|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Dass es dieser Mittdreißigerin nicht so gut geht, wie sie es sich selbst und ihrer Umgebung gerne weismacht, erkennt man spätestens auf den zweiten Blick. Wenn sich Mavis (Charlize Theron) frühmorgens verkatert aus den Armen ihres schlafenden Über-Nacht-Liebhabers geschält hat und in den Spiegel schaut, sieht sie eine struppig-blonde junge Frau mit verlaufenem Make-up, ganz hübsch, aber ziemlich derangiert.
Mavis ist Schriftstellerin in Minneapolis — nicht die wirklich ernstzunehmende, als die sie scheinen will. Nein, sie schreibt vielmehr kitschige Liebesroman-Serien für pubertierende Schülerinnen. Richtig erwachsen ist die zickige Single-Frau offensichtlich selbst noch nicht geworden. Und als ihr Herzblatt aus längst vergangenen Highschool-Tagen per Mail seine glückliche Vaterschaft verkündet, verliert die Autorin auch im wirklichen Leben die Grenzen zwischen Realität und Fantasie aus den Augen. Sie reist heim in die Provinz Minnesotas, um ihren Ex-Lover aus dem Joch der Familie zu retten — und zu ihrer eigenen Rettung zurückzugewinnen.
Man nimmt der wunderbar wandelbaren Charlize Theron vom Fleck weg diese neurotische, verlorene und zugleich narzisstisch-fiese Schlampe ab, die sich da in eine fixe Idee verrannt hat — ohne zuzugeben, dass sie in Wahrheit verzweifelt einen Weg aus Einsamkeit und Frust sucht. Ob unscheinbar im Schlabber-Jogging-Anzug oder hoffnungslos overdressed als sexy Vamp — mit ihrer offenkundigen Identitätskrise dürfte dieses Weibsbild nicht wenigen jungen Frauen eine Menge Identifikationspotenzial bieten.
Man könnte Jason Reitman und seiner Drehbuchautorin Diablo Cody vorwerfen, dass sie die Gründe für die Krise ihrer Figur nur sachte andeuten, auch, dass sie Mavis’ leise sich entwickelnde Freundschaft zu einem behinderten Ex-Kommilitonen überstrapazieren. Doch alles in allem ist ihnen zusammen mit Charlize Theron das so außergewöhnliche wie glaubwürdige, mit feinem Witz gewürzte Porträt einer Frau gelungen. An dessen Ende steht ganz realitätsnah kein kitschiges neues Glück, sondern eine angenehm unaufdringliche Botschaft. (USA/94 Min.; Admiral, Cinecittà, Nbg.; CineStar, Erl.)

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.