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Max Prosa im Interview

Der Pop-Poet über seinen schnellen Erfolg - 16.02. 15:00 Uhr

ERLANGEN  - Als „erste Songwriter-Entdeckung des neuen Jahres“ wird er von der „Zeit“ gefeiert, der „Spiegel“ sucht nach Parallelen zu Bob Dylan. Nun kommt der junge Berliner nach Erlangen: Max Prosa, der mit bürgerlichem Namen Podeschwig heißt, stellte im E-Werk seine Debüt-CD „Die Phantasie wird siegen“ vor. Wir sprachen vorab mit dem talentierten Musiker.

Ma Prosa tritt heute im E-Werk Erlangen auf.
Ma Prosa tritt heute im E-Werk Erlangen auf.
Foto: dapd
Ma Prosa tritt heute im E-Werk Erlangen auf.
Ma Prosa tritt heute im E-Werk Erlangen auf.
Foto: dapd

Herr Prosa, obwohl gerade erst Ihre Debüt-CD erschienen ist, stecken Sie mit Ihren 22 Jahren mitten in der Vermarktungsmaschinerie des Musik-Business. Wie erleben Sie den Hype?

Max Prosa: Im täglichen Leben ist dies schon sehr zu spüren. Ich muss viel rumreisen, es passiert unheimlich viel. Es gibt nun viel mehr Konzerte. Das ist schön. Die künstlerische Arbeit ist aber eigentlich gleich geblieben. Ich hoffe, dass ich weiterhin Künstler sein kann.

Nach dem Abitur ging es bei Ihnen Ratzfatz: Studiumabbruch, jetzt Musik-Karriere. Macht Ihnen dieses Eiltempo manchmal Angst?

Prosa: Man kann das schon als schnell betrachten. Dennoch war es ein langer Prozess von dem Moment, als es anfing, in mir zu rumoren. Als ich bemerkte, dass da ein anderer Weg in mir ist als der vorgegebene übers Abitur übers Studium zum Doktor. Vom ersten Wahrnehmen dieser Veranlagung bis zum Erscheinen des ersten Albums dauerte es immerhin vier Jahre. Im Grunde macht man jetzt ja nichts anderes als früher. Nur die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist plötzlich da.



Niemals daran gedacht, auf Nummer sicher zu gehen?

Prosa: Am Anfang war es schon schwierig. Als das Selbstbewusstsein noch nicht da war, das Ganze als etwas Besonders zu sehen. Entscheidungen wie der Studienabbruch waren schon mit Angst verknüpft. Ich hatte mir natürlich auch nicht träumen lassen, dass das mit der Musik sofort so gut klappt.

Sehen Sie sich als Solist?

Prosa: Max Prosa bin schon ich. Aber die Band spielt eine sehr, sehr große Rolle. Das sind keine Mucker, die irgendwo eingekauft werden, sondern sie prägen den Sound.

Wie entstehen die Songs?

Prosa: In über 90 Prozent der Fälle ist der Song fertig, wenn ich in den Proberaum gehe. Das mache ich zu Hause. Genauso, wie man sich das vorstellt: Ich setze mich alleine hin und fange an zu schreiben. Musik und Text getrennt voneinander.

Kann Ihre Band über das Resultat noch mit Ihnen verhandeln?

Prosa: Vor allem was Arrangements betrifft, hat die Band ein großes Mitspracherecht. Manchmal ergibt sich dann auch was komplett Neues.

Woher schöpfen Sie Ihre Inspiration?

Prosa: Ich lese sehr viel. Und schreibe auch viele Texte in ein extra Buch, wenn ich in Büchern etwas Besonderes entdecke. Ich sehe mir das oft an und überlege, was das Besondere war. Bei Musik ist der Bezug unkonkreter, schwingt aber mit. Klar, Bob Dylan habe ich viel gehört. Tom Waits, Leonard Cohen. So die klassischen Songwriter. Rio Reiser und „Element of Crime“, was deutschsprachige Musik betrifft. Als Künstler baut man sein eigenes Universum aus den Einflüssen, die man hat, zusammen.

Welche Musiker würden Sie gerne kennenleren?

Prosa: Sicherlich Rio Reiser. Er ist der einzige, dessen deutsche Lieder mir total viel bedeuten. Leider ist er viel zu früh verstorben. Ich kenne aber viele Leute aus seinem Umfeld.

Rio Reisers politische Phase hat sich aber noch nicht sonderlich in Ihren Songs niedergeschlagen?

Prosa: Bisher nicht. Höchstens in einem anderen Sinne. Nicht so plakativ. Sondern eher im kleinen und auf die eigene Realität bezogen. Vielleicht gibt es aber auf den kommenden Alben ja mehr Lieder, die in eine direkte politische Richtung gehen. In den vergangenen zwei Jahren habe ich mich damit wenig beschäftigt. Das ist schon ein Zeitgeist-Phänomen. Zu Rio Reisers-Zeiten bei „Ton Steine Scherben“ hatte Politik einfach einen anderen Stellenwert.

Aktuelle CD: Max Prosa „Die Phantasie wird siegen“ (Columbia D)
  



Stefan Mössler-Rademacher

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