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Wo auch Erwachsene staunen können wie die Kinder

Kulturszene Nürnberg: Die hohe Kunst des Zauberns wird in der Stadt an verschiedenen illustren Orten zelebriert - 06.02. 05:29 Uhr

Nürnberg  - Wer sich nach allen Regeln der Kunst verzaubern lassen möchte, trifft in Nürnberg auf eine kleine, lebendige und gut vernetzte Szene aus Künstlern, die das Spiel mit der Illusion perfekt beherrschen.

Der melancholische und wunderbar nostalgisch gezeichnete Animationsfilm „Der Illusionist“ (Szene rechts) läuft vom 23. bis 26. Februar in vier Sondervorstellungen im Südstadt-Kino Casablanca. Nach einem bislang unverfilmten  Drehbuch des französischen Kult-Regisseurs und Schauspielers Jacques Tati aus dem Jahr 1956 wird die Geschichte eines einsamen französischen Zauberkünstlers erzählt, der auf der Suche nach Jobs schließlich in Schottland landet. Dort verändert sich nicht nur sein eigenes Leben.
Der melancholische und wunderbar nostalgisch gezeichnete Animationsfilm „Der Illusionist“ (Szene rechts) läuft vom 23. bis 26. Februar in vier Sondervorstellungen im Südstadt-Kino Casablanca. Nach einem bislang unverfilmten Drehbuch des französischen Kult-Regisseurs und Schauspielers Jacques Tati aus dem Jahr 1956 wird die Geschichte eines einsamen französischen Zauberkünstlers erzählt, der auf der Suche nach Jobs schließlich in Schottland landet. Dort verändert sich nicht nur sein eigenes Leben.
Foto: Sony
Der melancholische und wunderbar nostalgisch gezeichnete Animationsfilm „Der Illusionist“ (Szene rechts) läuft vom 23. bis 26. Februar in vier Sondervorstellungen im Südstadt-Kino Casablanca. Nach einem bislang unverfilmten  Drehbuch des französischen Kult-Regisseurs und Schauspielers Jacques Tati aus dem Jahr 1956 wird die Geschichte eines einsamen französischen Zauberkünstlers erzählt, der auf der Suche nach Jobs schließlich in Schottland landet. Dort verändert sich nicht nur sein eigenes Leben.
Der melancholische und wunderbar nostalgisch gezeichnete Animationsfilm „Der Illusionist“ (Szene rechts) läuft vom 23. bis 26. Februar in vier Sondervorstellungen im Südstadt-Kino Casablanca. Nach einem bislang unverfilmten Drehbuch des französischen Kult-Regisseurs und Schauspielers Jacques Tati aus dem Jahr 1956 wird die Geschichte eines einsamen französischen Zauberkünstlers erzählt, der auf der Suche nach Jobs schließlich in Schottland landet. Dort verändert sich nicht nur sein eigenes Leben.
Foto: Sony

Eine geradezu magische Anziehungskraft scheinen die Vorstellungen im Zauberturm an der Frauentormauer zu haben. In dem runden historischen Bau in der Nähe des Plärrers hat sich der „Magische Zirkel Nürnberg“ eingerichtet. Mindestens jeden ersten Sonntag im Monat kann man dort „Zauberei zum Greifen nah und dennoch unbegreiflich“ erleben. Die nächsten Termine, bei denen jedes Mal vier verschiedene Zauberer auftreten, sind bis in den Juni hinein ausgebucht. Das liegt zum einen daran, dass pro Vorstellung nur 26 Gäste Platz haben. Schließlich wird in der intimen Atmosphäre nicht die große Magier-Show à la Siegfried und Roy oder David Copperfield gepflegt, sondern die „Close-up“-Zauberei.



Da ist der Zuschauer ganz nah dran am Geschehen — und kommt den in Zaubererkreisen streng gehüteten Trick-Geheimnissen doch nicht auf die Spur. Ein weiterer Grund für den Zulauf ist sicher die Tatsache, dass es einfach Spaß macht, sich in einer Welt, in der alles analysiert, durchleuchtet und erklärt wird, auf verblüffende Weise unterhalten zu lassen — und zu staunen wie ein Kind.

Nur mit Aufnahmeprüfung

27 bislang ausschließlich männliche Mitglieder verschiedenen Alters und aus ganz unterschiedlichen Berufen hat der Zauber-Club. Wer in den illustren Kreis aufgenommen werden will, müsse nicht nur beim „Magischen Zirkel von Deutschland“, der in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen feiert, die Aufnahmeprüfung bestehen, sondern auch in Nürnberg überzeugen, erklärt der 72-jährige Ehrenvorsitzende Rainer Teschner. Zweimal im Monat treffen sich die Zauberer, um sich „gegenseitig etwas vorzumachen“, also um an Tricks zu arbeiten. Jeden der Künstler, die alle mit Leidenschaft viel Zeit ins Üben investieren, kann man auch privat buchen.

Einer von ihnen ist Pius Maria Cüppers, den Theater-Fans auch als Schauspieler des Nürnberger Staatstheaters kennen. Für seine magischen Vorstellungen hat er einige Figuren erfunden, so schlüpft er etwa in die Rolle des japanischen Hokuspokus- Meisters Tomoyuki Osaka. Die „hochintelligente Form der Unterhaltung“ führte Cüppers bereits durch Europa und bis nach Las Vegas. 1997 wurde der 55-Jährige zum Weltmeister in der Sparte Comedy-Zaubern gekürt. Cüppers bezeichnet sich als „Junkie“, der auch den Tricks, die es zu kaufen gibt (manche kosten über 1000 Euro), nur schwer widerstehen kann. Seit er als Kind einen Zauberkasten geschenkt bekam, fasziniert ihn das Spiel mit der Illusion. Weiterbildung gehört dazu. In Cüppers Regalen stehen über 1200 Zauberbücher.

Ebenso viele dürften es bei Stephan Kirschbaum sein. Der 45-Jährige, der sein Handwerk bei dem Nürnberger Zauber-Profi Werner Fleischer lernte, hat vor fast genau drei Jahren seine heimelige „Wundermanufaktur“ in der Fürther Straße 22 eröffnet. Die verströmt noch immer den Charme eines Geheimtipps. In dem Hinterhaus sorgen Kirschbaum selbst oder ausgesuchte Kollegen wie etwa der Münchner Kartentrick-Virtuose Denis Behr für magische Momente durch geistreiches Spiel mit Worten, Händen und auch Humor. Im Preis inbegriffen ist immer ein feines Buffet.

40 Zuschauer passen in den gemütlichen Raum. In der ersten Reihe ist man gerade mal eine Armlänge von den Täuschungskünstlern entfernt — und sieht bald ein, dass man trotzdem nichts durchschaut.

In Männerhand

Mal abgesehen vom Zauberturm des Magischen Zirkels (dem auch Kirschbaum angehört) gibt es Einrichtungen wie die Wundermanufaktur deutschlandweit nur noch in Dresden, Stuttgart oder München. Dabei ist das Handwerk, das viel Fingerfertigkeit verlangt, fest in Männerhand. Woran liegt’s? Pius Maria Cüppers vermutet augenzwinkernd, dass der Spieltrieb bei Männern vielleicht größer ist als bei Frauen. Für Stephan Kirschbaum und Denis Behr hat es möglicherweise mit Vorurteilen zu tun: Zauberinnen wurden lange in die Hexen- und Fegefeuer-Ecke gedrängt. Doch das ändert sich langsam. Amtierender deutscher Zaubermeister ist eine Hamburgerin, die sich Alana nennt. Und bei Kirschbaum gastiert am 8. März das Schweizer Damen-Duo „Gigi&Lulu“.

Hinter der kleinen Theke der Wundermanufaktur steht manchmal Nico Scholl. Der 21-Jährige mit magischen Ambitionen bereitet sich gerade aufs Abi vor. Aber das ist nur eine seiner Beschäftigungen. Zusammen mit dem professionellen Zauberer Alexander Kölle produziert er speziell für praktizierende Künstler gedachte Zauber-Lehr-DVDs, die die beiden über ihre Internet-Firma Balcony Productions ganz zeitgemäß und mit enormem Erfolg weltweit vertreiben.

Viel nostalgischer geht es zurzeit im Spielzeugmuseum (Karlstraße 13—15) zu. Dort sind unter dem Titel „Magische Momente — Zauberkunst in Kinderhand“ noch bis 19. Februar Zauberkästen aus der Sammlung des renommierten Künstlers Wittus Witt in Vitrinen zu besichtigen. Belebt wird die Schau an diesem Sonntag um 11 Uhr durch eine Vorführung und die Zaubereinlagen des jungen Künstlers Alexander Lehmann.

Bleibt ganz allgemein die Frage nach den aus dem Hut gezauberten Kaninchen und Tauben. Für die gibt es beim Magischen Zirkel von Deutschland eigens einen Tierschutzbeauftragten. „Aber Tiernummern, die ja mal in waren, sind heute in der Szene sowieso eher verpönt“, erklärt Stephan Kirschbaum.

www.wundermanufaktur.de

www.zauberturm.info

  



BIRGIT NÜCHTERLEIN

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