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Ein aktuell so prominenter und medial beachteter Gast wie im vergangenen Jahr der chinesische Dichter und Dissident Liao Yiwu ist diesmal zwar nicht darunter. Doch auf mindestens eine Zusage ist Festival-Leiter Bodo Birk „mächtig stolz“: „Wir sind seit Jahren an A.L. Kennedy dran, diesmal mit Erfolg“, freut er sich. Der schottischen Schriftstellerin, eine der hervorstechendsten Stimmen der britischen Gegenwartsliteratur, ist das Porträt International am 25. August (20.30 Uhr) im Markgrafentheater gewidmet. Bei dieser Gelegenheit wird die Autorin, die auch als Stand-up-Comedian auftritt, ihren brandneuen Roman „Das blaue Buch“ erstmals in Deutschland vorstellen.
Deutschland-Premiere feiern auch die russische Autorin Ljudmila Ulitzkaja („Die grüne Zeit“) und Anthony McCarten aus Neuseeland („Ganz normale Helden“) mit ihren Werken. McCarten stellt zugleich die direkte Verbindung zur Frankfurter Buchmesse her, deren Gastland in diesem Herbst Neuseeland ist. Zählt man noch den belgischen Romancier, Regisseur und Fotografen Jean-Philippe Toussaint dazu (Autorenporträt am 26.8.), der mit seinem frischen Essay-Band „Die Dringlichkeit und die Geduld“ nach Erlangen kommt, oder auch die russische Lyrikerin, Essayistin und Bachmann-Preisträgerin Olga Martynova, so ist das Poetenfest diesmal auffällig international.
„Das hat sich so ergeben“, erklärt Bodo Birk, der das Festival „in Zukunft ein bisschen öffnen und ein paar Blicke nach außen werfen“ möchte — ohne den Fokus von der deutschsprachigen Literatur zu wenden. Die hat in Uwe Timm einen ihrer erfolgreichsten und geschichtsbewusstesten Vertreter. Für den 72-jährigen Romancier ist das Porträt am 24. August reserviert.
Am 25. und 26. August liegt das Glück der Poeten und Literaturfreunde wieder auf der Wiese. Im Schlossgarten lesen und diskutieren u.a. so verschiedene Schriftsteller wie Marcel Beyer, Michael Buselmeyer, einer der Finalisten beim Rennen um den Deutschen Buchpreis 2011, oder die Dramatikerin und Prosaautorin Dea Loher. Zu hören ist die in Paris lebende Autorin und Übersetzerin Anne Weber ebenso wie der Publizist Benjamin Stein, die Berliner Regisseurin und Schriftstellerin Jenny Erpenbeck und die Poetin Nora Bossong.
Und weil bei allem Hype um die Neuerscheinungen auch diejenigen nicht vergessen werden sollen, die die deutsche Literatur nachhaltig mitgeprägt haben, erinnert eine Soiree an die im vergangenen Dezember verstorbene Literatin Christa Wolf. Politisch wird es etwa bei der traditionellen Sonntagsmatinee unter dem Titel „Wer hat die Macht im Staat?“. Diskussionsthemen sind daneben auch die Bankenkrise in Europa und das Urheberrecht.
Doch ganz so betont wie im vergangenen Jahr soll das Politische nicht daherkommen. „Wir wollen uns diesmal auf das Literarische und seine Formen besinnen“, sagt Bodo Birk. Dazu gehören wie immer beim Poetenfest auch die Erlanger Übersetzerwerkstatt und das Junge Podium, auf dem sich die Kinder- und Jugendbuchautoren präsentieren.
www. poetenfest-erlangen.de

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