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Bunjaku trifft gegen die Bayern

Nürnbergs U23 spielt 2:2 im "kleinen Derby" - Gerd Müller ist wieder aufgetaucht - 09.08. 07:30 Uhr

Nürnberg  - 2:2 endete am Montagabend das Regionalliga-Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg II und Bayern München II. Ein phasenweise hinreißendes Fußball-Spiel - mit auch ringsum vielen bekannten Gesichtern.


Der 19-jährige Heinloth im Kopfballduell mit Münchens Vrzogic.
Der 19-jährige Heinloth im Kopfballduell mit Münchens Vrzogic.
Foto: Zink
Der 19-jährige Heinloth im Kopfballduell mit Münchens Vrzogic.
Der 19-jährige Heinloth im Kopfballduell mit Münchens Vrzogic.
Foto: Zink

 Die beste Nachricht gab es schon vor dem Anpfiff: Gerd Müller ist wieder da. Ende Juni, im Trainingslager in Südtirol, hatte der „Bomber der Nation“ für helle Aufregung gesorgt, als er 13 Stunden verschollen war. Danach hörte man nicht mehr viel von ihm, auch Bayerns Presseabteilung hielt sich bedeckt. Weshalb sich die Fußball-Nation ein paar Sorgen machen musste um den Weltmeister von 1974.

Gestern Abend begleitete er seine Mannschaft nach Nürnberg, auch für ihn mittlerweile ein eher seltenes Vergnügen. Vor über 14 Jahren spielten die kleinen Münchner zum vorerst letzten Mal im Frankenstadion, zu Regionalliga-Zeiten damals sogar noch gegen Nürnbergs Profi-Elf. Die bis gestern letzte Begegnung beider Reserve-Teams gab es in der Bayernliga-Saison 1986/87. Lang, lang ist's her.

2600 Derby-Zuschauer

Dass es auch in der vierten Klasse nicht ohne Rivalität geht, dokumentierte besonders die Zuschauerzahl. Über 2600 waren gekommen zum Derby, darunter rund 400 Bayern-Fans – obwohl letztlich nicht viel mehr als die Ehre auf dem Spiel stand. In der aktuellen Regionalliga-Saison gibt es wegen der nahenden Ligen-Reform keine Absteiger und nur einen Aufsteiger. Der FC Bayern II heißen könnte. Oder vielleicht sogar muss.

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Mit einem 2:2 trennten sich die Amateure des Clubs und des FC Bayern München in der Regionalliga Süd. Prominente Zuschauer hatte das "kleine" Derby auch. Die Bilder vom Spiel finden Sie in unserer Galerie.

„Wir waren heute weit weg von unserem wahren Können“, sagte Bayern-Trainer Andries Jonker, Louis van Gaals langjähriger Assistent und Nachfolger, nach dem leistungsgerechten 2:2 – und hatte auch eine Begründung dafür. „Wir haben uns mit neuen Bällen aufgewärmt, aber mit alten gespielt.“

Kein Selbstläufer

Dass die angestrebte Rückkehr allerdings kein Selbstläufer werden dürfte, weiß spätestens seit gestern auch der ziemlich berühmte Niederländer. Jonker sah einen furiosen Start seiner Elf, die bereits in der 3. Minute in Führung ging. Manuel Fischer staubte ab, nachdem der pfeilschnelle Saer Sene zuerst Marvin Plattenhardt davongelaufen war und danach den Pfosten getroffen hatte.

Ein Schock für die jungen Nürnberger. Aus dem nominellen Regionalliga-Kader ist nur Michael Kammermeyer vor 1990 geboren, der Rest zum Teil wesentlich später. Gestern standen zunächst drei 18-Jährige und drei 19-Jährige auf dem Platz. Durchweg Talente, die es schaffen können. Nach oben. Irgendwann.

Auch Julian Wießmeier ist erst 18, aber schon etwas weiter als viele andere. Ein Bundesliga-Tor hat der Mittelfeldspieler schon in seiner Vita stehen, gestern bereitete er den Ausgleich mit einem wunderbaren Solo über die linke Seite vor. Wießmeier rannte und rannte, selbst drei Münchner konnten ihn nicht aufhalten. Seine präzise Rückgabe drückte Albert Bunjaku in Torjäger-Manier über die Linie (1:1, 37.). „Wir haben heute eine Riesen-Leidenschaft gezeigt“, sagte Jonkers Kollege Michael Wiesinger, „aber es war klar, dass irgendwann die Kräfte nachlassen.“

Nürnberg II hatte sich den Ausgleich längst verdient, war insgesamt lebhafter. Bei konsequenterer Chancenverwertung wäre man mit einer Führung in die Pause gegangen; der ansonsten starke Nelson Kamavuaka brachte dabei das Kunststück fertig, freistehend aus fünf Metern nicht zu treffen.

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel schien der Abend für den Zugang von Hoffenheim II endgültig gelaufen zu sein. Bayerns Cüneyt Köz hatte Wießmeier im Strafraum regelwidrig in die Horizontale befördert, doch Kamavuaka scheiterte mit dem fälligen Strafstoß an Torhüter Maximilian Riedmüller (52.). Nur eine Minute später konnte aber selbst Kamavuaka wieder strahlen, als Florian Ballas (18 Jahre, 1,94 Meter, fast 90 Kilo, kam aus Saarbrücken) mit einem wuchtigen Kopfball das 2:1 erzielte. Seinen Namen sollte man sich merken.

Szenenapplaus für die Nürnberger

Danach gab es ein paar Mal Szenenapplaus für entfesselt kombinierende Nürnberger, während Hermann Gerland und Werner Kern aus Bayerns Nachwuchsleistungszentrum mächtig staunten auf der Pressetribüne. Es hätte auch 7:4 oder 7:5 ausgehen konnen, wurde aber noch ein 2:2 - weil Sene aus stark abseitsverdächtiger Position traf. „Der Sieg wäre nicht verdient gewesen“, sagte sein Trainer Jonker noch. Gerd Müller blieb der Pressekonferenz übrigens fern.

Nürnberg II: Stephan; Heinloth, Maurer, Ballas, Plattenhardt – Kamavuaka – George (79. Walthier), Fall (79. Eckstein), Wießmeier, Bunjaku – Görtler (71. Diroll).

München II: Riedmüller; Jüllich, van der Meulen, Köz, Vrzogic (60. Strieder) – Müller (88. Pryor), Dombrowka (60. Reinhardt) - Sene, Horn, Vastic – Fischer.

Schiedsrichter: Petersen (Leinfelden). - Zuschauer: 2633. - Tore: 0:1 Fischer (3.), 1:1 Bunjaku (37.), 2:1 Ballas (53.), 2:2 Sene (78.). - Bes. Vorkommnis: Riedmüller hält Foulelfmeter von Kamavuaka (52.).   





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Der 1. FCN - genannt "der Club" - hat folgende Titel errungen:
Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968
DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2011/12

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

Die Club-Gegner in der Saison 2011/12

Galerie Gegner 1. FC Nürnberg 2011/12
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