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Die Kündigung zum 31. Mai dieses Jahres war Zirk, der die Bühne seit 2008 im Alleingang managt, schon Ende November ins Haus geflattert. Doch der 51-Jährige wollte erst das Erzählkunst-Festival „ZauberWort“ Anfang Januar über die Bühne bringen, bevor er die Sache öffentlich machte. Inzwischen, so sagt er, habe sich auch sein Zorn etwas gelegt, die Kündigung hat er akzeptiert. „Erfreut bin ich natürlich nicht“, unterstreicht er. „Erhöhten Raumbedarf zur Schaffung des Bildungscampus“ (in dem Bildungszentrum und Stadtbibliothek seit 1. Januar aufgehen, wir berichteten) habe man ihm als Grund genannt. Pikant sei da, dass der neue Bildungs- und Kulturtanker „zu allererst einen kleinen, aber feinen Kultur-Einhandsegler wie die ErzählBühne versenkt“.
Geärgert hat sich Zirk auch über das wenig elegante „wie“ der Kündigung. „Ohne jegliche Vorwarnung“ habe man ihn vor vollendete Tatsachen gestellt. „Man hätte ja vorher nachbarschaftlich mit mir reden können“, meint der Erzähler. Dass die Art und Weise der Vertragsauflösung „nicht 100prozentig“ in Ordnung war, gibt Christian Kunze, kommissarischer Leiter der Stadtbibliothek, zu. Es tue ihm leid für Zirk, gegen den und seine Erzählbühne man nichts habe.
Doch für die Kündigung gebe es aufgrund der räumlichen Situation der künftigen Zentralbibliothek keine Alternative. Wo jetzt noch die Erzähler das Sagen haben, würden künftig u.a. Dienstbesprechungen stattfinden. Und auch für die Bedürfnisse des Bildungscampus solle Platz geschaffen werden. Die Kündigung sei allerdings noch alleinige Angelegenheit der Bibliothek gewesen.
Dass das Ende des Mietverhältnisses mit dem frühen Spielzeit-Ende der ErzählBühne zusammenfällt, ist Teil des Vertrags. So muss Zirk wenigstens keine bereits geplanten Veranstaltungen absagen. Trotzdem: Pläne für die nächste Saison hatte der Erzähler, der 2001 das Projekt „1001 Nächte des Erzählens“ startete und bis 2006 das „Haus der Geschichten“ in der Stadtbibliothek mitbespielte, durchaus schon. „Das ist nun Schall und Rauch“, sagt er.
Verzweifelt nach einem neuen Spielplatz sucht Zirk dennoch nicht. Er ist für Raumangebote offen, sieht die Angelegenheit aber inzwischen „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“. Da würden einerseits zehn Jahre Arbeit, Energie und Herzblut zunichte gemacht, andererseits sei es ein „harter Job, so eine Bühne allein zu organisieren“. Existenzangst plagt ihn nicht. Es gehe darum, dass Nürnberg einen festen Ort verliert, an dem man regelmäßig die unterschiedlichsten Erzähler hören kann.
Unterdessen hat er beim Theater Mummpitz angeklopft, wo er einst u.a. als Künstlerischer Leiter des Festivals „Panoptikum“ mitwirkte. Die Kollegen von damals können sich eine Erzählreihe für Kinder vorstellen, und auch anderswo tun sich Möglichkeiten auf. Von Michl Zirk wird man also auch in Zukunft noch hören. Und bis Mai ist er noch auf der Erzählbühne zu erleben.
www.erzaehlbuehne.de

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.