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Letzteres äußerte sich am Samstag im Ronhof in Taten und in Worten. Als Mittelfeldspieler Edgar Prib mit der Aussage des Bremers Marko Ar-nautovic konfrontiert wurde, das Kleeblatt habe ja 90 Minuten lang „keine Chance“ gehabt, gestattete sich das 22-jährige Kleeblatt-Eigengewächs einen mit süffisantem Lächeln garniertem Halbsatz: „Wir wissen ja ...“ Dann drehte Prib ab und schlenderte in die Umkleidekabine.
„Wir wissen ja, was der Arnautovic manchmal für einen Schmarrn daherredet.“ Prib musste nicht zu Ende sprechen, um seine gewiss so oder so ähnlich lautende Botschaft zu transportieren. Der österreichische Nationalspieler steht ja in dem Ruf, etwas eigenwillig durchs Leben zu dribbeln. Zudem besaß Prib mindestens ein stichhaltiges Argument für seinen verbalen Konter. Jedenfalls dürfte es angesichts der Fernsehbilder von der 66. Spielminute kaum zwei Meinungen darüber geben, ob dem Kleeblatt ein Strafstoß versagt wurde oder nicht.
„Ich lege mir den Ball vor, werde am Fuß getroffen, lasse mich fallen. Mehr kann ich nicht machen.“ So hat Edgar Prib die Szene erlebt, in der ihn Bremens Torhüter Sebastian Mielitz kurz vor der Torauslinie in höchster Not ins linke Standbein grätschte. Schiedsrichter Tobias Stieler schaute hin – und entschied nicht nur zum Entsetzen Tausender gut postierter Augenzeugen auf der Nordtribüne auf Eckstoß.
Fürths Trainer Mike Büskens geriet dadurch beileibe nicht zum ersten Mal in die missliche Lage, eine Aussage zur Leistung des Unparteiischen treffen zu müssen. Der 44-jährige hat sich für solch heikle Fälle eine Art Diplomatensprech zugelegt. Schiedsrichter – und seien sie noch so schlecht – öffentlich in die Pfanne zu hauen, das darf sich ungestraft wahrscheinlich nur Uli Hoeneß leisten. Also sagte Büskens mit unterdrücktem Groll: „Ich glaube, niemand hätte sich beklagen können, wenn es da einen Elfmeter gegeben hätte.“
Stieler und seine beiden Kollegen an den Seitenlinien lagen beileibe nicht immer daneben und wahrscheinlich nicht einmal öfter als zur gleichen Zeit andere Unparteiische in anderen Stadien. Ihr Job ist vielleicht sogar der schwerste von allen, die an einem Fußball-Wochenende zu vergeben sind. Aber auch kurz vor Schluss, als buchstäblich um jeden Ballbesitz gerungen wurde und Mergim Mavraj direkt vor den Augen des Schiedsrichterassistenten Werder-Kapitän Aaron Hunt anschoss, wirkte die Entscheidung auf Einwurf für Bremen geradezu grotesk falsch. Bibiana Steinhaus, die vierte Unparteiische, musste mäßigend auf die aufgebrachten Fürther Ersatzspieler und Betreuer einwirken.
Solche Szenen liefert die Bundesliga an jedem Wochenende nicht zu knapp. Glaubt man dem Ex-Schalker und Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah, existiert aber sehr wohl ein Unterschied in der Behandlung von arrivierten Mannschaften und solchen, deren Hausmacht im deutschen Fußball weniger groß ist. Der 34-Jährige, dessen Einsatzwille am Samstag erneut tadellos war, macht im Herbst seiner Karriere in Fürth noch eine Erfahrung, auf die er gerne verzichten würde. „Was da an Freistößen gegen uns gepfiffen wird – das kenne ich von Schalke her nicht so.“
Die Aufregung über das Schiedsrichterteam hielt sich in Grenzen, weil am Ende für die Fürther ein Teilerfolg heraussprang, ein Fingerzeig für einen Aufwärtstrend. „Aber stellt euch mal vor“, unkte Asamoah, „wir hätten noch verloren, das hätte wieder einen Knacks gegeben.“

Di. 21.05.13
Mo. 20.05.13
Mo. 20.05.13
Mo. 20.05.13
Sa. 18.05.13