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Die letzten zwei, manchmal drei Spieltage einer Bundesliga-Saison können ganz schön zäh sein. Vor allem für Vereine, die sich im so genannten Niemandsland der Tabelle aufhalten, also weder Abstiegsangst verspüren noch Europacupeuphorie. Wie die TSG Hoffenheim und der 1. FC Nürnberg am Samstagnachmittag; da es für Ende April auch noch ungewöhnlich heiß war im Kraichgau, musste man fast mit dem Schlimmsten rechnen.
Nach 90 immerhin unterhaltsamen, aber selten gutklassigen Minuten stand ein schöner 3:2 (1:1)-Erfolg für den etwas willensstärkeren Club, der auf Platz zehn klettern konnte und vor dem Saisonfinale sogar noch theoretische Europa-League-Chancen hat. Drei Punkte und drei Tore fehlen auf Hannover 96. „Man wird sehen“, sagte Trainer Dieter Hecking, „ob der Fußball-Gott noch einen raushaut.“
Viel wichtiger war ihm, dass seine Fußballer in Sinsheim eine starke Reaktion zeigten nach dem eher trostlosen 1:1 gegen Hamburg in der Vorwoche. Tomas Pekhart (9., 71.) und Daniel Didavi kurz vor der Pause trafen für Nürnberg, Hoffenheims Torschützen hießen Andreas Beck (1:1, 22.) und Edson Braafheid (2:3, 88.). „Die Mannschaft“, schwärmte Hecking, „hat zum wiederholten Mal ihren hervorragenden Charakter gezeigt.“
Der Trainer nutzte die Gelegenheit und sah sich Per Nilsson mal wieder im Wettkampf an, für Mike Frantz rotierte Markus Feulner in Nürnbergs Elf. Die gleich ihre erste Chance nutzte: Tomas Pekhart traf aus wenigen Metern, nachdem Tom Starke den Ball nach vorn hatte abprallen lassen. Das sollte man als Torwärter vermeiden; manchmal, wie am Samstagnachmittag, passiert es allerdings auch ungewollt. Daniel Didavi hatte der Kugel bei seinem 20-Meter-Schuss zuvor viel Effet mitgegeben.
Hoffenheim reagierte, wie man es erwarten durfte – allerdings selten wirklich durchdacht. Meistens öffneten erst fremde Nachlässigkeiten den Weg vor Raphael Schäfers Kasten, der Torwart verdiente sich neben Hanno Balitsch ein Sonderlob. Den Ausgleich konnten aber auch sie nicht verhindern, als Beck die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie stolperte.
Es ging hin und her, jedoch in gemächlichem Tempo. Dass Hoffenheims Abwehr relativ einfach auseinanderzunehmen war, demonstrierte Balitsch mit einem traumhaften Steilpass auf Feulner, seine Hereingabe drückte Daniel Didavi ins Netz. Sein neunter Saisontreffer.
Den auch Kollege Pekhart wenig später folgen ließ: Mit einer wahren Energieleistung schaffte er das 3:1 (71.), Braafheid konnte zwei Minuten vor Schluss bloß noch verkürzen. Was nicht weiter aufgefallen wäre, wenn der früh eingewechselte Albert Bunjaku seinen mutigen Auftritt mit dem einen oder anderen Treffer gekrönt hätte. „Eine gute Leistung von ihm“, sagte Hecking.
Das war's. Über 5000 Gäste-Fans feierten hinterher ihren Club für seine beachtliche Erfolgsserie (elf Punkte aus fünf Spielen) und stolze 42 Punkte. 45 könnten es noch werden. Nächste Woche, gegen Leverkusen. Wenn es plötzlich wieder um etwas mehr gehen könnte.
Hoffenheim: Starke; Beck, Vestergaard, Compper, Johnson – Rudy, Salihovic - Vukcevic, Musona (69. Mlapa), Babel (87. Braafheid) – Schipplock (75. Lakic).
Nürnberg: Schäfer; Feulner, Wollscheid, Nilsson, Pinola – Simons – Chandler, Balitsch, Didavi (75. Wießmeier), Mak (25. Bunjaku) – Pekhart (83. Hegeler).
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg).
Zuschauer: 30150 (ausverkauft).
Tore: 0:1 Pekhart (9.), 1:1 Beck (23.), 1:2 Didavi (45.), 1:3 Pekhart (71.), 2:3 Braafheid (88.).
Gelbe Karten: Beck (13) – Chandler (5).
Di. 21.05.13
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