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Reden wollte Albert Bunjaku auch am nächsten Vormittag nicht darüber. Verständlicherweise. Was hätte er auch sagen sollen. „Ja, natürlich bin ich zufrieden mit meiner Leistung.“ „Ja, das Tor hat mir sehr gut getan.“ „Nein, ich brauche noch Zeit.“ Zumindest hat der Schweizer Nationalstürmer am Dienstagabend angedeutet, dass früher mit ihm zu rechnen sein könnte als viele vielleicht vermuten.
Bunjaku düste beim 1:2 im Test gegen Fenerbahce Istanbul phasenweise wie aufgezogen über den Platz, ging keinem Zweikampf aus dem Weg und erzielte auch noch ein schönes Tor. Kein Zweifel, Bunjaku ist im Kommen – knapp ein Jahr nach seinem vorerst letzten Bundesliga-Einsatz. Am 11. September hatte er sich in Hamburg am rechten Knie verletzt, ein schwerer Knorpelschaden warf Nürnbergs erfolgreichsten Schützen der Saison 2010/2011 weit zurück. Jetzt ist er wieder da. Und trifft.
Auch im Trainingsspiel über den halben Platz wirkt Patrick Rakovsky manchmal ein bisschen fahrig. Als er eine Flanke nach vorn abprallen lässt, schüttelt der junge Torwart den Kopf. Als ob er selbst nicht glauben könne, dass ihm ausgerechnet jetzt der eine oder andere Leichtsinnsfehler unterläuft. Raphael Schäfer, die unumstrittene Nummer eins im Club, fehlte auch gestern Vormittag, allerdings entschuldigt. Seine Unterschenkelverletzung ließ immer noch keine Flugstunde zu, so dass am Samstag möglicherweise ein anderer zwischen die Pfosten muss.
Seit der zweiten Vorbereitungshälfte ist der 18-jährige Rakovsky die Nummer zwei, weil Alexander Stephan gepatzt hatte und vorübergehend dienstunfähig war. Also in Dortmund mit Rakovsky? „Ich traue es ihm durchaus zu“, sagt Stephan, die unglückliche Nummer drei. Bundesliga-Erfahrung hat Rakovsky bisher lediglich mit Schalkes U19 sammeln können, am 6. März glückte ihnen dabei ein viel beachteter 3:2-Erfolg in? Dortmund! Rakovsky oder Stephan? Wahrscheinlich doch Schäfer. „Raphael kann spielen“, beruhigt Torwart-Trainer Adam Matysek, „es sieht sehr gut aus.“
Der letzte Schuss hätte wahrscheinlich genau gepasst. Markus Feulner hatte nochmal alles hineingelegt in seinen Versuch, die Kugel zischte los – kam aber nur ungefähr drei Meter weit. Bis zum Körper eines Mitspielers. Mike Frantz stand dem Torerfolg im Weg, was ihm für ein paar Minuten sichtlich weh tat. Der langjährige Pechvogel lächelte trotzdem. Wahrscheinlich hatte er sich während seiner quälend langen, nicht enden wollenden Reha öfter danach gesehnt, mit voller Wucht im Rücken getroffen zu werden.
Seit Anfang Januar und dem Trainingslager in der Türkei konnte Frantz wegen einer schmerzhaften Zehen-Verletzung nicht mehr mitspielen, mittlerweile hat er zwei Einheiten hinter sich. Man merkt ihm seine siebenmonatige Fußball-Pause nicht an. „Das ist schon wieder was anderes“, bremst Frantz, der auch während seiner Abwesenheit „viel und hart trainiert“ habe. Genügend Ausdauer und Wettkampfhärte soll sich der Saarländer in den nächsten Wochen beim Üben auf dem Platz holen, es drängt ihn niemand. „Bisher verkrafte ich alles gut, aber es wird schon ein Weilchen dauern.“ Was bei Frantz nicht viel heißen muss.

Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12
Fr. 18.05.12