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Herr Colombo, Sie kennen das Nürnberger Festival Panoptikum, das jetzt zum siebten Mal stattfindet, seit den Anfängen. Wie nehmen Sie es als Aktiver wahr?
Stefan Colombo: Panoptikum wird von sehr vielen Veranstaltern besucht und war für uns deshalb immer ein super Sprungbrett raus aus der Schweiz in den deutsch-, aber auch in den englischsprachigen Raum. Von Nürnberg aus sind unsere Produktionen meistens noch viel weiter gereist.
Sie bieten — wie zum Beispiel das Nürnberger Theater Salz und Pfeffer auch — Stücke auf Englisch an. Ist das ein neuer Trend, um einem höheren Bildungsanspruch gerecht zu werden?
Colombo: Wir übersetzen unsere Produktionen, wenn Nachfragen von englischsprachigen Festivals kommen. Es geht also mehr um die Muttersprachler als ums Englischlernen.
Das Festival musste diesmal aus finanziellen Gründen auf die Kooperation mit Augsburg verzichten. Viele Ihrer Stücke sind Koproduktionen — ist es auch für die einzelnen Gruppen schwieriger geworden, Geldquellen aufzutun?
Colombo: Das ist nie einfach, aber die Koproduktionen sind bei uns eigentlich eher ein finanzieller Rückschlag, weil sie viel größer werden, als wir es als kleine Gruppe stemmen würden. Aber wir machen das trotzdem immer wieder, weil wir den künstlerischen Austausch wollen und auch gern mit neuen Formen experimentieren. Deshalb ist so ein Festival wie Panoptikum auch wichtig, weil es eine gute Durchmischung und die ganze Bandbreite der Stile an einem Ort bietet.
In „Verbotte!“ geht es mit zwei Schauspielern und einem Musiker um Grenzen und deren (freche) Überwindung; zuvor haben Sie ein Stück über Angst gemacht: Erzählen Sie lieber von inneren und zwischenmenschlichen Zuständen als von märchenhaften Figuren?
Colombo: Wir horchen immer, was die Kinder gern sehen. Und sie wollten zuletzt diese Grenzthemen wie Angst und Verbote — beziehungsweise wie man damit umgeht. Sie sagten, sie wollen mal das „richtig Böse“ auf der Bühne sehen, wovor man sie als Erwachsener ja eher bewahren will. In „Verbotte!“ gibt es aber nicht nur die, die Verbote überschreiten, sondern viele andere Figuren: Manche stellen die Verbote auf, manche befolgen sie auch ganz brav. Wie im richtigen Leben.
Sgaramusch gastiert mit „Verbotte!“ (ab 6 Jahren) am 9. Februar zweimal im Theater Pfütze.
Tickets und weitere Infos unter www.festival-panoptikum.de

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.