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Der Bulle und der Gentleman-Agent

Thrillerkomödie mit glänzender Besetzung: „The Guard — Ein Ire sieht schwarz“ - 21.09. 19:09 Uhr

Filme aus Irland haben schon für manche unvergesslich heitere Kinostunde gesorgt, man denke nur an „Lang lebe Ned Devine“. Auch „The Guard — Ein Ire sieht schwarz“ hat das Potenzial für einen langlebigen Kult-Hit.

Brendan Gleeson (re.) und Don Cheadle in „The Guard“.
Brendan Gleeson (re.) und Don Cheadle in „The Guard“.
Foto: Ascot Elite
Brendan Gleeson (re.) und Don Cheadle in „The Guard“.
Brendan Gleeson (re.) und Don Cheadle in „The Guard“.
Foto: Ascot Elite


Sergeant Boyle (einfach umwerfend: Brendan Gleeson) ist Polizeichef in der tiefsten Provinz Westirlands. Er ist faul, übergewichtig, stur und macht im Dienst keinen Schritt zuviel. Zudem ist er ein notorischer Grantler, dessen beißender, zuweilen auch rassistischer Spott bei einer Ermittlung von überregionalem Interesse einen neuen Adressaten findet: Notgedrungen muss er nach einem Mord und in Erwartung eines Drogentransports mit dem kompetenten schwarzen FBI-Agenten Everett (auch toll: Don Cheadle) zusammenarbeiten, der mit der irischen Mentalität im Allgemeinen und der nur von hämischen Witzchen unterbrochenen Unprofessionalität Boyles im Besonderen erst mal gar nichts anfangen kann.


Die politisch absolut unkorrekte Komödie von John Michael McDonagh ist zunächst einmal ein Buddy-Movie, in dem sich zwei unterschiedliche Charaktere zum Erreichen eines übergeordneten Zieles zusammenraufen müssen. Dieser Annäherungsprozess zeitigt herrlich schräge Situationen und Dialogköstlichkeiten, für die vor allem der ständig übellaunige Boyle zuständig ist. Der konsumiert beschlagnahmte Drogen, lässt an seinem freien Tag zwei Prostituierte aus Dublin anreisen und nervt seinen überaus höflichen US-Kollegen mit Rotzigkeiten am laufenden Band.

Über diverse Dialogschmankerl hinaus hat dieses schwarzhumorige Filmjuwel aber auch noch andere Qualitäten, etwa einen furiosen Showdown in Westernmanier (mit Morricone-ähnlicher Musik) und einige anrührende, melancholische Momente. Zum Beispiel wenn der dann gar nicht mehr zum Scherzen aufgelegte Boyle für seine krebskranke Mutter einen Flachmann ins Hospiz schmuggelt. Der auch in Nebenrollen (Mark Strong, Fionnula Flanagan) glänzend besetzte Streifen ist ein Highlight der Saison und garantiert ein rundum ungetrübtes Vergnügen. (IRL/GB/96 Min.; Cinecittà, Meisengeige, Nbg.; Lamm-Lichspiele, Erl.) 



MICHAEL MEIER

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