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Club: Reservistenübung mit einem Verletzten

Per Nilsson vom Pech verfolgt: Im Test gegen Karlsruhe (2:0) hat er sich das linke Knie verdreht - 31.01. 07:00 Uhr

NÜRNBERG  - Es sollte nur eine Trainingseinheit mit Wettkampfcharakter werden. Für Club-Profi Per Nilsson wurde das gestrige Freundschaftsspiel gegen Karlsruhe zum Alptraum. Nicht der erste seit seinem Wechsel nach Nürnberg vor rund eineinhalb Jahren.

In dieser Szene verletzte sich Per Nilsson (rechts), später wurde bei dem Schweden eine Innenbandverletzung diagnostiziert. Er wird dem Club mehrere Wochen fehlen.
In dieser Szene verletzte sich Per Nilsson (rechts), später wurde bei dem Schweden eine Innenbandverletzung diagnostiziert. Er wird dem Club mehrere Wochen fehlen.
Foto: Wolfgang Zink
In dieser Szene verletzte sich Per Nilsson (rechts), später wurde bei dem Schweden eine Innenbandverletzung diagnostiziert. Er wird dem Club mehrere Wochen fehlen.
In dieser Szene verletzte sich Per Nilsson (rechts), später wurde bei dem Schweden eine Innenbandverletzung diagnostiziert. Er wird dem Club mehrere Wochen fehlen.
Foto: Wolfgang Zink

Der Kapitän wollte es einfach nicht wahrhaben. Nach längerer Behandlung im Strafraum humpelte Per Nilsson vom Platz, eher widerwillig, so schien es. Kurz darauf kam er zurück. Obwohl er nicht mehr richtig laufen konnte. Man sah ihm die Schmerzen an, bei jedem Schritt. Doch sein Wille war zunächst stärker, ließ ihn noch ein paar Minuten durchhalten. Bis der Pechvogel irgendwann zur Seitenlinie schlich. Mit gesenktem Kopf. Aus. Vorbei. Schon wieder.

Einen Schlag auf die über Monate lädierte Achillessehne im rechten Bein habe er abbekommen und sich dabei reflexartig sein linkes Knie verdreht, berichtet Nilsson später auf dem Weg in die Kabine. Kurios, aber „nichts Schlimmes“. Wie schlimm es ihn tatsächlich erwischt hatte, sollte erst eine Kernspintomografie zeigen.

Bilderstrecke zum Thema
Vor dem Duell mit Borussia Dortmund hat die zweite Garnitur des 1. FC Nürnberg am Montag ein Testspiel gegen den Zweitligisten Karlsruher SC absolviert und dank der Tore von Timothy Chandler und Robert Mak mit 2:0 gewonnen. Überschattet wurde der Sieg durch die erneute Verletzung von Per Nilsson.

Neuralgische Zone

Dieter Hecking ahnte am Nachmittag wohl schon, dass Nilsson länger dienstunfähig sein könnte. Von einer Kapselverletzung war zunächst die Rede, womit er glimpflich davongekommen wäre. Kurz vor 21 Uhr teilte die Pressesprecherin per SMS mit: „Pelle: Innenbandverletzung, fällt die nächsten Wochen aus, es wird noch weitere Untersuchungen geben.“ Dass er wie so oft im linken Knie einen Stich gespürt hatte, verhieß wenig Gutes. Vor über einem Jahr war ihm im linken Knie bei einem Trainingsunfall das Innenband eingerissen, auch davor hatte er wiederholt über Probleme geklagt. Es scheint die neuralgische Zone seines Körpers zu sein.

Chandler als linker Verteidiger



Kleiner Trost für Nilsson: Wenigstens die Achillessehne hat ihren Härtetest einigermaßen schadlos überstanden, womit die gestrige Verabredung mit dem Karlsruher SC (2:0) auch für ihn wenigstens einen positiven Aspekt lieferte. Dieter Hecking war über 60, 70 Minuten sogar recht zufrieden mit dem Verlauf der Reservistenübung. Der kurzfristig anberaumte Vergleich mit dem Zweitligaletzten sollte vor allem seine ehemals Dauerverletzten weiter heranführen an das (noch) höhere Niveau der anderen. Nilsson beispielsweise gehörte letztmals am 14. Mai zur Startelf, Albert Bunjaku am 1. Oktober, Mike Frantz am 19. November. Auch Timothy Chandler ist seit seinem Platzverweis etwas aus dem Rhythmus geraten. Das Sportgericht sperrte ihn jahresübergreifend für zwei Bundesligapartien; zwischendurch, im Achtelfinale gegen Fürth, musste er sich als linker Verteidiger versuchen. Es dürfte ein einmaliges Experiment bleiben.

Auch die Vorbereitung verlief nicht gerade optimal für den US-Nationalspieler. Wegen eines kleinen Muskelfaserrisses konnte er drei Wochen nur sehr verhalten trainieren und natürlich auch nicht spielen. Gestern nun sein Comeback. 45 gute Minuten und ein schönes Tor könnten reichen, um es am Freitag gegen Dortmund (20.30 Uhr) wieder ins Aufgebot zu schaffen. „Das kann durchaus sein“, sagt Hecking, der seinen dynamischen Flügelflitzer besonders in Hannover doch sehr vermisst hatte.


Fast ein wenig in Vergessenheit geraten ist gar Markus Mendler (Jahrgang 1993). Er dürfte noch in der A-Jugend spielen, Anfang des Monats wurde er 19. Und zählt zum kleinen Kreis der großen Talente beim Club, obwohl er nicht mehr erste Wahl ist. 13 Bundesliga-Einsätze hat er bereits, weil sein Trainer viel von ihm hält. Deshalb war Mendler in den ersten sieben Saisonpartien auch ständig dabei, vier Mal von Beginn an. Danach allerdings warfen ihn allerlei Widrigkeiten wie Verletzungen, zirka acht Magen-Darm-Viren oder falscher Ehrgeiz in schöner Regelmäßigkeit weit zurück. So steil es für ihn nach oben ging, so steil ging es auch wieder hinunter. „Er hat seine Unbekümmertheit verloren“, sagt Hecking über seinen Musterschüler, zudem treffe Mendler „oft die falschen Entscheidungen“. Überzeugt ist er nach wie vor von ihm, „absolut“.

Mendler soll dem 1. FC Nürnberg mittel- und langfristig helfen, Nilsson eigentlich kurzfristig. Obwohl er jetzt schon wieder pausieren muss. Ersatz wird es nicht geben und auch sonst keinen Last-Minute-Transfer. „Das“, sagt Hecking, „kann ich ausschließen.“

Nürnberg: Stephan (46. Rakovsky); Judt, Nilsson (42. Klement), Zeitz, Plattenhardt – Kamavuaka – Chandler (46. Mendler), Wießmeier (75. George), Frantz, Mak (75. Gärtner) – Bunjaku (75. Görtler). 

Tore: 1:0 Chandler (32.), 2:0 Mak (60.). 

Zuschauer: 300.

  



WOLFGANG LAASS

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