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Ausgebliebener Pfiff bestätigt das Kleeblatt

Asamoah: „Das kenne ich von Schalke her nicht so“ - 29.10.2012 07:00 Uhr

FÜRTH  - Es war ein Nachmittag voller Fingerzeige. Die Bremer deuteten an, dass sie bald ein Spitzenteam sein könnten und die Fürther, dass sie immer mehr den Respekt verlieren vor dieser großen, fremden, neuen Welt namens Fußball-Bundesliga.

Aufregung im Ronhof: Trifft Werders Mielitz Prib elfmeterwürdig oder nicht?
Aufregung im Ronhof: Trifft Werders Mielitz Prib elfmeterwürdig oder nicht?
Foto: Zink
Aufregung im Ronhof: Trifft Werders Mielitz Prib elfmeterwürdig oder nicht?
Aufregung im Ronhof: Trifft Werders Mielitz Prib elfmeterwürdig oder nicht?
Foto: Zink

Letzteres äußerte sich am Samstag im Ronhof in Taten und in Worten. Als Mittelfeldspieler Edgar Prib mit der Aussage des Bremers Marko Ar-nautovic konfrontiert wurde, das Kleeblatt habe ja 90 Minuten lang „keine Chance“ gehabt, gestattete sich das 22-jährige Kleeblatt-Eigengewächs einen mit süffisantem Lächeln garniertem Halbsatz: „Wir wissen ja ...“ Dann drehte Prib ab und schlenderte in die Umkleidekabine.

„Wir wissen ja, was der Arnautovic manchmal für einen Schmarrn daherredet.“ Prib musste nicht zu Ende sprechen, um seine gewiss so oder so ähnlich lautende Botschaft zu transportieren. Der österreichische Nationalspieler steht ja in dem Ruf, etwas eigenwillig durchs Leben zu dribbeln. Zudem besaß Prib mindestens ein stichhaltiges Argument für seinen verbalen Konter. Jedenfalls dürfte es angesichts der Fernsehbilder von der 66. Spielminute kaum zwei Meinungen darüber geben, ob dem Kleeblatt ein Strafstoß versagt wurde oder nicht.


„Ich lege mir den Ball vor, werde am Fuß getroffen, lasse mich fallen. Mehr kann ich nicht machen.“ So hat Edgar Prib die Szene erlebt, in der ihn Bremens Torhüter Sebastian Mielitz kurz vor der Torauslinie in höchster Not ins linke Standbein grätschte. Schiedsrichter Tobias Stieler schaute hin – und entschied nicht nur zum Entsetzen Tausender gut postierter Augenzeugen auf der Nordtribüne auf Eckstoß.

Fürths Trainer Mike Büskens geriet dadurch beileibe nicht zum ersten Mal in die missliche Lage, eine Aussage zur Leistung des Unparteiischen treffen zu müssen. Der 44-jährige hat sich für solch heikle Fälle eine Art Diplomatensprech zugelegt. Schiedsrichter – und seien sie noch so schlecht – öffentlich in die Pfanne zu hauen, das darf sich ungestraft wahrscheinlich nur Uli Hoeneß leisten. Also sagte Büskens mit unterdrücktem Groll: „Ich glaube, niemand hätte sich beklagen können, wenn es da einen Elfmeter gegeben hätte.“

Grotesk falsch

Stieler und seine beiden Kollegen an den Seitenlinien lagen beileibe nicht immer daneben und wahrscheinlich nicht einmal öfter als zur gleichen Zeit andere Unparteiische in anderen Stadien. Ihr Job ist vielleicht sogar der schwerste von allen, die an einem Fußball-Wochenende zu vergeben sind. Aber auch kurz vor Schluss, als buchstäblich um jeden Ballbesitz gerungen wurde und Mergim Mavraj direkt vor den Augen des Schiedsrichterassistenten Werder-Kapitän Aaron Hunt anschoss, wirkte die Entscheidung auf Einwurf für Bremen geradezu grotesk falsch. Bibiana Steinhaus, die vierte Unparteiische, musste mäßigend auf die aufgebrachten Fürther Ersatzspieler und Betreuer einwirken.

Solche Szenen liefert die Bundesliga an jedem Wochenende nicht zu knapp. Glaubt man dem Ex-Schalker und Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah, existiert aber sehr wohl ein Unterschied in der Behandlung von arrivierten Mannschaften und solchen, deren Hausmacht im deutschen Fußball weniger groß ist. Der 34-Jährige, dessen Einsatzwille am Samstag erneut tadellos war, macht im Herbst seiner Karriere in Fürth noch eine Erfahrung, auf die er gerne verzichten würde. „Was da an Freistößen gegen uns gepfiffen wird – das kenne ich von Schalke her nicht so.“

Die Aufregung über das Schiedsrichterteam hielt sich in Grenzen, weil am Ende für die Fürther ein Teilerfolg heraussprang, ein Fingerzeig für einen Aufwärtstrend. „Aber stellt euch mal vor“, unkte Asamoah, „wir hätten noch verloren, das hätte wieder einen Knacks gegeben.“

Bilderstrecke zum Thema
Mit dem 1:1 gegen Bremen hat die Spielvereinigung Greuther Fürth ihren ersten Punkt vor heimischer Kulisse geholt. Die Noten für die Leistung der Kleeblatt-Kicker.

 

Von Kurt Heidingsfelder


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13