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1.FCN: Wie ein Abschiedsspiel noch während der Saison

Bunjaku glänzt, Didavi will bleiben, Nilsson ist gesetzt, Pekhart wird Torjäger: Der Club in Hoffenheim - 30.04.2012 08:04 Uhr

Nürnberg  - Ein Fußballspiel, viele Geschichten. Beim 3:2 in Hoffenheim hat Nürnbergs Trainer Dieter Hecking nicht nur drei Punkte, sondern auch mindestens genauso viele Erkenntnisse gewonnen. Ein kurzer Überblick.

Albert Bunjaku
Albert Bunjaku
Foto: Wolfgang Zink/DaMa
Albert Bunjaku
Albert Bunjaku
Foto: Wolfgang Zink/DaMa

Es hätte auch locker Albert Bunjakus Abschiedsspiel sein können. Bei derartigen Mottoveranstaltungen wird der Hauptdarsteller normalerweise von seinen Freunden und (ehemaligen) Kollegen beinahe genötigt, ein Tor zu erzielen, mindestens. So wirkte es phasenweise auch am Samstag in der Sinsheimer Fußball-Arena. In der zweiten Halbzeit suchten sie im Strafraum vor allem den Schweizer, der Ball sollte vor allem zu ihm. Wirklich nett von den fleißigen Vorarbeitern, aber vergebliche Mühe. Es sollte irgendwie nicht sein, obwohl Bunjaku mit fünf Torschüssen, darunter ein Pfostentreffer, in die offizielle Statistik einging und auch sonst wirklich gut war nach seiner frühen Einwechslung. So könnte es vielleicht doch noch etwas werden mit einem neuen Vertrag in Nürnberg. „Wir prüfen alle Optionen“, so Trainer Dieter Hecking.


Dass Daniel Didavi ein begabter Fußballer ist, weiß auch Daniel Didavi schon etwas länger. Außer ihm haben es nicht viele mitbekommen, was sich natürlich geändert hat, seitdem er trifft wie er will. Am Samstag schon wieder, sein neuntes Saisontor war nicht sonderlich spektakulär, aber wichtig. Für den 1. FC Nürnberg, aber ganz besonders für ihn – der sich hinterher klar wie selten zu seinem Club bekannte. Dass er sich ausgesprochen wohlfühlt in Mittelfranken, ist nicht neu, Didavi „würde gerne hierbleiben“, wie er auch in Sinsheim jedem mitteilte, der es hören wollte. Dass er demnächst mit dem VfB Stuttgart an der Europa League teilnehmen könnte, sei natürlich „interessant“, so Didavi, „das Vertrauen des Trainers ist mir aber wichtiger.“ Vertrauen, das er in Nürnberg jeden Tag spürt. „Ich bin 22, ich muss spielen.“

Der ehemalige Hoffenheimer Per Nilsson ist sogar schon 29, kam am Samstag aber erst zum 46. Mal zum Einsatz in der Bundesliga. Sollte er sich nicht verletzen, folgt in fünf Tagen gegen Leverkusen gleich Nummer 47, darauf hat sich sein Chef bereits festgelegt. „Ich will mir ein Bild von ihm machen“, sagt Hecking, was in knapp zwei Jahren ja nur selten möglich war. Und nichts mit Dominic Maroh zu tun hat, der für Nilsson weichen musste und wieder weichen muss. Da nach wie vor nicht geklärt ist, ob Maroh beim Club bleiben oder gehen wird, hätte man seine Nichtnominierung auch leicht als möglichen Misstrauensbeweis des Trainer interpretieren können. Der prompt klarstellte: „Mit Marohs Vertragsituation hat das nichts zu tun.“



Es hat etwas gedauert, bis Tomas Pekhart auch statistisch angekommen ist in der Bundesliga. In Sinsheim gelangen ihm die Saisontore Nummer acht und neun, außerdem hat er vier direkte Torvorlagen in seiner Bilanz stehen. Zum Vergleich: Julian Schieber, sein Vorgänger, an dem er auch lange gemessen wurde, schaffte vergangene Saison sieben Treffer (neun Vorlagen). Pekhart selbst glaubt, dass ein Gespräch mit Trainer und Manager vor etwa zwei Monaten ausschlaggebend gewesen sei für seinen Formanstieg. Ein Video hätten sie ihm gezeigt, mit seinen Toren und anderen Stürmern, von denen er sich etwas abschauen sollte. Und wohl abgeschaut hat. Im Strafraum ist Pekhart seit ein paar Wochen eiskalt. „Die Bundesliga“, findet der EM-Teilnehmer, „ist nicht so einfach.“
  

W. LAASS


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Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 113-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

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Der Club-Kader in der Saison 2012/13

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