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Diese Professur wird von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und vom Bundesforschungsministerium finanziert. Sie gilt als große Auszeichnung für die betreffende Universität. Schließlich gelingt es ihr damit, einen ausländischen Spitzenforscher nach Deutschland zu holen. Oder, wie im Fall Schober, einen exzellenten deutschen Forscher aus dem Ausland zurückzuholen.
Denn seit dem Jahr 2002 war Schober an der University of British Columbia in Vancouver/Kanada tätig. Zunächst als „Assistant Professor“, später als Inhaber eines forschungsorientierten Lehrstuhls (Canada Research Chair) für „Wireless Communications“ und seit 2008 als „Full Professor“ und stellvertretender Leiter des „Department of Electrical and Computer Engineering“.
„Jetzt oder nie mehr“ wollte er zurück nach Deutschland. Und als die Anfrage aus Erlangen kam, griff er zu. „Woanders wäre ich nicht hingegangen“, meint Schober, „wenn, dann nur nach Hause, nach Franken.“
In Kehlmünz, einem kleinen Ort zwischen Nürnberg und Ansbach – „da kann man vom Ortseingangsschild das Ortsende-Schild sehen“ – ist er aufgewachsen. Seine Eltern leben immer noch dort. Nach Realschule und FOS studierte er zunächst Nachrichtentechnik an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg.
Als er das Vordiplom in der Tasche hatte, fing er in Erlangen noch einmal ganz von vorne an, Elektrotechnik zu studieren. Im Jahr 2000 schloss er seine Doktorarbeit bei Prof. Johannes Huber am Lehrstuhl für Informationsübertragung ab. Danach war für Schober klar: Eine Uni-Karriere sollte es werden. In die Industrie zu gehen, kam für ihn nicht in Frage.
„Ich habe als Doktorand selbst bei Drittmittel-Projekten mitgearbeitet. Die waren fast fertig, als die betreffende Firma die Arbeiten gestoppt hat und alles, was wir gemacht hatten, ist in einer Schublade gelandet“, erinnert er sich. „Das wollte ich nie mehr erleben. Da hat man an der Uni doch weitaus mehr Freiheiten, selbst zu bestimmen, woran man arbeitet und woran nicht.“
Also ging er zunächst als Postdoc an die University of Toronto/Kanada und anschließend nach Vancouver — wo er sich zu einem der weltweit prominentesten Vertreter der elektrischen Nachrichtentechnik und der drahtlosen Kommunikation entwickelte. Zudem wurde er Herausgeber der „IEEE Transactions on Communications“, einer der international wichtigsten wissenschaftlichen Zeitschriften auf diesem Gebiet.
In Erlangen wartet nun der nächste Karriere-Schritt. Normalerweise fangen Humboldt-Professoren während der fünfjährigen Förderzeit an, mit ihrer Uni über eine anschließende Dauerstelle zu verhandeln. Das hat Schober schon hinter sich.
Im Laufe des Jahres, wenn der derzeitige Amtsinhaber Prof. Wolfgang Koch in den Vorruhestand geht, wird Schober den Lehrstuhl für Mobilkommunikation übernehmen. Dessen Name wird dann auch in Lehrstuhl für digitale Übertragung geändert.
Vom Studienanfänger zum Lehrstuhlinhaber an ein und derselben Uni — was hat man da für ein Gefühl? „Man betritt eine völlig neue Welt, von der man zuvor keine Ahnung hatte“, sagt Schober.
„Als Student kennt man die Rolle des Professors nur aus der Vorlesung. Als Doktorand lernt man ein bisschen die Forschung kennen. Und als Professor bleibt die ganze Administration an einem hängen. Ich fürchte“, sagt Schober, „auf Dauer gesehen, werde ich mir wohl doch ein Mobiltelefon kaufen müssen.“
Di. 22.05.12
Di. 15.05.12
Di. 08.05.12
Fr. 04.05.12