18°C
Mittwoch, 23.05. - 01:22 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

„Man staunt und badet in Wohlgefühl“

Sopranistin Marlis Petersen über ihr neues Liedprogramm und das „Ewig Weibliche“ — Auftritt in Fürth - 22.02. 17:50 Uhr

NÜRNBERG  - Gerade bereiste Marlis Petersen die Antarktis, derzeit steht sie mit dem „Radialsystem“ in Sasha Waltz’ Adaption des Brahms-Requiems auf der Berliner Konzertbühne und wird demnächst mit Nikolaus Harnoncourt Beethovens „Missa solemnis“ in Amsterdam und London aufführen. Dazwischen tourt die Sopranistin, die ihre Opernkarriere 1994 in Nürnberg begann, mit ihrem neuen Liedprogramm durch die Lande und gastiert am Freitag im Fürther Stadttheater.

Marlis Petersen als Violetta Valéry in „La traviata“ an der Oper Graz. Die Inszenierung von Peter Konwitschny ist — mit anderer Besetzung — derzeit auch am Nürnberger Staatstheater zu sehen.
Marlis Petersen als Violetta Valéry in „La traviata“ an der Oper Graz. Die Inszenierung von Peter Konwitschny ist — mit anderer Besetzung — derzeit auch am Nürnberger Staatstheater zu sehen.
Foto: W. Kmetisch
Marlis Petersen als Violetta Valéry in „La traviata“ an der Oper Graz. Die Inszenierung von Peter Konwitschny ist — mit anderer Besetzung — derzeit auch am Nürnberger Staatstheater zu sehen.
Marlis Petersen als Violetta Valéry in „La traviata“ an der Oper Graz. Die Inszenierung von Peter Konwitschny ist — mit anderer Besetzung — derzeit auch am Nürnberger Staatstheater zu sehen.
Foto: W. Kmetisch

Frau Petersen, Sie sind parteipolitisch ungebunden, haben ein sicheres Auftreten, können gut reden und gewiss besser singen als 99 Prozent der Deutschen und sind zudem noch weiblich: Wären Sie nicht auch eine ideale Bundespräsidentin?

Marlis Petersen: (lacht) Sie haben in Ihrer Aufzählung etwas vergessen: Ich habe auch keine Ahnung von Politik. Aber vielleicht ist das ja auch ein geeignetes Kriterium...

Apropos weiblich: Mit dem „Ewig Weiblichen“ sind Sie ja gerade auf Tour und kommen mit Goethe-Vertonungen von 19 verschiedenen Komponisten ins Stadttheater Fürth. Sie haben schon so viele extreme Frauen von Lulu, Reimanns Medea bis zu Händels männerverschleißender Magierin Alcina verkörpert. Wie würden Sie das „ewig Weibliche“ definieren?



Petersen: Das ist natürlich nicht einfach. Aber wenn man sich mit den literarischen Vorlagen Goethes beschäftigt, merkt man doch, wie vielschichtig er viele weibliche Facetten zu schildern vermochte. Noch tiefer, differenzierter hat diese Goethe’sche Sicht auf die Frau eigentlich Gustav Mahler erfasst, aber leider kann ich ja keine Sinfonie singen. Was uns lehrt: Auch Männer können weibliche Sichtweisen nachvollziehen und umgekehrt.

Ottfried Fischer hat gesagt, die Reibungen der inneren Zerrissenheit produzieren erst das Glücksgefühl. Können Sie das nachvollziehen?

Petersen: Na, Glück würde ich das nicht nennen, sondern eher innere Unruhe. Aber die ist natürlich produktiv, weil sie uns weiter suchen lässt.

Ihr Fürther Konzert wird von einer Apotheke gesponsert, wie rezeptpflichtig wird Ihr Auftritt? Und was sagen Sie zu Risiken und Nebenwirkungen?

Petersen: (lacht) Wirklich? Ja, also da empfehle ich Tempotaschentücher und Johanniskraut. Aber im Ernst: Wir fordern das Publikum schon, aber mein Pianist Jendrik Springer, der sich irre gut auskennt, und ich denken, auf eine spannende Art. Denn es gibt so viel zu entdecken: Sommer, Braunfels, Reutter. Das sind Komponisten, die sich lohnen, obwohl sie so wenig beachtet werden. Manchmal singen wir ganze Liedbände einfach durch. Das ist wie bei einer Designerin, die einen Stoffladen betritt: Die stöbert sich auch durch alle Bestände und staunt und badet in Wohlgefühl.

Sie sagen von sich, dass Sie eine Spätzünderin in Sachen Oper waren und erst durch Ihre Anfängerjahre unter Eberhard Kloke auf den Geschmack gekommen sind. Verhält es sich ähnlich beim Lied?

Petersen: Ja, das stimmt. Ich habe zwar schon immer Liederprogramme gemacht, sogar in meiner Nürnberger Zeit. Aber so richtig intensiv steige ich erst seit rund zehn Jahren in dieses Repertoire ein. Das sind wirklich tiefgründige Gefilde. Und nach 17 Jahren Oper tut diese Konzentration auf das Minidrama Lied auch wirklich gut.

Mit Ihrem Liedprogramm wagen Sie sich Mitte März ja auch in die Höhle des Löwen, nämlich in die Athener Musikhalle. Glauben Sie, dass den Griechen im Augenblick der Sinn nach deutschem Liedgut mit Beethoven, Schubert und Hugo Wolf steht?

Petersen: Ich lebe in Athen und spüre dort am eigenen Leib, wie sehr die Griechen nach Kultur hungern und wie aufgeschlossen sie dafür sind. Sogar in diesen Krisenzeiten. Ein Kritiker nannte mich „Athens Darling“, und ich merke, wie sehr man mich mag. Ich glaube, die kommen weniger wegen des deutschen Liedguts, sondern einfach, um mich zu hören.

Eine extreme Frauenfigur ist sicher auch die Partie der Violetta Valéry, in der Sie 2011 in Graz debütierten. Was reizte Sie an der Produktion, die derzeit auch in Nürnberg zu sehen ist: Die Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny oder die Möglichkeit, die Partie an einem kleineren Haus zu erarbeiten, bevor Sie sie nächstes Jahr an der Wiener Staatsoper singen?

Petersen: Eindeutig beides. Eigentlich kam mir die Violetta zu früh. Aber Konwitschny ist ein so toller Regisseur. Wir hatten schon einmal zusammengearbeitet und uns geschworen, dass wir das weiter tun müssen. Es freut mich, dass die Nürnberger die doch sehr eigenwillige Deutung so begeistert aufnehmen. Denken Sie an diesen glänzenden Einfall, die Schwester von Alfredo einzuführen. Konwitschny sagt immer, es sei ein Schwachpunkt der Oper, dass Violetta zu schnell bereit ist, auf alles zu verzichten. Durch die Einführung dieser Figur aus der literarischen Vorlage von Dumas wird das einfach plausibler.

Derzeit gastieren Sie mit dem „Radialsystem“ in Sasha Waltz’ Adaption des Brahms-Requiems in Berlin. Aber bereits Ende März kann man Sie wieder in der Meistersingerhalle mit Orffs „Carmina burana“ und Johanna Doderers „Salve regina“ hören...

Petersen: Ja, das scheint ein „fränkisches Jahr“ zu werden, Wolfgang Riedelbauch fragte mich auch für den „Fränkischen Sommer“ an, aber ich weiß noch nicht, ob das klappen wird. Und Julian Christoph Tölle kam sicher über das Doderer-Stück auf mich. Ich habe die Uraufführung und auch auf der CD-Einspielung gesungen.

Karten für den Liederabend am 24. Februar im Theater Fürth: Tel. 0911/9742400; für das Konzert am 31. März mit dem Hans-Sachs-Chor: Tel. 0911/2162298.
  



Interview: JENS VOSKAMP

Ihr Kommentar

Name:
 
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.



Aktueller Zeitungstitel Nürnberger Nachrichten
  • Suchtexperten verzweifeln an der Politik: Der Staat profitiert vom Spielhallenboom
  • Über die Wichtigkeit von rosa Unterhosen: Interview mit der Erlanger Spaß-Kapelle J.B.O.
  • OB Maly schlägt Alarm: In Nürnberg droht ein Engpass an günstigen Mietwohnungen

Kunstpreis
Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier.
  • Das Video von der Verleihung
    des Kunstpreises 2011.
  • Die ausgewählten Werke 2011 als Bildergalerie

Tonmeister-Musikquiz
In Runde 16 (18. bis 24. Mai) dreht sich alles um den Eurovision Song Contest.
Termine
Alle

"Rennschwein Rudi Rüssel"

Mittwoch
23
Mai
Kategorie: Kinder, Jugend, Familie
Beginn: 10:15 Uhr
Wo: Feuchtwangen - Kreuzgangspiele
User-Kommentare
Suche wird durchgeführt...

Facebook Nürnberger Nachrichten

Zeitungs-Anzeige buchen

Familienanzeigen Baby privat |  gewerblich
Familienanzeigen Glückwunsch privat |  gewerblich
Familienanzeigen Hochzeit privat |  gewerblich
Familienanzeigen Traueranzeigen privat |  gewerblich
Kfz Verkauf privat |  gewerblich
Kfz Ankauf privat |  gewerblich
Kfz Motorroller privat |  gewerblich
Kfz Motorrad privat |  gewerblich
Kfz Autoverleih privat |  gewerblich
Immobilien-Ankäufe privat |  gewerblich
Immobilienmarkt Verkäufe privat |  gewerblich
Immobilienmarkt Vermietungen privat |  gewerblich
Immobilien Mietmarkt-Gesuche privat |  gewerblich
Marktplatz Geschäftsanzeigen privat |  gewerblich
Marktplatz Gesundheitswesen privat |  gewerblich
Marktplatz Kaufgesuche privat |  gewerblich
Marktplatz Landwirtschaft privat |  gewerblich
Marktplatz Sonstige privat |  gewerblich
Marktplatz Tiermarkt privat |  gewerblich
Marktplatz Unterricht u. Weiterbildung privat |  gewerblich
Marktplatz Veranstaltungen privat |  gewerblich
Marktplatz Verkäufe privat |  gewerblich
Partnerschaft Heiraten privat |  gewerblich
Partnerschaft Bekanntschaft privat |  gewerblich
Reisemarkt privat |  gewerblich
Stellen Angebote m/w privat |  gewerblich
Stellen Gesuche männlich privat |  gewerblich
Stellen Gesuche m/w privat |  gewerblich
Stellen Gesuche weiblich privat |  gewerblich

Gute Reise
Südtiroler Weinstraße: Den Süden kosten
Weinberge, gutes Essen und viel Kultur in Kaltern, Eppan und Tramin

Infos zum Thema Reise hier.