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Allstar-Game bot große Unterhaltung

7413 Zuschauer pilgerten in die Arena, um die besten Basketballer der Liga zu sehen - 21.01.2013 11:51 Uhr

NÜRNBERG  - Der All-Star-Tag der Basketball-Bundesliga sollte Zuschauern, Profis und Trainern Spaß bringen. Auftrag erfüllt.

Noch spektakulärer als Basketball? Basketball mit Trampolinen! Hier reißt ein "Lord of Gravity" die Zuschauer gleich von den Sitzen.
Noch spektakulärer als Basketball? Basketball mit Trampolinen! Hier reißt ein "Lord of Gravity" die Zuschauer gleich von den Sitzen.
Foto: Eduard Weigert
Noch spektakulärer als Basketball? Basketball mit Trampolinen! Hier reißt ein "Lord of Gravity" die Zuschauer gleich von den Sitzen.
Noch spektakulärer als Basketball? Basketball mit Trampolinen! Hier reißt ein "Lord of Gravity" die Zuschauer gleich von den Sitzen.
Foto: Eduard Weigert

Siggi Tiger war aus Tübingen gekommen, Felix Phönix aus Hagen, der bärtige Aggy aus Trier, natürlich der Dunking Kong, Freaky aus dem nahen Bamberg, das Phantom, diverses Echsengetier aus Gießen und dem Artland und dieser aufgeblasene Typ aus Frankfurt. Getanzt haben sie miteinander, Basketball gespielt, auf Stelzen sind sie gelaufen, auf Skateboards gefahren und am Ende hat selbst Tobi, der furchterregende Drache aus Quakenbrück, ganz und gar menschlich gestunken.

Damit die Basketballshow am Samstag in der Nürnberger Arena perfekt wurde, mussten allein die Menschen unter ihren Plüsch- und Plastikkostümen hart arbeiten. Und der kundige Basketball-Fan weiß: Wenn statt einem achtzehn Maskottchen um das Parkett toben, dann stellt die Bundesliga ihre Schätze ins Schaufenster.

So nennt das zumindest Jan Pommer, der smarte Geschäftsführer. Eine „Schaufensterveranstaltung“ sollte dieser All-Star-Day der Beko-BBL werden. Weil die Menschen in Oldenburg, Berlin, Bamberg und Ulm schon so oft an diesem Schaufenster vorbeilaufen durften, hat sie 2013 in Nürnberg stattgefunden. Und nach einem langen Nachmittag mit (fliegenden) Menschen, (Plüsch-)Tieren und (anderen Basketball-)Sensationen stellte Pommer fest: „Es war eine sehr gelungene Veranstaltung, die die Zuschauer begeistert hat.“ Diese Aussage war natürlich so wenig zu verhindern, wie das Dauergrinsen der Maskottchen, trotzdem traf sie zu. 

Bilderstrecke zum Thema
Vor rund 7.400 Zuschauern hatte das Team National auch im fünften Anlauf gegen die internationalen Beko-BBL-Profis keine Chance und unterlag mit 95:113 (38:65). Gerade in der ersten Halbzeit zeigte sich das deutsche Team von seiner schwachen Seite, das Team der Legionäre gewann das 26. Allstar-Game souverän.

Nackte Ergebnisse gab es spät am Abend auch zu vermelden: Der Nachwuchs aus dem Süden hat das All-Star-Spiel der NBBL überlegen gewonnen (67:46), der ehemalige Bamberger Demond Mallet (Artland) verwandelte die meisten Dreipunktwürfe, Justin Darlington zeigte in einem teils beeindruckend kreativen und teils herrlich albernen Wettbewerb die spektakulärsten Dunkings, die Auswahl der Importspieler ließ dem Team National auch im fünften Duell beim 113:95 keine Chance, John Bryant, der Center-Hüne aus Ulm, wurde zum wertvollsten Spieler gewählt. 

Das Spiel selbst, eigentlich der Höhepunkt des Abends, war dabei nicht mehr als nett zu nennen — wobei das natürlich auch an der erhöhten Erwartungshaltung liegt. Ernsthafter Basketball ist an sich eine gute Show, an der Aufgabe, den Gegner und sich selbst nicht zu verletzen, möglichst wenig zu verteidigen und dabei noch das ernsthafte Spektakel zu übertreffen, scheiterten vor allem die deutschen Spieler lange Zeit. Das Team National versuchte sich zu bemüht an der großen Show, das Team International spielte einfach Basketball. 

Bilderstrecke zum Thema
Am Samstag ist das Allstar-Game der Basketball Bundesliga (BBL) zum ersten Mal in Nürnberg zu Gast. Vor der Partie heizt ein buntes Rahmenprogramm den Zuschauer in der Arena ein.

Wie viel Spaß das den aus der ganzen Republik angereisten 7413 Zuschauern (die Arena war nicht ganz ausverkauft) und allen Beteiligten gemacht hat, war vor allem Chris Fleming anzumerken. Beim Dunking-Wettbewerb saß Bambergs Meistertrainer mit seinem kleinen Sohn Elias direkt neben dem Korb — und es war kaum zu erkennen, wessen Augen größer, wessen Lachen breiter war.

Jan Jagla auf der Jagd

So entspannt wie selten verfolgte Fleming dann das überlegen lockere Spiel seines Teams international. Erst als Jan-Hendrik Jagla für die deutsche Mannschaft zu Beginn des vierten Viertels entschied, dass Schluss mit lustig sei, da wurde die Angelegenheit tatsächlich noch spektakulär. „Wir sind zwar hier, um Spaß zu haben“, sagte der Wahlmünchner. „Es ist aber nicht gut, wenn es zu einseitig wird, da haben wir dann noch eine Schippe draufgelegt.“ Jagla blockte einen Wurf, traf zwei Dreier, schloss einen schnellen Gegenangriff mit einem krachenden Dunking ab — es war der Moment, in dem sich die inszenierte Brisanz des unterhaltsamen Ulmer Privatduells (siehe unten rechts) auf alle Spieler ausweitete. Trotzdem verlor Team National deutlich.

Auf dem Erinnerungsfoto lachen trotzdem alle, Profis, Pommer, Tanzmädchen und die Maskottchen. Die konnten aber auch nicht anders. 

VON SEBASTIAN BÖHM


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