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Die Beschneidung stigmatisiert den Betroffenen

17.07.2012 15:28 Uhr

Lassen wir die Kirche im Dorf: Die Taufe mit der Beschneidung zu vergleichen geht fehl: Die Taufe ist - jenseits ihrer „Wirksamkeit“ - ein rein symbolischer Akt ohne Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Täuflings.

Die Beschneidung hingegen stigmatisiert den Betroffenen unwiderruflich, selbst wenn er sich eines Tages gegen die verordnete religiöse Zugehörigkeit entscheidet. Religionsgemeinschaften, die ob der Infragestellung einer solch archaischen Prozedur um ihre Existenz fürchten, müssen sich fragen lassen, ob es nicht sinnvollere Inhalte gibt, in denen sie ihre Identität verankern können. In dem Dilemma „Grundrecht gegen Grundrecht“ jedenfalls kann ein Staat, der sich auf dem Boden humanistischer Werte weiß, niemals religiös motivierte Körperverletzung Wehrloser zulassen. 

Ernst Cran, Nürnberg



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