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Schandmaul sind auf dem Weg in den Pop-Mainstream

Die Folkpop-Gruppe sorgt für Partystimmung im proppenvollen Löwensaal - 31.01. 12:29 Uhr

NÜRNBERG  - Ausgelassene Partystimmung im Löwensaal: Beim Konzert der Mittelalter-Folkpop-Gruppe „Schandmaul“ im Rahmen der „Traumtänzer“-Tour standen die Fans Kopf.

Nach überstandenem Schulterbruch kann „Schandmaul“-Frontmann Thomas Lindner wieder kräftig in die Akkordeontasten greifen.
Nach überstandenem Schulterbruch kann „Schandmaul“-Frontmann Thomas Lindner wieder kräftig in die Akkordeontasten greifen.
Foto: Hans von Draminski
Nach überstandenem Schulterbruch kann „Schandmaul“-Frontmann Thomas Lindner wieder kräftig in die Akkordeontasten greifen.
Nach überstandenem Schulterbruch kann „Schandmaul“-Frontmann Thomas Lindner wieder kräftig in die Akkordeontasten greifen.
Foto: Hans von Draminski

Dabei war dieser vordergründig fröhliche Auftritt der Münchner Band nicht ohne Wermutstropfen: Primgeigerin Anna Katharina Kränzlein verabschiedete sich in Nürnberg mit einem letzten furiosen Auftakts-Solo in die Kinderpause. „Aushilfe“ Ally verfügt ebenfalls über einen klassischen Hintergrund — und lässt es dem ersten Eindruck nach mindestens so virtuos krachen wie Anna. Auch Birgit „Bifi“ Muggenthaler ist schwanger, soll aber die Tour noch mit der Band zu Ende spielen können.

Personell also alles im grünen Bereich, zumal Leadsänger Thomas Lindner seinen Schulterbruch offensichtlich überwunden hat und sich wieder gerne als ausgelassener Akkordeon-Derwisch geriert.

Musikalische Weltreise



(ContentAd))Auf dem Programm ein „Best of“, das vom Frontmann als musikalische Weltreise verpackt wird: Eine Welt, in der sich Wolfsmenschen, Hofnarren und Attentäter tummeln, in der die Düsternis der Gothic-Klänge immer noch ihren Platz hat.

Fragt sich nur wie lange. Denn die Kommerzialisierung dieser Formation fordert unnachgiebig ihren Tribut. Waren die Arrangements früher von angenehmer Kantigkeit, schwammen die „Schandmäuler“ als Stilmacher auch einmal gegen den Strom, so orientiert sich die Gruppe inzwischen an jenem Mainstream, der die Kollegen von „Unheilig“ schon an die Spitze der Charts gespült hat.

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Ausgelassene Partystimmung herrschte im Nürnberger Löwensaal beim Konzert der Mittelalter-Folk-Pop-Gruppe „Schandmaul“. Die Münchner glänzten mit Live-Energie, wirkten aber insgesamt ein wenig arg routiniert.

Dahin ist es für „Schandmaul“ noch ein Stück des Weges, obwohl viele Songs jetzt schon formatradio-kompatibel erscheinen. Ob sich die Band damit einen Gefallen tut, sei dahingestellt. Im Löwensaal tanzten und sprangen zwar viele so begeistert wie in den ersten „Schandmaul“-Jahren — aber nicht wenige verließen den proppenvollen Raum noch vor der Zugabe. 

Bei der wurde das „Teufelsweib“ beschworen, das einst als erste „Schandmaul“-Single beim Start in die Profikarriere half. Auch diese Dame hat die zerlumpte Marketenderinnen-Kluft inzwischen mit der noblen Abendrobe vertauscht. Fragt sich eigentlich nur, wer auf einen solchen Wandel gesteigerten Wert legt.  



HANS VON DRAMINSKI

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