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Almog Cohen: Auf der Suche nach einem Gespür für Schnee

Nürnbergs israelischer Mittelfeldspieler lernt in der deutschen Bundesliga stetig dazu - 15.12. 07:58 Uhr

NÜRNBERG  - Noch ein Bundesligaspiel (am Samstag gegen Hannover) und eines im Pokal (am Dienstag in Offenbach) – dann ist Winterpause für den 1.FC Nürnberg. Für Bilanzen ist es noch zu früh. Aber für Neuzugang Almog Cohen geht ein Jahr zu Ende, das ihm als ein besonderes in seiner jungen Karriere in Erinnerung bleibt.


„Wir wissen, wie stark wir sind“: Nürnbergs Mittelfeldspieler Almog Cohen fühlt sich wohl beim Club – trotz des Schneetreibens.
„Wir wissen, wie stark wir sind“: Nürnbergs Mittelfeldspieler Almog Cohen fühlt sich wohl beim Club – trotz des Schneetreibens.
Foto: Zink
„Wir wissen, wie stark wir sind“: Nürnbergs Mittelfeldspieler Almog Cohen fühlt sich wohl beim Club – trotz des Schneetreibens.
„Wir wissen, wie stark wir sind“: Nürnbergs Mittelfeldspieler Almog Cohen fühlt sich wohl beim Club – trotz des Schneetreibens.
Foto: Zink

Zu Hause ist es warm. In Israel – aber auch in der Nürnberger Wohnung von Almog Cohen, die er sich mit seinem Vater Asher teilt. Die Heizung läuft auf Hochtouren, erzählt Almog Cohen und lacht: „Gut,wenn man daheim in Shorts herumlaufen kann.“

Cohen lacht gern, er ist glücklich in Deutschland – wenn es bloß nicht so kalt wäre. Solche Temperaturen, sagt er, ist er nicht gewohnt; selbst Fußballer, zu deren Berufsbekleidung kurze Hosen gehören, frieren gewaltig in diesen Tagen. Mit 22 Jahren hat Cohen jetzt, in diesem ungewohnt frühen fränkischen Winter, zum ersten Mal in seinem Leben Schnee gesehen. Schön? Ja, sagt Almog Cohen – „aber nicht beim Fußball, daran muss ich mich erst noch gewöhnen“.

Seit einem knappen halben Jahr spielt Almog Cohen für den 1.FC Nürnberg. Auch an die Bundesliga, meint der junge Mann aus Be’er Scheva im südlichen Israel, muss er sich jede Woche ein bisschen mehr noch gewöhnen – „deutschen Fußball lernen“, wie Cohen es ausdrückt.

Der Prozess hat sich gut angelassen. In neun von bisher 16 Bundesligaspielen kam Almog Cohen zum Einsatz, lediglich zwei (beim FC Bayern und gegen Dortmund) gingen verloren. „Sehr gut“ fühlt er sich nach fünfeinhalb Monaten in der neuen Heimat; „wir sind alle hochmotiviert, und es macht Spaß, in so kurzer Zeit so viele Erfahrungen zu sammeln“ – zu seinen eigenen gehören noch vier Länderspiele, als Wahl-Nürnberger gab Almog Cohen, zuvor Kapitän der U21-Auswahl seines Landes, am 2. September sein mit glänzenden Kritiken bedachtes Debüt für die A-Elf Israels.



Härter, aggressiver und schneller als der israelische, findet Cohen, sei der deutsche Fußball. Das gefällt ihm, „ich mag solche Aggressivität“ – im Spiel gegen den Ball natürlich, wie man im Fußball sagt, „nicht gegen den Mann“, wie Cohen sicherheitshalber ergänzt.

Der fünfte israelische Profi in der Bundesliga, dessen großer Förderer bei Maccabi Netanya der deutsche Trainer Lothar Matthäus war, steht ein bisschen auch für diesen sehr jugendlich gefärbten Club. „Schnell lernen“, sagt Cohen, darum geht es; in manchen Spielsituationen fehle ihm noch die Erfahrung. So geht es fast allen im Club, zuletzt zu sehen an einer Reihe von Gegentoren aus Standardsituationen. Es sind mittlerweile 13 – „aber zum Beispiel gegen Schalke haben wir mit einem Standardtor gewonnen“, meint Cohen, „so ist das, es gehört zum Fußball“.

Club live in Israel

„Das macht mich nicht nervös“, sagt Cohen auch, „solche Dinge kommen, wenn man daran arbeitet.“ Zuletzt hat er mit Marvin Plattenhardt, 18 Jahre alt, gespielt, und mit Markus Mendler, 17. Auch Ilkay Gündogan, Nürnbergs begabtester Fußballer, ist mit 20 noch etwas jünger als Cohen. „Wir wissen, wie stark wir sind“, sagt Cohen, „und was wir noch verbessern müssen.“

Dass man es in Israel auch weiß, liegt an Almog Cohen. Die letzten drei Nürnberger Spiele zeigte das israelische Fernsehen live, wahrscheinlich auch das nächste am Samstag gegen Hannover 96. Die erste Trainingseinheit vor dem Liga-Hinrunden-Finale fand gestern in der warmen Tennishalle statt: Life-Kinetik, eine Spielform, die Kreativität, Konzentration und damit die Fähigkeit zum fußballerischen Multi-Tasking verbessern soll – kann man am Samstag sicher auch bei Standards brauchen.

Noch drei Punkte zum Abschluss der Hinserie: Dann wäre es ein perfektes Jahr für den 1.FC Nürnberg und für Almog Cohen. Es soll bitterkalt werden, minus acht Grad. Aber natürlich würde Almog Cohen gerne in kurzen Hosen auf dem Platz stehen. 





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