"Wir wissen, was uns erwartet. Union will unbedingt seinen ersten Saisonsieg." Kleeblatt-Coach Mike Büskens weiß, dass seine Mannen heute ein euphorisiertes Publikum antreffen werden, das es oft schafft, seine Lieblinge zu besonderen Leistungen zu treiben. Das führt dann dazu, dass Union zu Hause die Punkte behält. Es kann aber auch anders herum gehen. In der vergangenen Saison hatten die Fürther das Vergnügen, die erste Mannschaft zu sein, die den Köpenickern in der Alten Försterei eine Niederlage beibrachte. Gegen wie aufgedreht nach vorn laufende Gastgeber konterten die Fürther eiskalt und gewannen 2:1.
Zwar war damals noch Benno Möhlmann für das Kleeblatt verantwortlich, doch auch Mike Büskens will mit ähnlicher Strategie erfolgreich sein. "Sie werden versuchen, Druck aufzubauen. Da müssen wir versuchen, in die Räume in ihrem Rücken zu kommen." Union-Coach Uwe Neuhaus riecht den Braten. Obwohl seine Spieler darauf brennen, nach dem Pokal-Aus gegen Halle und dem 1:1 in Aachen endlich einen Sieg zu landen. "Wir brauchen Geduld", warnt er und äußert Respekt vor den Kontern der Fürther. Tatsächlich haben die Fürther mit Dani Schahin, Christopher Nöthe und den beiden Außen Bernd Nehrig und Nico Müller vier Akteure, die auch mit dem Ball am Fuß Gegner überlaufen können. Bleibt die Frage, wer die Offensivabteilung steuert. Leo Haas, dem diese Aufgabe normalerweise zufällt, hat sich gegen Karlsruhe einen Muskelfaserriss in der Bauchmuskulatur zugezogen und fällt aus.
Wahrscheinlich wird Eigengewächs Eddy Prib die Position hinter den Spitzen besetzen. Prib ist genauso talentiert wie universell einsetzbar und kann diese Aufgabe erledigen - dennoch ist es verständlich, dass die Fürther für das offensive Mittelfeld nach Ergänzungen suchen. Mit Kevin Kampl von Bayer Leverkusen ist ein 19-jähriges Talent ein heißer Kandidat. Manager Rachid Azzouzi hat bestätigt, dass das Kleeblatt den gebürtigen Solinger schon längere Zeit beobachtet. Für die Abwehr wird man keinen Neuen holen. Allerdings fahren mit Marino Biliskov und Asen Karaslavov zwei Innenverteidiger nach Berlin, die unter der Woche Blessuren hatten. Biliskov hat seine Muskelprobleme an der Hüfte ebenso überwunden wie Karaslavov seine Knieprellung. Anzunehmen ist, dass Biliskov zunächst die Innenverteidigung mit Thomas Kleine bildet und Karaslavov auf der Bank Platz nimmt.
