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„Das erste Geschäftsjahr war eine echte Herausforderung. Aber die abwechslungsreichen Aufgaben und der Spaß sind es wert“, resümierten die beiden Geschäftsführer der Leoni Junior Group, die diese nach eigenen Angaben „so kooperativ wie möglich führen“. Konkurrenzkampf oder ein schlechtes Klima sei bisher zwischen den leitenden und weisungsgebundenen Azubis nicht aufgetreten — im Gegenteil.„Alle ziehen an einem Strang“, so Ellinger.
Schon kurz nachdem sie die Struktur der Lehrlingsfirma aufgebaut hatten, gingen die ersten Aufträge aus den verschiedenen Abteilungen des Rother Standorts ein. In Summe hat die Juniorfima 2011 einen Umsatz von rund 53000 Euro erwirtschaftet. Demgegenüber stehen Ausgaben von 34000 Euro, sodass sich ein Gewinn von 19000 Euro ergibt.
Ganz so frei schalten und walten dürfen die beiden Geschäftsführer dann aber doch (noch) nicht. Ihnen stehen sogenannte „Mentoren“ vor, vergleichbar mit einem Aufsichtsrat, der aus den beiden „echten“ Leoni-Geschäftsführer Wolfgang Lösch und Roland Dorn besteht. Nach einer firmeninternen Bewerbung konnten sich Herrmann und Ellinger durchsetzen und wurden von den Mentoren zu den Geschäftsführern gemacht.
Dennoch haben die beiden eine große Verantwortung: In der Leoni Junior Group sind alle 62 Rother Auszubildenden parallel zu ihrer regulären Tätigkeit engagiert. Etwa zwei Stunden pro Woche treiben sie eigenverantwortlich in verschiedenen kaufmännischen und technischen Bereichen das Geschäft ihrer Firma voran.
So sichern etwa Vertrieb und Marketingabteilung neue Projekte, der Einkauf beschafft Rohmaterial, die Produktion stellt die gewünschten Waren her, und die Buchhaltung betreut den Zahlungsverkehr. Die Zuständigkeiten wechseln jährlich, sodass jeder Azubi einen umfassenden Einblick in die realen Abläufe einer Firma bekommt.
Die Leistung wird in Leoni-Dollar bezahlt, wobei diese virtuelle Währung dem „realen“ Euro entspricht und somit firmenintern echtes Geld erwirtschaftet wird. Der Gewinn fließt unter anderem in EDV-Lehrgänge für die Lehrlinge oder in Teambildungsmaßnahmen wie beispielsweise der Besuch eines Hochseilgartens, wobei auch in diesen Fragen die Mentoren das letzte Wort haben.
Erklärtes Ziel des Mutterunternehmens Leoni Kabel Holding GmbH ist es, die Qualität der Ausbildung zu verbessern. „Unsere jungen Leute lernen durch die Mitarbeit in der Juniorfirma unter anderem, Verantwortung zu übernehmen, selbstständig zu arbeiten und unternehmerisch zu denken“, erläuterte Roland Dorn die Vorteile für die Azubis.
Er ist für das Personalwesen verantwortlich und hat den Impuls für die Gründung der „Leoni Junior Group“ gegeben. Wer sich darin besonders engagiert und besondere Stärken erkennen lässt, der kann sich durchaus für weiterführende Aufgaben im Leoni-Konzern empfehlen. So ermöglicht die Firma zum Beispiel Andreas Ellinger demnächst eine berufliche Reise nach China.
In ihrem ersten Geschäftsjahr haben sich die Junioren auf die Herstellung von Sonderanfertigungen für Messen oder Marketingzwecke in kleinen Stückzahlen spezialisiert. So entstanden Demonstrationsröhren aus Plexiglas in unterschiedlicher Größe, die Kabelmuster stilvoll zur Geltung kommen lassen. Ein Prototyp zur Veranschaulichung einer Ladedose für Elektrofahrzeuge stammt ebenfalls aus der Azubi-Werkstatt.
Auch die Glücksbude am Weihnachtsmarkt der Stadt Roth organisierten die Nachwuchskräfte komplett selbstständig – inklusive Spendenübergabe an den gemeinnützigen Verein „Rother Schwan“. Und schließlich unterstützt die Leoni Junior Group auch die Betreuung der neuen Azubis.
Bis jetzt ist die Rother „Leoni Junior Group“ die erste Lehrlingsfima im großen Leoni-Konzern. Wenn es nach den beiden Junior-Geschäftsführern und ihren Mentoren geht, soll diese als nachahmenswertes Beispiel für die anderen Standorte gelten.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.