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Altbekannte Probleme bei den Ice Tigers

Beim 3:4 gegen Krefeld macht nur Ehrhoff richtig Spaß - 28.10.2012 20:50 Uhr

Der finstere Blick nach seinem Treffer zum 3:3 spricht Bände — vielleicht ahnten Connor James (schwarzes Trikot) und seine Ice Tigers da schon, dass es erneut nicht zu einem Sieg reichen würde.

Der finstere Blick nach seinem Treffer zum 3:3 spricht Bände — vielleicht ahnten Connor James (schwarzes Trikot) und seine Ice Tigers da schon, dass es erneut nicht zu einem Sieg reichen würde. © Roland Fengler


Am Sonntagnachmittag konnten 3939 Zuschauer in der Arena beobachten, wie man das Gastspiel eines verlorenen Sohns ausgiebig nutzt.

Ehrhoff ist in Moers geboren und hat beim Krefelder EV das Eishockey spielen so gut beigebracht bekommen, dass ihm die Buffalo Sabres dieses Jahr eigentlich acht Millionen Dollar überweisen wollten. Weil die NHL-Klubs von diesen Verträgen allerdings ein paar zu viele abgeschlossen hatten, können sie sich mit der Spielergewerkschaft derzeit nicht auf einen neuen Arbeitsvertrag einigen. Die NHL hat ihre Profis ausgesperrt. Die Tarifverhandlungen ruhen. Deshalb ging Ehrhoff mit seinem Heimatverein in Nürnberg aufs Eis — und dann kaum mehr herunter.

Letztlich trug Ehrhoff zum 3:4 (1:1, 2:2, 0:0, 0:0) der Ice Tigers gegen die Pinguine nach Penalty-Schießen „nur“ einen Treffer bei.

Dem 30 Jahre alten Verteidiger jedoch beim Überstunden machen zuzusehen, das war ein Vergnügen. Allerdings auch, weil der Nachmittag aus Sicht der Gastgeber nicht allzu vergnüglich war. Jeff Tomlinson fehlten nach langer Zeit mit Vitalij Aab, Evan Kaufmann und Tim Schüle nur noch drei Spieler. Die Probleme blieben aber trotz des Mitwirkens von Yan Stastny die altbekannten.

Zu kompliziert gespielt

Aufbau und Chancenverwertung waren mangelhaft. Die Mannschaft konnte sich mehrfach nicht aus dem eigenen Drittel befreien, fand nur phasenweise zu ihrem druckvollen Tempo-, während der gesamten 65 Minuten aber nicht einmal zu präzisem Passspiel. Tomlinson hat „phasenweise gutes Eishockey gesehen und phasenweise zu viele Fehler. Wir haben uns vorgenommen, einfach zu spielen. Das ist uns nicht gelungen.“ Für Mittwochabend gegen Köln (19.30 Uhr) verspricht der Trainer „endlich wieder eine konzentrierte Leistung über 60 Minuten“.

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Icetigers Nürnberg - Krefeld Pinguine Icetigers Nürnberg - Krefeld Pinguine Icetigers Nürnberg - Krefeld Pinguine
Ice Tigers kassieren Pleite im Penaltyschießen gegen Krefeld

Die Ice Tigers spielten erneut gut mit und die Partie gegen Krefeld blieb lange ausgeglichen beim Stand von 3:3. Doch am Ende ging es wieder ins Penaltyschießen und am Ende blieb den Franken wieder kein Punkt.


Nach einem Sommer voller vielversprechender Verpflichtungen und einem guten Saisonstart ist in Eishockey-Nürnberg die Ernüchterung zurückgekehrt. Und allmählich ist der Bonus einer neuen Mannschaft, die sich erst im neuen System des neuen Trainers zurechtfinden muss, verspielt. Derlei Anpassungsprobleme haben bei zwei von drei Gegentoren ohnehin keine Rolle gespielt. Auf dem Weg zu seinem ersten DEL-Tor durfte der 17 Jahre junge Kevin Orendorz gleich drei Ice Tigers düpieren (6.). Und vor Andreas Driendls 2:3 arbeitete Patrick Klöpper härter als die gesamte Nürnberger Hintermannschaft (27.). Nur Ehrhoffs herrlichen Überzahltreffer von der blauen Linie (26.) kann wahrscheinlich kein Defensivverbund der Welt verhindern.

Offensiv glänzten die Ice Tigers — zumindest zehn Minuten lang. Nach der nervösen Anfangsphase dominierten sie, glichen durch Stastnys Stochertor aus (8.), ließen den Puck im Power-Play laufen, erzwangen durch aggressive Spielweise mehrere Torchancen — und gingen doch nur mit einem 1:1 in die erste Pause. Besser wurde es an diesem späten Nachmittag nicht mehr. „Unsere besten Spieler“, sagte Tomlinson, „sind im Moment nicht unsere besten Spieler.“ Jason Jaspers arbeitet viel, oftmals aber vergeblich. Jame Pollock hat in Angriff und Verteidigung seine Souveränität verloren. Und Eric Chouinards derzeitige Schwäche zeigte sich nicht erst beim Penalty-Schießen.

Der Franko-Kanadier scheiterte ebenso wie Yasin Ehliz, der sich erneut am Forsberg-Trick versuchte. Am Freitagabend hatte diese vom Tölzer ungleich langsamer ausgeführte Penalty-Variante in Hamburg noch zum Erfolg geführt. Vielleicht war Scott Langkow, Krefelds auffällig unsicherer Torhüter, vorbereitet. Als einziger Spieler überhaupt traf Steve Hanusch. Auch für den jungen Verteidiger war es der erste DEL-Treffer. Ehrhoff dagegen hatte vergeben. Vielleicht waren mehr als 30 Minuten Eiszeit selbst für einen NHL-Star zu viel.

  

VON SEBASTIAN BÖHM

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