaus will, zumal dem verkopften deutschen Aussteigermärchen im Finale endgültig jede Lockerheit abhanden kommt. Die Summe schöner Ideen endet im Fragment, von dem zumindest ein paar Bilder trotzdem im Kopf bleiben. (D/120 Min.; Meisengeige, Nbg.)

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.