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Ingenieur der Künste

Pionier der interaktiven Videokunst: Frieder Weiss - 12.11.2011

Frieder Weiss ist mit seinen ästhetischen Konzepten weltweit gefragt.

Frieder Weiss ist mit seinen ästhetischen Konzepten weltweit gefragt. © Winckler


„Ingenieur der Künste“, Softwareentwickler, Videokünstler, Pionier auf dem Gebiet der intermedialen Performancekunst: Frieder Weiss (51) ist alles in einem und als Schöpfer interaktiver Bühnenszenarien weltweit gefragt. Sein Handwerkszeug sind eine Infrarot-Kamera, ein Computer und ein selbst entwickeltes Software-Programm. Damit nimmt er Tänzer oder Performer auf und verwandelt ihre Bewegung in Echtzeit in visuelle Effekte, die wie von Zauberhand auf die Körperbewegungen reagieren.

„Kann man mit technischen Maschinen kreativ sein?“ Diese Frage hat Weiss, der an der Ohm-Hochschule Daten- und Nachrichtentechnik studierte, früh beschäftigt. Ging es anfangs, mit Robert Wechsler und der „Palindrome Dance Company“ darum, Bewegung in Klang zu übersetzen, so ist Weiss’ Domäne heute das visuelle Design. Das Einzigartige an seiner Kunst: die Projektion und der Mensch auf der Bühne sind nie getrennt, sondern bilden eine vollkommene ästhetische Symbiose.

In aller Welt schätzen Choreografen und Regisseure seine Arbeit, Kylie Minogue engagierte den Nürnberger 2010 für ihr Musikvideo „Get Outta My Way“, 2011 schuf er das visuelle Design für die in Los Angeles uraufgeführte Philip-Glass-Oper „Achenaton“, demnächst ist er an der Einrichtung eines „King Kong“-Musicals am Broadway beteiligt. In der internationalen „Dance Tech“-Szene machte vor allem seine Zusammenarbeit mit der australischen Tanzcompagnie „Chunky Move“ Furore, deren Produktionen „Glow“ und „Mortal Engine“ bis heute aufgeführt werden.

Global unterwegs, kooperiert Weiss weiter auch mit der Nürnberger Tanztheaterszene und unterrichtet an der Ohm-Hochschule. Seine Auseinandersetzung mit Interaktionen hat sein Interesse an der Neuroästhetik geweckt, die erforscht, was im Gehirn passiert, wenn wir etwas als schön empfinden. Über seine Kunst sagt er sympathisch uneitel: „Es geht immer um den Menschen. Ohne den Performer sind meine Projektionen nichts.“

 

ru

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