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Beim 1. FCN muss derzeit die Jugend ran

Junge Spieler in der Pflicht - Hecking: „Aufpassen, dass wir sie nicht verheizen“ - 30.08. 07:00 Uhr

NÜRNBERG  - Es ist im Grunde ein U23-Juniorenteam, das derzeit für Nürnberg in der Bundesliga spielt – angereichert mit drei 18-Jährigen und mit nur einem Fußballer über 30: Timmy Simons. Ein Modell soll es so aber nicht werden. Leitbild bleibe, so der Trainer, eine gute Balance zwischen jung und alt.

Beim 1. FC Nürnberg müssen derzeit die jungen Spieler viel Verantwortung übernehmen. Timm Klose und der Torschütze Alexander Esswein (Bildmitte) sind nur zwei davon, die ihre Sache gegen Augsburg sehr gut gemacht haben.
Beim 1. FC Nürnberg müssen derzeit die jungen Spieler viel Verantwortung übernehmen. Timm Klose und der Torschütze Alexander Esswein (Bildmitte) sind nur zwei davon, die ihre Sache gegen Augsburg sehr gut gemacht haben.
Foto: Wolfgang Zink
Beim 1. FC Nürnberg müssen derzeit die jungen Spieler viel Verantwortung übernehmen. Timm Klose und der Torschütze Alexander Esswein (Bildmitte) sind nur zwei davon, die ihre Sache gegen Augsburg sehr gut gemacht haben.
Beim 1. FC Nürnberg müssen derzeit die jungen Spieler viel Verantwortung übernehmen. Timm Klose und der Torschütze Alexander Esswein (Bildmitte) sind nur zwei davon, die ihre Sache gegen Augsburg sehr gut gemacht haben.
Foto: Wolfgang Zink

Als Dieter Hecking kurz vor dem Weihnachtsfest 2009 nach Nürnberg kam, sah er zunächst eines: viel begabte Jugend. Der neue Trainer des mit zwölf Punkten aus 17 Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz notierten 1.FC Nürnberg äußerte große Sympathien für „die hier eingezogene Philosophie“, aber auch Bedenken: Ein Patentrezept sei Jugend alleine noch nicht, „junge Spieler“, sagte Hecking, „müssen vor allem gut geführt werden“.



Hecking restaurierte den unter seinem Vorgänger Michael Oenning beschädigten teaminternen Status von routinierten Spielern wie Raphael Schäfer oder Javier Pinola und holte für Schlüsselpositionen Verstärkungen: Andreas Ottl und Breno vom FC Bayern, Mikael Tavares vom HSV. Es ging ihm nicht primär um deren individuelle Qualitäten, sondern um die Balance der Mannschaft. Die wurde stabiler, ohne dass sich ein Einzelner als unentbehrlich erwiesen hätte.

Aus dieser zunächst unter Zeitdruck und dem Stress des Abstiegskampfs gewachsenen Mannschaft ragte auffällig dann nur der Jüngste heraus: der im Juli nach Dortmund gewechselte Ilkay Gündogan, „unser einziger wirklich profilierter Spieler“, wie ihn der stellvertretende Mannschaftskapitän Per Nilsson nannte – und wohl der einzige, wie Hecking heute sagt, „den wir nicht eins zu eins ersetzen können, vielleicht über das ganze Jahr nicht“.


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Endlich ein Heimsieg! Vor tobenden Club-Fans schoss Esswein den überlegenen 1. FCN zum 1:0 gegen die Augsburger - und beendete damit eine 76-minütige Zitterpartie.

„Als Mannschaft lösen“, das betonte Hecking jetzt am Samstag nach dem 1:0 über den FC Augsburg ausdrücklich, müsse man beim Club alle Probleme – momentan indes mit einem Team, das noch viel mehr begabte Jugend versammelt als zu Heckings Amtsantritt. Zum einen, weil in einem gut ausbalancieren Ganzen außerordentlich viel Talent reifen konnte, zum anderen, weil erfahrene Stützen der Mannschaft verletzungsbedingt fehlen: Schäfer und Nilsson, zuletzt noch Markus Feulner, Mike Franz ohnehin, auch Albert Bunjaku konnte sein Comeback noch nicht geben.

Hoffen, dass es gut geht

Jugend allein ist natürlich auch heute kein Patentrezept. Aber es ist nicht die Zeit für grundsätzliche Fragen. „Ich bin ganz ehrlich“, sagt Hecking: „Wenn ich die Jungen jetzt reinwerfe, dann denke ich darüber nicht zu lange nach, sondern hoffe, dass es gut geht“ – zu behaupten, sich dessen sicher sein zu dürfen, würde sich aber verbieten, „auch wenn sich das nach einem Sieg gut verkaufen ließe“ (Hecking). Mit drei 18-Jährigen gelang, zur allgemeinen Erleichterung, das 1:0 über Augsburg. „Es ist schön, dass wir solche Spieler haben, was sie können, weiß ich, aber wir müssen schon aufpassen, dass wir sie nicht verheizen“, sagt Hecking, der es vorzieht, „junge Spieler in Ruhe reifen zu lassen“ und darauf setzt, „dass sie dabei demütig bleiben“. Kein Trainer hat in den vergangenen eineinhalb Jahren so erfolgreich eine solche Vielzahl von selbst in der Branche kaum bekannten Nachwuchsspielern zur Bundesligareife geführt wie der Nürnberger – und deshalb weiß keiner besser als Hecking, dass er manchem Azubi gerade vielleicht sogar zu viel zumuten muss.

Natürlich sehe er „Momente, in denen sie noch überfordert oder zu unbekümmert sind“, was der Trainer aber nicht als Tadel verstehen will: „Sonst hätten wir einen Mario Götze“ – Dortmunds Jahrhunderttalent indes spielt, anders als die Wießmeiers oder Mendlers in Nürnberg, beim BVB eine tragende Rolle. Eine „gute Balance zwischen alt und jung“ bleibe, auch in der Transferpolitik, das Nürnberger Leitbild: „Das ist unser Weg, aber jetzt erleben wir gerade, dass wichtige ältere Spieler zeitweise wegbrechen.“

Dieter Hecking kommt die Liga-Pause nun ganz gelegen, die nächste in fünf Wochen genauso, denn „das ist Zeit, die uns hilft“. Bunjaku ist auf dem Sprung, Nilsson soll heute erstmals wieder trainieren, Schäfer könnte bei günstigem Verlauf Ende Oktober wieder bereit sein. Jede Spitzenmannschaft, sagt Dieter Hecking, reklamiere Zeit für ihre Entwicklung, „und dann muss das für uns erst recht gelten“ – derzeit immerhin frei vom Stress des Abstiegskampfs, auch dank der Jugend. 



HANS BÖLLER

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Der 1. FCN - genannt "der Club" - hat folgende Titel errungen:
Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968
DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2011/12

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Die Club-Gegner in der Saison 2011/12

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