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So einfach wie dem 1. FC Nürnberg gegen Borussia Mönchengladbach wird einem der Start in ein Bundesligaspiel selten gemacht: Drei Minuten waren im Frankenstadion vorbei, als Mike Frantz im Strafraum der Borussia so recht nichts mit sich anzufangen wusste. Frantz lief mit dem Ball am Fuß, hatte aber keine Idee, wohin sein Weg ihn führen sollte. Irgendwann kam Frantz dann am Mönchengladbacher Thorben Marx vorbei. Marx wollte sich Frantz nicht in den Weg stellen, weil Marx ja wie jeder der 37793 Zuschauer sehen konnte, dass Frantz ziellos unterwegs war: Gefahr für das Tor der Borussia bestand nicht. Als Frantz aber an Marx vorbeikam, fiel Nürnbergs Mittelfeldspieler hin, und weil Schiedsrichter Florian Meyer zur allgemeinen Verwunderung auf Elfmeter entschied, bestand plötzlich große Gefahr für das Tor der Borussia.
Timmy Simons fragte nicht lange nach, nahm sich den Ball und schoss ihn in die Tormitte — der 1. FCN führte nach vier Minuten 1:0. Nach 90 Minuten hatte der Club 2:1 gewonnen, so leicht wie der Anfang war ihm dabei aber wenig gefallen. Und richtig schwierig wurde es nach der Partie für Frantz, der sich einige Fragen gefallen lassen musste.
Wobei, eigentlich war es nur eine Frage, die ihm da wieder und wieder gestellt wurde. Es war die nach der dritten Minute und seinem Sturz im Strafraum. Frantz, der für den an der Leiste verletzten Timo Gebhart in die Mannschaft gekommen war, sagte dann immer in etwa dasselbe: „Den Elfmeter muss man nicht pfeifen. Mir wäre es lieber gewesen, es hätte diesen Elfmeter nicht gegeben und wir hätten trotzdem gewonnen.“
Dass sie möglicherweise auch ohne den Elfmeterpfiff gewonnen hätten, ahnte der Trainer des Gegners. Lucien Favre wollte die Niederlage nicht auf die „Schwalbe“ reduzieren. „Dieser Gegner ist sehr unangenehm“, sagte Favre über Nürnberg. Erkannt hatte man das Unangenehme an Nürnberg vor allem in der ersten Hälfte, Mönchengladbachs talentierte Spieler fanden nicht in die Partie gegen disziplinierte Nürnberger, die Fußball an diesem Nachmittag vor allem arbeiteten.
30 Minuten waren vorüber, als diese Arbeit ein zweites Mal belohnt wurde. Der lauffreudige und deshalb auffällige Markus Feulner bedrängte den unglücklichen Marx, dessen zittrigen Pass fing Hiroshi Kiyotake ab, der dann Tomas Pekhart ins Spiel brachte. Der Tscheche brauchte erstaunlich wenig Zeit, um den Ball zu kontrollieren – und traf dann mit links ins lange Eck.
Nürnberg führte 2:0 in einer Partie, der es an spielerischen Höhepunkten lange Zeit mangelte. Zu sehen gab es Fußballkunst erst, als Mönchengladbach nach der Pause besser in die Partie fand. Der Treffer zum 1:2 war nun ob der Überlegenheit der Gäste abzusehen, in seiner unmittelbaren Entstehung aber doch überraschend. Mönchengladbachs Roel Brouwers führte einen Freistoß in der eigenen Hälfte schnell aus, überraschte damit die Defensive der Gastgeber, in der erst Timothy Chandler ein Kopfballduell gegen Luuk de Jong verlor, dann Per Nilsson zu langsam war für den Torschützen Patrick Herrmann.
Danach verabschiedete sich der Glanz dann aber auch wieder aus dem Frankenstadion, Nürnberg verteidigte wieder diszipliniert, Mönchengladbach griff wieder ideenlos an. „So war es zusammengefasst ein Arbeitssieg“, sagte Wiesinger nach seinem ersten Erfolg als Cheftrainer in der Bundesliga. Schämen wollte sich dafür beim Club aber keiner.
Stattdessen war allerorten Erleichterung darüber zu spüren, dass man zurück zum Erfolg gefunden hatte. „Man musste den ein oder anderen hier ’mal aufwecken“, sagte der erneut überzeugende Torwart Raphael Schäfer mit Blick auf die jüngere Vergangenheit, in der unter anderem ein eher lustloser Auftritt der Reservisten gegen Jahn Regensburg für Irritationen gesorgt hatte.
Gegen Mönchengladbach fand Nürnberg zu jenem Spiel zurück, das in der Vorrunde mit 20 Punkten belohnt worden war. Man war wieder so, wie es Favre sagte: unangenehm. Wiesinger, so hat er es nach seinem Dienstantritt formuliert, will aber Nürnbergs Spiel auch attraktiver machen. Davon war gegen Mönchengladbach noch nicht viel zu sehen.
„In der zweiten Halbzeit hatten wir phasenweise keine Entlastung“, sagte Wiesinger, „da hatten wir wenig Ballsicherheit.“ Die aber brauchen sie beim Club, „weil es auf Dauer anstrengend wird ohne Ballbesitz“ (Wiesinger). Die eigenen Stärken sollen dabei aber nicht in Vergessenheit geraten. „Wir kommen über die Kompaktheit“, sagte Wiesinger, „alles andere müssen wir uns Stück für Stück erarbeiten.“ Das gilt selbst für Spiele, in denen ihnen der Anfang so leicht gemacht wird wie am Sonntagnachmittag gegen Mönchengladbach.
Nürnberg: Schäfer; Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Simons – Feulner, Kiyotake, Balitsch (90.+2 Dabanli), Frantz (75. Mak) – Pekhart (68. Polter).
Mönchengladbach: ter Stegen; Jantschke, Brouwers, Dominguez, Wendt – Rupp (60. Mlapa – 80. Hanke), Marx (78. Ring) - Cigerci, Arango – Herrmann, de Jong.
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf). – Zuschauer: 37793. – Tore: 1:0 Simons (4./Foulelfmeter), 2:0 Pekhart (30.), 2:1 Herrmann (58.). – Gelbe Karten: Mak, Pinola (9) / Herrmann (4), Jantschke (5), Wendt.
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Mi. 22.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13
Do. 23.05.13