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Der Mann ist gut im Geschäft - und das verwundert nicht. Seine gegenständlichen Arbeiten locken mit schönem Schein und scheuen auch die Nähe zum Kitsch nicht. Alles so schön bunt hier und auf Hochglanz getrimmt! Aber es ist eine doppelbödig-surreale Idylle, in der Grausamkeit, Zerstörung und Verunsicherung nisten und plakativ große Fragen anklingen: Da werden auf den Bildern Glaube, Gesundheit, Hoffnung in einem hochästhetischen Feuerwerk pulverisiert, ein Weihnachtsbaum hat ein Farb-Attentat hinter sich, Kreuze glimmen und Tiere werden ganz oder teilweise in Plastiktüten verpackt. Damit sind die zentralen Motive in Hahns facettenreichem Werk voller Ästhetik und Abgründe benannt: Das Kreuz als Symbol des Christentums, die Tierwelt als Zeichen für das Kreatürliche, das uns immer mehr verloren geht, und die Plastiktüte als dessen künstlicher Gegenpart.
Hahn stellt auch in seinen Installationen Rituale, Symbole und Mythen auf den Prüfstand. Er zeigt etwa ein großes Kreuz in geschmeidiger Smartphone-Optik, rammt ein Hackebeil in einen Holzklotz mit zierlich gedrechselten Füßen und referiert mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor auf „Den letzten Streich von Max und Moritz“: Drei ausgestopfte Hühner picken vermeintlich die Körner, die aus einem Sarg quellen. „Der Tod ist der letzte Mythos, der uns geblieben ist“, meint der Künstler aus Reutlingen, der in Erlangen seine bislang größte Einzelausstellung zeigt. Anschließend geht sie nach Heidenheim und Singen.
Dafür gaben insgesamt 26 Sammler von New York bis Moskau ihre Errungenschaften her. Nur das saudische Königshaus mochte sich partout nicht trennen von seinen Hahn-Bildern. Die eroberten die Sammlerwelt, seit der Künstler 2004 als No-Name in einer Galerie in New York ausstellte und dort von deutschen Händlern entdeckt wurde. Momentan sind die Werke des 39-Jährigen, die bis zu 18000 Euro kosten, oft schon verkauft, bevor die Farbe trocken ist.
Kunstpalais Erlangen, Marktplatz 1. Eröffnung am Donnerstag, 15. September, 19 Uhr. Bis 13. November, Di.—So. 10—18, Mi. 10—20 Uhr.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.