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Club: Auch wirtschaftlich ein besonderes Jahr

Finanzvorstand Ralf Woy kündigt „richtig gutes Betriebsergebnis“ an und für Juli einen neuen Hauptsponsor - 16.06.2012 06:59 Uhr

Bald wird die nächste Baustelle geschlossen: Schon in nächsten Wochen möchten Ralf Woy und sein 1. FC Nürnberg das neue, etwa sechs Millionen Euro teure Funktionsgebäude eröffnen.

Bald wird die nächste Baustelle geschlossen: Schon in nächsten Wochen möchten Ralf Woy und sein 1. FC Nürnberg das neue, etwa sechs Millionen Euro teure Funktionsgebäude eröffnen. © Zink


Auch in der Sommerpause, wenn andere das Fernweh packt, hat Ralf Woy normalerweise gut zu tun. Heuer sogar besonders viel. Der Finanzvorstand des 1. FC Nürnberg kümmert sich wie gewohnt darum, dass die Zahlen stimmen. Also um ein tragfähiges Fundament für den Traditionsverein, der vor knapp zwei Jahren noch mit einer zweistelligen Millionensumme in der Kreide stand.

Der Bundesliga-Abstieg 2008 hatte den Club vor allem finanziell weit zurückgeworfen. Es folgten zwei tiefrote Abschlüsse, deren Auswirkungen nach wie vor zu spüren sind. Aber möglicherweise nicht mehr lange.

Schon für 2010/2011 wies Woy wieder einen kräftigen Gewinn aus (4,3 Millionen Euro), was sich vor allem mit den Transfers von Ilkay Gündogan und Dennis Diekmeier erklären ließ. Ganz ähnlich sieht es im noch bis 30. Juni dauernden Geschäftsjahr 2011/2012 aus. Woy kündigt erneut ein „richtig gutes Betriebsergebnis“ an, mit einem Gewinn „im siebenstelligen Bereich“, man liege „absolut im Plan“. Drei bis vier Jahre, so wurde vor ungefähr zwei Jahren prognostiziert, werde man für die Konsolidierung brauchen.

Also drei bis vier Jahre, in denen auch Spieler verkauft werden mussten. Und müssen. Die Frage, ob Philipp Wollscheid, der seinem Ex-Verein summa summarum etwa sieben Millionen Euro einbringen könnte, der vorerst letzte war, kann auch Woy nicht beantworten. Sehr erfreulich findet er jedenfalls, dass sich Timothy Chandler unlängst für Nürnberg und gegen Stuttgart entschieden hat und sein Arbeitgeber einen Teil der erwirtschafteten Gesamterlöse wieder reinvestieren kann. Timo Gebhart ist eine Million Euro teuer, Hiroshi Kiyotake auch, der neue Innenverteidiger dürfte ebenfalls nicht umsonst zu haben sein.

Der Club, so viel steht fest, wird sich nicht auf Kosten des sportlichen Erfolgs sanieren. „Wir brauchen eine konkurrenzfähige Mannschaft“, sagt Woy. Eine Mannschaft, die wieder so schnell wie möglich den Klassenverbleib schaffen soll, damit es auch in der sogenannten TV-Tabelle weiter nach oben geht. Zwei Plätze hat der Club 2011/2012 gutgemacht, ist jetzt Zwölfter. Was gleich wieder einem Plus von rund 1,5 Millionen Euro entspricht.

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Sommerzeit ist Transferzeit: Im Gegensatz zu den vergangenen Spielzeiten steht der 1. FC Nürnberg dieses Mal jedoch nicht vor einem großen Umbruch. Über zu wenig Arbeit dürfte sich Sportvorstand Martin Bader in den kommenden Wochen dennoch nicht beklagen. Unsere Bildergalerie verrät, was beim Club in Sachen Transfers los ist.


Woy reibt sich deswegen nicht die Hände, ist aber insgesamt sehr zufrieden. Der gebürtige Hamburger geht mit dem 1. FC Nürnberg in seine zehnte Saison; im Oktober 2003 wurde der gelernte Bankkaufmann in den Aufsichtsrat gewählt, gut zwei Jahre später durfte er sich hauptamtlicher Vizepräsident nennen, seit 2010 Vorstand Finanzen und Verwaltung. Er hat, wenn man so will, im Verein Karriere gemacht. Und auch einiges bewegt.

„Ein Meilenstein“

In den nächsten Wochen wird das knapp sechs Millionen Euro teure und über eine Fananleihe vorfinanzierte Funktionsgebäude eingeweiht, „ein Meilenstein“ für die mittel- und langfristige Entwicklung des 1. FC Nürnberg, wie Woy findet. Der auch seine Logensitzplätze und Business Seats im Frankenstadion (insgesamt 1400) bis auf ein paar Restkontigente schon wieder vermietet hat für die nächste Runde, womit die Vermarktungsmöglichkeiten (Woy: „Oberkante Unterlippe“) aber praktisch ausgeschöpft sind.

Abhilfe könnte und soll ein kompletter Stadionumbau ab frühestens 2015 schaffen. So lange existiert die aktuelle Betreibergesellschaft noch, bestehend aus der Baufirma Hochtief (75 Prozent) und der Stadt Nürnberg. Dem Verein schwebt danach eine moderne Fußball-Arena vor — ohne Laufbahn. „Alles andere“, sagt Woy, „wäre Flickschusterei“.

Ein paar Jahre werden also noch vergehen, bis Woys nächster Traum in Erfüllung gehen könnte. Deutlich zeitnäher möchte er den neuen Hauptsponsor vorstellen. „Spätestens im Juli“ soll der Abschluss erfolgen, Woy ist sehr zuversichtlich, „es laufen sehr gute Gespräche“. Mit, wie er sagt, regional verwurzelten Unternehmen, deren Anspruch es sei, ihren Bekanntheitsgrad mit Hilfe des 1. FC Nürnberg weiter zu steigern. „Drei bis vier“, so Woy, seien in der engeren Auswahl. Und bereit, viel Geld in den Verein zu pumpen. Damit die Zahlen auch künftig wieder stimmen. 

VON WOLFGANG LAASS

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