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klingt das nicht leicht angestaubt? Sänger Heinz Rudolf Kunze bekennt sich in einem Interview im Programmheft des großen Umsonst & Draußen-Festivals zum vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäßen Namen: „Ich grause mich vor der Vorstellung, dass das jetzt auch noch durch einen englischen Ausdruck ersetzt wird.“ Die Meckerer wird das nicht besänftigen. Es sei halt alles nicht mehr so wie früher, und überhaupt, die Barden schon lange in der Minderheit, alles viel zu laut, alles viel zu verstärkt.
Doch auch für die 36. Ausgabe des Weltmusik-Marathons auf dem Hauptmarkt, auf Sebalder und Lorenzer Platz, Trödelmarkt, der Insel Schütt, in der Katharinenruine und im Kreuzigungshof gilt: Die Mischung macht’s. An drei Tagen spielen 66 Bands, vom leisen Singer/Songwriter bis zur wilden Ska-Punk-Band. Und Kunze ist als Vertreter der Deutschrock-Fraktion, zu der auch Purple Schulz und BAP-Gitarrist Klaus „Major“ Heuser gehören, dabei — wie vor 30 Jahren. Da saß der Mann mit der Brille auf dem Tiergärtnertorplatz und hatte damals schon, hört hört, die E-Gitarre und die Rhythmusmaschine dabei.
Ähnlich unter Strom stehende Barden sind in diesem Jahr natürlich auch wieder mit von der Partie. Mercedes Peón etwa, einer der zehn Programmpunkte aus Spanien, kreuzt galizische Volksmusik mit elektronischen Beats. „Anstrengend, aber gut“, lautet das Fazit von Bardentreffen-Cheforganisator Charly Fischer. Er und sein Team wollen zeigen, dass spanische Musik eben mehr ist als Flamenco — den es aber natürlich dennoch zu sehen geben wird. So heißt es etwa „Amor Flamenco“ mit dem Nürnberger Kulturverein Centro Español, der heuer sein 50-jähriges Jubiläum feiert. In der familiären und musikalischen Nachfolge der „Gypsy Kings“ stehen die „Seven Kings“, die am Samstagabend die größte Bühne auf dem Hauptmarkt bespielen.
Die Straßen erobern will die Truppe „La Banda del Surdo“, die mit einer Trommel-Show mehrmals durch die Altstadt zieht und in der Karolinenstraße auf Höhe der Sparda-Bank startet. Womit wir einen eleganten Dreher zum Sponsor gefunden hätten. Denn ohne Fremdmittel ist ein Festival von der Größenordnung des Bardentreffens, zu dem wieder 200000 Besucher erwartet werden, nicht zu stemmen. Trotzdem versucht die Stadt natürlich, einen möglichst großen Betrag zu refinanzieren. Zum Beispiel mit dem Programmheft, das für 3,50 Euro ab sofort (fast) überall zu haben ist, etwa in der K4-Kulturinformation oder in Buchläden. Um möglichst viele davon abzusetzen und den Besuchern mehr Planungssicherheit zu geben, ist das Programm diesmal um einiges früher bekannt gegeben worden als sonst.
Ein paar Neuigkeiten gibt es auch noch zu verkünden: Die Bühne der Nürnberger Musikzentrale am Lorenzer Platz, die Bands aus der Region eine Plattform bietet, wird in diesem Jahr an allen drei Tagen bespielt. Außerdem läuft erstmals eine begleitende Ausstellung: Camera-Obscura-Experte Günter Derleth zeigt im seit Jahren leerstehenden Herrnbräu am Hauptmarkt seine Fotografien aus spanischen Bodegas, kleinen Weinkellereien. „Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf den Hauptmarkt“, gibt der Leiter des zuständigen Projektbüros im Kulturreferat, Andreas Radlmaier, den Besuchern als Tipp mit auf den Weg. Außerdem hätte er nichts gegen ein wenig Extra-Rambazamba auf den Straßen: „Ein Flamenco-Flashmob wäre doch was.“
www.bardentreffen.de
Mo. 09.04.12
Sa. 03.12.11
Di. 02.08.11
Mo. 01.08.11
Mo. 01.08.11